Bezirksparteitag 1928, Kiel

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Bezirksparteitag 1928
6. April 1928
Gewerkschaftshaus
Legienstraße 22
Kiel
Siehe auch: Beschlussdatenbank

Der Bezirksparteitag 1928 fand am Karfreitag, dem 6. April, im Gewerkschaftshaus Kiel statt.[1]

Gastredner war Rudolf Breitscheid. Seine zweistündige Rede über die Bedeutung der Wahlen wurde im Lübecker Volksboten zusammengefasst.[1]

"Eine mitreißende Rede Dr. Breitscheids auf dem Bezirksparteitag 1928 feuerte die Delegierten zum Reichstags- und Landtagswahlkampf an, der nach mehreren Jahren der Ausschaltung der Sozialdemokratie wieder in die Regierungsstellung führen sollte."[2]

Am Ende des Parteitags wurde noch ein Werbefilm zur Wahl vorgeführt.[1] Es könnte sich um den Film Dein Schicksal gehandelt haben, den der Lübecker Volksbote in der folgenden Woche auf einer halben Seite besprach.[3]

Reichstagswahl

Für die Reichstagswahl 1928 wurden folgende Kandidatinnen und Kandidaten nominiert:[4][Anm. 1]

  1. Louise Schroeder, Altona
  2. Otto Eggerstedt, Kiel
  3. Max Richter, Neumünster
  4. Louis Biester, Hoisbüttel
  5. Paul Löhrke, Berlin
  6. Peter Michelsen, Flensburg
  7. Richard Hansen, Kiel
  8. August Kirch, Altona
  9. Heinrich Fick, Stockelsdorf
  10. Wilhelm Schweizer, Kiel
  11. Ernst Pusch, Rendsburg
  12. Paul Dölz, Tönning

Landtagswahl

Gleichzeitig mit der Reichstagswahl fand die Wahl zum preußischen Landtag 1928 statt. Für diese wurden folgende Kandidatinnen und Kandidaten nominiert:[4]

  1. Wilhelm Brecour, Kiel
  2. Toni Jensen, Kiel
  3. Paul Bugdahn, Altona
  4. Jürgen Jürgensen, Eckernförde
  5. Hermann Peters, Hochdonn
  6. Gehrt Rickers, Kiel
  7. Wilhelm Sievert, Altona[Anm. 2]
  8. Gustav Delle, Wandsbek
  9. Friedrich Hansen, Kiel
  10. Anna Brando, Altona
  11. Johann Clausen, Tönning[Anm. 3]
  12. Paul Böhm, Neumünster[Anm. 4]
  13. Heinrich Jacobs, Büdelsdorf[Anm. 5]
  14. Friedrich Lempfert, Elmshorn[Anm. 6]
  15. Hans Flatterich, Schleswig
  16. Max Brauer, Altona

Anmerkungen

  1. Im Lübecker Volksboten werden die Namen teilweise anders wiedergegeben als im Vorwärts: "Schröder" statt "Schroeder", "Lörke" statt "Löhrke", "Dierk" statt "Kirch" bei den Kandidatinnen und Kandidaten zur Reichstagswahl, "Sievert" statt "Siewert", "Klausen" statt "Claußen" und "Dempfert" statt "Lempfert" bei den Kandidatinnen und Kandidaten zur Preußischen Landtagswahl.
  2. Wilhelm Sievert war Beigeordneter des Magistrats in der Novemberrevolution. Vgl. Johannes tom Dieck: Kulturpolitik in Altona der Ära Brauer. Das Beispiel Altonaer Stadttheater 1924-1929., Demokratische Geschichte Band 22 (2011), Seite 64
  3. Evtl. auch Claußen. So ist es im Vorwärts geschrieben. Es gab aber einen Johann Clausen in Tönning, der dort Vorsitzender war und der 1919 durch den Verzicht von Anna Mosegaard schon einmal in die Verfassungsgebende preußische Landesversammlung gekommen war.
  4. Der Vorwärts nennt nur den Nachnamen. Es gab einen Stadtrat für Jugend und Sozialwesen Paul Böhm in Neumünster, nach dem dort auch eine Straße benannt ist.
  5. Der Vorwärts nennt nur den Nachnamen. Es gab aber in Büdelsdorf einen Stadtverordneten Heinrich Jacobs, der zwischenzeitlich auch im Bezirksvorstand war.
  6. Der Vorwärts nennt nur den Nachnamen. Es gab aber einen Delegierten Friedrich Lempfert aus Elmshorn beim SPD Parteitag 1927 in Kiel.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Lübecker Volksbote, Ausgabe 83, 7.4.1928
  2. Osterroth, Franz: 100 Jahre Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein. Ein geschichtlicher Überblick (Kiel o. J. [1963]), S. 93
  3. Lübecker Volksbote, Ausgabe 84, 10.4.1928
  4. 4,0 4,1 Vorwärts, Morgenausgabe Nr. A87, 11.4.1928