Emil Willumeit: Unterschied zwischen den Versionen

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=== Neubeginn nach der NS-Herrschaft ===
 
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Beim Neubeginn nach der NS-Herrschaft gehörte Emil Willumeit zu den über Kiel hinaus führenden Gewerkschaftern. Er saß im gleich im Mai [[1945]] eingerichteten Gewerkschaftsausschuss. Später übernahm er den Ortsvorsitz des neu gegründeten MVD (später die IG Metall). Nachdem er zunächst dem KPD-Mitglied [[Otto Preßler]] unterlegen war, entschieden sich die Delegierten für eine gleichrangige Doppelspitze aus beiden hoch respektierten Männern, die sich von der Arbeit bei Hagenuk her kannten.
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Beim Neubeginn nach der NS-Herrschaft gehörte Emil Willumeit zu den über Kiel hinaus führenden Gewerkschaftern. Er saß im gleich im Mai [[1945]] eingerichteten Gewerkschaftsausschuss. Später übernahm er den Ortsvorsitz des neu gegründeten MVD (später die IG Metall). Nachdem er zunächst dem KPD-Mitglied (und früheren Genossen) [[Otto Preßler]] unterlegen war, entschieden sich die Delegierten für eine gleichrangige Doppelspitze aus beiden hoch respektierten Männern, die sich von der Arbeit bei Hagenuk her kannten.
  
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Von [[1950]] bis [[1962]] war er Mitglied im Bundesvorstand der [[IG Metall]].<ref>Jacobsen: ''Leben'', S. 155</ref> Im [[Metallarbeiterstreik 1956|Kieler Metallarbeiterstreik]] von [[1956]]/[[1957]] gehörte er der vierköpfigen engeren Streikleitung an und war Verbindungsmann zur [[Kreisverband Kiel - Ratsfraktion|Ratsfraktion]].<ref>SPD-Ratsfraktion Kiel (Hrsg.): ''1946-2016 | Jubiläum der SPD-Ratsfraktion'' (Kiel 2018), S. 18</ref>
  
 
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Von [[1948]] bis [[1966]] vertrat Emil Willumeit die SPD in der [[Kreisverband Kiel - Ratsfraktion|Kieler Ratsversammlung]]. Schon [[1933]] hatte er für die [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel - Stadtverordnete|Stadtverordnetenversammlung]] kandidiert<ref>''[[VZ]]'', 9.2.1933</ref>, aber offenbar ohne Erfolg. Auch bei der ersten freien [[Kommunalwahl 1946|Kommunalwahl]] am [[13. Oktober]] [[1946]], wo er in einem bürgerlich ausgerichteten Wahlkreis antrat, konnte er sich nicht durchsetzen.<ref>''Die Stadtvertretungs-Wahlen in Kiel'', ''Kieler Nachrichten'', 14.10.1946</ref>
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Von [[1948]] bis [[1966]] vertrat Emil Willumeit die SPD in der [[Kreisverband Kiel - Ratsfraktion|Kieler Ratsversammlung]]. Schon [[1933]] hatte er für die [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel - Stadtverordnete|Stadtverordnetenversammlung]] kandidiert<ref>''[[VZ]]'', 9.2.1933</ref>, aber offenbar ohne Erfolg. Auch bei der ersten freien [[Kommunalwahl 1946|Kommunalwahl]] am [[13. Oktober]] [[1946]], als er in einem bürgerlich ausgerichteten Wahlkreis antrat, konnte er sich nicht durchsetzen.<ref>''Die Stadtvertretungs-Wahlen in Kiel'', ''Kieler Nachrichten'', 14.10.1946</ref>
  
 
== Literatur & Links ==
 
== Literatur & Links ==
*Jacobsen, Jens Christian: ''Aus dem Leben einer Kiel-Gaardener Werftarbeiterfamilie''. In: ''Demokratische Geschichte'' I(1986), S. 123-160
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*Jacobsen, Jens Christian: ''Aus dem Leben einer Kiel-Gaardener Werftarbeiterfamilie''. In: ''Demokratische Geschichte'' 1(1986), S. 123-160
  
 
== Quellen ==
 
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Aktuelle Version vom 31. Juli 2020, 18:44 Uhr

Emil Willumeit
Emil Willumeit









Emil Willumeit, * , † ; Schlosser, Gewerkschafter. Verheiratet, Kinder. Mitglied der SPD seit 1918[1].

Leben & Beruf

Emil Willumeit hatte Schlosser gelernt. Er kam in seiner Zeit als wandernder Geselle nach Kiel und blieb. 1911 trat er dem Deutschen Metallarbeiter-Verband (DMV) bei und war im Kieler Marinearsenal beschäftigt. Am 1. Weltkrieg nahm er als Soldat teil und wurde bei einem Gefecht verschüttet.[2] Ab 1925 war er im Arsenal Mitglied des Betriebsrates. Als die Nazis 1933 an die Macht kamen, verhafteten sie ihn zusammen mit anderen Betriebsräten und Vertrauensleuten. "Bei ihm zu Hause wurden Steine in die Fenster geworfen, seine Familie angepöbelt." Er verlor seinen Arbeitsplatz wegen "politischer Unzuverlässigkeit" und wurde als "für Staatsbetriebe nicht mehr verwendbar" eingestuft.[3] Einer seiner engsten Freunde schloss sich der NSdAP an, worunter er sehr gelitten haben soll[4].

Dies alles hinderte ihn nicht, zusammen mit Willi Leopold, dem ehemaligen Ortsbevollmächtigten des DMV in Kiel, noch 1933 heimlich in Privatwohnungen in kleinem Rahmen Sozialistische Jugendweihen für sechs bis sieben Jugendliche durchzuführen.[5]

Den Lebensunterhalt für seine Familie verdiente er anderthalb Jahre lang als radelnder Versicherungsvertreter; sein Freund Willi Leopold handelte - ebenfalls per Fahrrad - mit Seifenflocken. Etwa 1935 fand er - vermutlich im Rahmen der verstärkten Aufrüstung - wieder Arbeit bei Hagenuk in Kiel, wo er aufgrund seiner Qualifikation schließlich Vorarbeiter wurde; mehrere Jahre war er für die Firma als Werkmeister in Holland tätig. Die größte Schwierigkeit bildete seine Weigerung, den Hitlergruß auszuführen; er antwortete darauf mit "Moin". Seine Tochter erinnerte sich:

"Er hat es sehr schwer gehabt. [Einmal] kam so ein Umzug entgegen, mit einer Fahne, wir hätten ja auch irgendwo ins Haus reingehen sollen. Mit einem Mal sprang ihm einer ins Genick, er hatte die Pfeife im Mund, da haben sie ihm die rausgeschlagen."[6]

Neubeginn nach der NS-Herrschaft

Beim Neubeginn nach der NS-Herrschaft gehörte Emil Willumeit zu den über Kiel hinaus führenden Gewerkschaftern. Er saß im gleich im Mai 1945 eingerichteten Gewerkschaftsausschuss. Später übernahm er den Ortsvorsitz des neu gegründeten MVD (später die IG Metall). Nachdem er zunächst dem KPD-Mitglied (und früheren Genossen) Otto Preßler unterlegen war, entschieden sich die Delegierten für eine gleichrangige Doppelspitze aus beiden hoch respektierten Männern, die sich von der Arbeit bei Hagenuk her kannten.

Von 1950 bis 1962 war er Mitglied im Bundesvorstand der IG Metall.[7] Im Kieler Metallarbeiterstreik von 1956/1957 gehörte er der vierköpfigen engeren Streikleitung an und war Verbindungsmann zur Ratsfraktion.[8]

Partei & Politik

Von 1948 bis 1966 vertrat Emil Willumeit die SPD in der Kieler Ratsversammlung. Schon 1933 hatte er für die Stadtverordnetenversammlung kandidiert[9], aber offenbar ohne Erfolg. Auch bei der ersten freien Kommunalwahl am 13. Oktober 1946, als er in einem bürgerlich ausgerichteten Wahlkreis antrat, konnte er sich nicht durchsetzen.[10]

Literatur & Links

  • Jacobsen, Jens Christian: Aus dem Leben einer Kiel-Gaardener Werftarbeiterfamilie. In: Demokratische Geschichte 1(1986), S. 123-160

Quellen

  1. Jacobsen: Leben, S. 154
  2. Kandidaten der Kieler Sozialdemokratie, VZ, 5.10.1946
  3. Alle Zitate aus Jacobsen: Leben, S. 154
  4. So seine Tochter, vgl. Jacobsen: Leben, S. 154
  5. Jacobsen: Leben, S. 155
  6. Jacobsen: Leben, S. 155
  7. Jacobsen: Leben, S. 155
  8. SPD-Ratsfraktion Kiel (Hrsg.): 1946-2016 | Jubiläum der SPD-Ratsfraktion (Kiel 2018), S. 18
  9. VZ, 9.2.1933
  10. Die Stadtvertretungs-Wahlen in Kiel, Kieler Nachrichten, 14.10.1946