1920

Aus SPD Geschichtswerkstatt

SPD-Vorsitzende sind Hermann Müller und Otto Wels. In Schleswig-Holstein ist Rudolf Hackelberg Vorsitzender. Der muss in diesem oder im nächsten Jahr irgendwann die Geschäfte an Willy Verdieck übergeben haben, der vom Bezirksparteitag 1921 in seinem Amt bestätigt wird.[1]

Staatsoberhaupt ist Reichspräsident Friedrich Ebert. Reichskanzler ist bis März Gustav Bauer, danach Hermann Müller.

Im Oktober fanden innerhalb weniger Tage zwei Parteitage statt, die für das Schicksal der Sozialdemokratie in der Weimarer Republik entscheidend sein sollten. In Halle schloss sich ein Großteil der USPD der KPD an. Der Konflikt mit der MSPD verschärfte sich.[2]

Januar

Februar

  • 4. Februar - Die Nationalversammlung verabschiedet das Betriebsrätegesetz. Erstmals in Deutschland gab es für Betriebe ab einer Größe von zwanzig Beschäftigten die Verpflichtung, Betriebsräte wählen zu lassen. Die Räterepublik in Bremen wird niedergeschlagen - am 8./9. Feburar auch in Bremerhaven.
  • 10. Februar - Volksabstimmung in Nordschleswig, nach deren Ergebnis der Verlauf der heutigen deutsch-dänischen Staatsgrenze festgelegt wird.
  • 14. Februar - Volksabstimmung in "Mittelschleswig", der Zone, die auf Grund des Ergebnisses bei Deutschland verbleibt.

März

  • 13. März - Beginn des Kapp-Lüttwitz-Putsches.
  • 15. März - Als Reaktion auf den Kapp-Lüttwitz-Putsch kommt es zum bislang größten Generalstreik. 12 Millionen Menschen folgen einem Aufruf verschiedener Organisationen und Parteien. Im Westen bricht sich der Ruhraufstand Bahn.
  • 17. März - Zusammenbruch des Kapp-Lüttwitz-Putsches infolge des Generalstreiks in ganz Deutschland.
  • 18. März - Unter Führung von Mitgliedern des SPD-Ortsvereins gründet die Büdelsdorfer Gemeindevertretung eine 200 Mann starke Bürgerwehr zur Abwehr des Kapp-Lüttwitz-Putsches.
  • 18. März - In Schleswig kam es zu Gefechten zwischen rechtsgerichteten Soldaten der Garnison in Schloss Gottorf, die sich dem Umsturzversuch angeschlossen hatte, und bewaffneten republiktreuen Anhängern der Schleswiger Arbeiterparteien. Dabei starben mehrere Soldaten und der Lederarbeiter Fabian. Hermann Clausen war maßgeblich an der Niederschlagung des Kapp-Putsches in Schleswig beteiligt.
  • 29. März - Hermann Lüdemann wird preußischer Finanzminister.

April

  • 2. April: Einheiten der Reichswehr marschieren im Ruhrgebiet ein, um den kommunistischen Ruhraufstand niederzuschlagen, der als Reaktion auf den Kapp-Lüttwitz-Putsch ausgebrochen ist.
  • 19. April - Der "Fahnenfonds" des Ortsvereins Neumühlen-Dietrichsdorf beträgt fast 500 Mark.

Mai

  • 21. Mai - Die Verfassunggebende Nationalversammlung löst sich nach Erfüllung ihres Auftrages auf.

Juni

  • 6. Juni - Reichstagswahl: Weimarer Koalition von SPD, der katholischen Zentrumspartei (Z) und der linksliberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) verliert ihre Mehrheit. Starke Gewinne für USPD und Rechtsparteien (DNVP, DVP). Louise Schroeder wird in den Reichstag gewählt, dem sie bis 1933 angehört.
  • 15. Juni - Abtretung Nordschleswigs an Dänemark infolge des Ergebnisses der Volksabstimmung vom 10. und 14. Februar.
  • 24. Juni - Heinrich Kürbis legt sein Reichstagsmandat nieder, um sich voll seinem Amt als Oberpräsident von Schleswig-Holstein zu widmen.

Juli

August

September

  • 1.-3. September - 2. ordentlicher Reichsparteitag der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) in Berlin.

Oktober

November

Dezember

Nicht datierte Ereignisse

Einzelnachweise

  1. Jacobsen, Jens-Christian (1988) "'Der Stolz der Gesamtpartei?' Die SPD Schleswig-Holstein 1918-1933" in: Demokratische Geschichte, Band 3, Seite 211
  2. Wettig, Klaus: Warum sich USPD und KPD vor 100 Jahren zusammenschlossen bei: vorwaerts.de, 19. Oktober 2020