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Aktuelle Version vom 17. Juni 2020, 23:38 Uhr

Auguste Ebeling
Auguste Ebeling
Geboren: 1. Januar 1889

Auguste Ebeling (geb. Kretschmann)[1], * 1889 in Elbing/Ostpreußen, † nach 1959 vermutlich in Heide; Geschäftsfrau. Verwitwet, zwei Kinder. Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Wie und wann Auguste Kretschmann nach Heide kam, ist nicht ermittelt. Sie heiratete hier aber 1909 Karl Heinrich Wilhelm Ebeling. Mit ihm bekam sie zwei Söhne, die beide früh starben, der eine an einer Blinddarmentzündung, der andere ertrank im Ostpool. Ihr Mann starb mit 30 Jahren 1916 als Soldat im Ersten Weltkrieg in Frankreich.[1]

Sie betrieb einen Tabakladen in der Heider Friedrichstraße, engagierte sich im 1917 gegründeten "Reichsbund der Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer" - dem heutigen Sozialverband (SoVD) - und sie war in der Heider SPD politisch aktiv. Für die Kommunalwahl 1933 ließ sie sich mit Thord Jibsen zusammen wieder für den Stadtrat aufstellen, was sie in Konflikt mit den Nazis brachte. Mehrfach wurde in den folgenden Jahren ihre Wohnung durchsucht und die Scheiben ihres Ladens eingeschlagen.[1]

Zusammen mit Thord Jibsen und Emil Schmekel verhafteten die Nazis sie 1944 im Rahmen der Aktion Gewitter.[2] Sie wurde in Kiel ins Polizeigefängnis gebracht, im Oktober 1944 aber schwer krank aus der Haft entlassen.[1]

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft in Heide war sie unter anderem in der Arbeiterwohlfahrt [3] und im Reichsbund aktiv. Daneben gehörte sie der Entnazifizierungskommission an.

Von 1948 bis 1952 und von 1955 bis 1959 war sie wieder Mitglied des Heider Stadtrats.

Wann und wo sie starb oder wo sie begraben wurde, ist bisher nicht ermittelt.

Ehrungen

  • Die Stadt Heide hat die Auguste-Ebeling-Straße nach ihr benannt.

Literatur

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Vgl. Dithmarscher Landeszeitung: Die Vergessene, 28.7.2015
  2. "Emil Schmekel" bei Stolpersteine in Dithmarschen
  3. Rehn, Marie-Elisabeth: "Enclosed please find monthly report..." : Die Lageberichte Sir Ronald Sinclairs aus Heide von 1948 bis 1951, Teil 2 (Dithmarschen 1991), S. 46