Hans-Günter Schultz: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Freie Erde.jpg|200px|thumb|left|Artikel über die Reise der Kieler Gewerkschafts- und SPD-Delegation aus der ""FREIEN ERDE", der örtlichen SED-Zeitung vom 7.April 1987]]Er ist Mitglied der [[Arbeiterwohlfahrt]] und von ver.di. In der Landesverwaltung engagierte er sich im Personalrat.  
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[[Datei:Freie Erde.jpg|200px|thumb|left|Artikel aus FREIE ERDE, der örtlichen SED-Zeitung, vom 7.4.1987]]Er ist Mitglied der [[Arbeiterwohlfahrt]] und von ver.di. In der Landesverwaltung engagierte er sich im Personalrat.  
  
[[1987]] nahm er zusammen mit anderen Gewerkschaftern, [[Björn Engholm]] und [[Günther Jansen]] an einer Reise nach Neubrandenburg in die damalige DDR teil. Dabei ging es auch um die Anbahnung einer Städtepartnerschaft zwischen Kiel und einer Stadt in der DDR. Stralsund wurde dann durch die eine Entscheidung der Führung der DDR Partnerstadt Kiels.
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Im April [[1987]] nahm er zusammen mit anderen Gewerkschaftern sowie mit [[Björn Engholm]] und [[Günther Jansen]] an einer Reise nach Neubrandenburg/DDR teil. Dabei ging es auch um die Anbahnung einer Städtepartnerschaft zwischen Kiel und einer Stadt in der DDR. Stralsund wurde dann durch die eine Entscheidung der Führung der DDR Partnerstadt Kiels.
  
  
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== Partei & Politik ==
 
[[Datei:Kiel wieder auf Kurs bringen Hans-Günter Schultz.jpg|260px|thumb|left|Wahlplakat zur Kommunalwahl 1986]]
 
[[Datei:Kiel wieder auf Kurs bringen Hans-Günter Schultz.jpg|260px|thumb|left|Wahlplakat zur Kommunalwahl 1986]]
Sozialdemokratisch vorgeprägt, wie er war, setzte er mit seinem Eintritt in die SPD bewusst einen Kontrapunkt zu seinem zur damaligen Zeit "schwarz-gefärbten" Arbeitsumfeld bei der Landesregierung.
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Sozialdemokratisch vorgeprägt, wie er war, setzte Hans-Günter Schultz mit seinem Eintritt in die SPD bewusst einen Kontrapunkt zu seinem zur damaligen Zeit "schwarz-gefärbten" Arbeitsumfeld bei der Landesregierung.
  
 
Zunächst gehörte er dem [[Ortsverein Kiel-Nord]] an. Nach seinem Umzug aufs Kieler Ostufer ins vertraute Gaarden wurde er [[1968]] stellvertretender Vorsitzender, [[1972]] dann Vorsitzender im [[Ortsverein Gaarden-Ost]]. Er leitete die Fusion mit [[Ortsverein Gaarden-Süd|Gaarden-Süd]] zum neuen [[Ortsverein Gaarden]] Ende der 1980er Jahre und blieb dessen Vorsitzender bis [[1990]].
 
Zunächst gehörte er dem [[Ortsverein Kiel-Nord]] an. Nach seinem Umzug aufs Kieler Ostufer ins vertraute Gaarden wurde er [[1968]] stellvertretender Vorsitzender, [[1972]] dann Vorsitzender im [[Ortsverein Gaarden-Ost]]. Er leitete die Fusion mit [[Ortsverein Gaarden-Süd|Gaarden-Süd]] zum neuen [[Ortsverein Gaarden]] Ende der 1980er Jahre und blieb dessen Vorsitzender bis [[1990]].
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Von [[1983]] bis [[1985]] war er Beisitzer im Kreisvorstand der Kieler SPD.
 
Von [[1983]] bis [[1985]] war er Beisitzer im Kreisvorstand der Kieler SPD.
  
== Kommunalpolitik ==
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=== Kommunalpolitik ===
Schwerpunkte der Ortsvereinsarbeit waren die Stadtteilsanierung und die Bildungsarbeit. Unter anderem wurde eine Schularbeitenhilfe organisiert. Der Ortsverein unterstützte [[Jochen Steffen]], der bei den Wahlen [[Landtagswahl 1967|1967]] und [[Landtagswahl 1971|1971]] im Wahlkreis 29 (Kiel-Ost) direkt in den Landtag gewählt worden war, bei seiner Forderung im Arbeiterstadtteil Gaarden ein Gymnasium zu errichten. [[1970]] war es soweit: Das Hans-Geiger-Gymnasium nahm seinen Betrieb auf.   
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Schwerpunkte des Ortsvereins waren die Stadtteilsanierung und die Bildungsarbeit. Unter anderem wurde eine Schularbeitenhilfe organisiert. Der Ortsverein unterstützte [[Jochen Steffen]], der bei den Wahlen [[Landtagswahl 1967|1967]] und [[Landtagswahl 1971|1971]] im Wahlkreis 29 (Kiel-Ost) direkt in den Landtag gewählt worden war, bei seiner Forderung, im Arbeiterstadtteil Gaarden ein Gymnasium zu errichten. [[1970]] war es soweit: Das Hans-Geiger-Gymnasium nahm seinen Betrieb auf.   
  
 
Von [[1973]] bis [[1982]] war Hans-Günter Schultz Mitglied im Sanierungsbeirat Gaarden, zeitweise als Vorsitzender. Der Sanierungsbeirat hatte die Aufgabe, als Mittler zwischen Bevölkerung und Stadtverwaltung die städtebauliche Sanierung rund um den Vinetaplatz in Gaarden anregend und beratend zu fördern und zu unterstützen. Mit der Kommunalwahl [[1982]] wurde der Sanierungsbeirat vom Ortsbeirat Gaarden abgelöst.
 
Von [[1973]] bis [[1982]] war Hans-Günter Schultz Mitglied im Sanierungsbeirat Gaarden, zeitweise als Vorsitzender. Der Sanierungsbeirat hatte die Aufgabe, als Mittler zwischen Bevölkerung und Stadtverwaltung die städtebauliche Sanierung rund um den Vinetaplatz in Gaarden anregend und beratend zu fördern und zu unterstützen. Mit der Kommunalwahl [[1982]] wurde der Sanierungsbeirat vom Ortsbeirat Gaarden abgelöst.
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[[1981]] rückte Hans-Günter Schultz in die Ratsversammlung nach. In den Wahlen [[Kommunalwahl 1982|1982]], [[Kommunalwahl 1986|1986]] und [[Kommunalwahl 1990|1990]] wurde er jeweils direkt gewählt. Seine Arbeitsschwerpunkte waren der Sport-, Ordnungs- und Baubereich.  
 
[[1981]] rückte Hans-Günter Schultz in die Ratsversammlung nach. In den Wahlen [[Kommunalwahl 1982|1982]], [[Kommunalwahl 1986|1986]] und [[Kommunalwahl 1990|1990]] wurde er jeweils direkt gewählt. Seine Arbeitsschwerpunkte waren der Sport-, Ordnungs- und Baubereich.  
  
Besonders am Herzen lagen dem begeisterten Fahrradfahrer die Belange der Radverkehrs in der Stadt. Er setzte sich als Vorsitzender des Fahrradforums schon frühzeitig für bessere Radwege ein und erstritt in der Ratsversammlung [[1990]] 7.000 DM für die Anschaffung von Dienstfahrrädern. Davon war ein Kieler so begeistert, dass er spontan 10.000 DM für weitere Dienstfahrräder spendete)<ref>ZaS, Zeitung am Sonntag, Ausgabe für Kiel, 25.3.1990</ref>.
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Besonders am Herzen lag dem begeisterten Fahrradfahrer der Radverkehr in der Stadt. Er setzte sich als Vorsitzender des Fahrradforums schon frühzeitig für bessere Radwege ein und erstritt in der Ratsversammlung [[1990]] 7.000 DM für die Anschaffung von Dienstfahrrädern für die Stadtverwaltung. Davon war ein Kieler Bürger so begeistert, dass er spontan 10.000 DM für weitere Dienstfahrräder spendete.<ref>''ZaS, Zeitung am Sonntag'', Ausgabe für Kiel, 25.3.1990</ref>.
  
 
Er gehörte den Aufsichtsräten der Müllverbrennung Kiel GmbH und der Kieler Wohnungsbaugesellschaft KWG an, gegen deren Privatisierung er engagiert, aber vergeblich eintrat.  
 
Er gehörte den Aufsichtsräten der Müllverbrennung Kiel GmbH und der Kieler Wohnungsbaugesellschaft KWG an, gegen deren Privatisierung er engagiert, aber vergeblich eintrat.  
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Aktuelle Version vom 9. Oktober 2019, 03:17 Uhr

Hans-Günter Schultz
Hans-Günter Schultz
Geboren: 24. Januar 1935

Hans-Günter Schultz, * 24. Januar 1935 in Kiel; Elektroinstallateur, Kraftfahrer. Verheiratet. Mitglied der SPD seit 1966.

Werdegang

Hans-Günter Schultz stammt aus einer sozialdemokratischen Familie. Beide Großväter waren Mitglieder. Er wuchs in Gaarden auf und besuchte die Volksschule am Karlstal, später die Gustav-Friedrich-Meyer-Schule. Nach der mittleren Reife machte er eine Ausbildung zum Elektroinstallateur. In diesem Beruf arbeitete er u.a. auf der Howaldt-Werft und bei der Deutschen Bundespost. Später wechselte er als Kraftfahrer zur Landesregierung Schleswig-Holstein.

Er ist verheiratet mit Edeltraud Schultz, geb. Spaniel, ebenfalls Mitglied der SPD.

Bei verschiedenen Gerichten war er als Schöffe und ehrenamtlicher Richter tätig.

Artikel aus FREIE ERDE, der örtlichen SED-Zeitung, vom 7.4.1987

Er ist Mitglied der Arbeiterwohlfahrt und von ver.di. In der Landesverwaltung engagierte er sich im Personalrat.

Im April 1987 nahm er zusammen mit anderen Gewerkschaftern sowie mit Björn Engholm und Günther Jansen an einer Reise nach Neubrandenburg/DDR teil. Dabei ging es auch um die Anbahnung einer Städtepartnerschaft zwischen Kiel und einer Stadt in der DDR. Stralsund wurde dann durch die eine Entscheidung der Führung der DDR Partnerstadt Kiels.



Partei & Politik

Wahlplakat zur Kommunalwahl 1986

Sozialdemokratisch vorgeprägt, wie er war, setzte Hans-Günter Schultz mit seinem Eintritt in die SPD bewusst einen Kontrapunkt zu seinem zur damaligen Zeit "schwarz-gefärbten" Arbeitsumfeld bei der Landesregierung.

Zunächst gehörte er dem Ortsverein Kiel-Nord an. Nach seinem Umzug aufs Kieler Ostufer ins vertraute Gaarden wurde er 1968 stellvertretender Vorsitzender, 1972 dann Vorsitzender im Ortsverein Gaarden-Ost. Er leitete die Fusion mit Gaarden-Süd zum neuen Ortsverein Gaarden Ende der 1980er Jahre und blieb dessen Vorsitzender bis 1990.

Von 1983 bis 1985 war er Beisitzer im Kreisvorstand der Kieler SPD.

Kommunalpolitik

Schwerpunkte des Ortsvereins waren die Stadtteilsanierung und die Bildungsarbeit. Unter anderem wurde eine Schularbeitenhilfe organisiert. Der Ortsverein unterstützte Jochen Steffen, der bei den Wahlen 1967 und 1971 im Wahlkreis 29 (Kiel-Ost) direkt in den Landtag gewählt worden war, bei seiner Forderung, im Arbeiterstadtteil Gaarden ein Gymnasium zu errichten. 1970 war es soweit: Das Hans-Geiger-Gymnasium nahm seinen Betrieb auf.

Von 1973 bis 1982 war Hans-Günter Schultz Mitglied im Sanierungsbeirat Gaarden, zeitweise als Vorsitzender. Der Sanierungsbeirat hatte die Aufgabe, als Mittler zwischen Bevölkerung und Stadtverwaltung die städtebauliche Sanierung rund um den Vinetaplatz in Gaarden anregend und beratend zu fördern und zu unterstützen. Mit der Kommunalwahl 1982 wurde der Sanierungsbeirat vom Ortsbeirat Gaarden abgelöst.

Die "schiefen Häuser" im Sanierungsgebiet am Vinetaplatz

1981 rückte Hans-Günter Schultz in die Ratsversammlung nach. In den Wahlen 1982, 1986 und 1990 wurde er jeweils direkt gewählt. Seine Arbeitsschwerpunkte waren der Sport-, Ordnungs- und Baubereich.

Besonders am Herzen lag dem begeisterten Fahrradfahrer der Radverkehr in der Stadt. Er setzte sich als Vorsitzender des Fahrradforums schon frühzeitig für bessere Radwege ein und erstritt in der Ratsversammlung 1990 7.000 DM für die Anschaffung von Dienstfahrrädern für die Stadtverwaltung. Davon war ein Kieler Bürger so begeistert, dass er spontan 10.000 DM für weitere Dienstfahrräder spendete.[1].

Er gehörte den Aufsichtsräten der Müllverbrennung Kiel GmbH und der Kieler Wohnungsbaugesellschaft KWG an, gegen deren Privatisierung er engagiert, aber vergeblich eintrat.

1994 schied er aus der Ratsversammlung aus. Danach war er bis 2006 Mitglied im Ortsbeirat Gaarden.

Quellen

  1. ZaS, Zeitung am Sonntag, Ausgabe für Kiel, 25.3.1990