Ortsverein Kronshagen: Unterschied zwischen den Versionen

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Seit dem [[1. Oktober]] [[1889]] bestand der Amtsbezirk Kronshagen. Dieser umfasste die Dörfer Kronshagen, Kopperpahl, Suchsdorf, Ottendorf, Hassee mit Winterbek (bis [[1910]]) und Hasseldieksdamm (bis [[1910]]), Russee und Wik (bis [[1893]]) samt den Gütern Schwartenbek und Projensdorf (bis [[1896]]).<ref>Arthur Gloy: ''Das alte Amt Kronshagen'', S. 94 f.</ref> Erst [[1893]] wurde Kopperpahl ein Ortsteil in der Gemeinde Kronshagen. Die städtebauliche Entwicklung begann in den [[1890]]er Jahren in Kopperpahl mit größeren Mietshäusern entlang der Eckernförder Chaussee, erst danach wurde der alte Dorfkern in Kronshagen entwickelt. Seit [[1902]] ist ein SPD-Ortsverein Winterbek-Hassee und seit [[1908]] SPD-Ortsverein Kopperpahl und Umgebung innerhalb dieses Amtsbezirks nachweisbar. [[1910]] hatte Kronshagen (mit Kopperpahl) gerade einmal 973 Einwohner.<ref>Detlef Gäde: ''Aus der Geschichte Kronshagens'', in Hrsg. Gemeinde Kronshagen: ''Kronshagen. Beginn * Entwicklung * Gegenwart'' (o.O. 1971), S. 20 ff.</ref> Deshalb ist es nachvollziehbar, dass ein Teil der 198 Mitglieder von [[1910]] im OV Kopperpahl und Umgebung von außerhalb Kronshagens stammten.
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Seit dem 1.10.[[1889]] bestand der Amtsbezirk Kronshagen. Dieser umfasste die Dörfer Kronshagen, Kopperpahl, Suchsdorf, Ottendorf, Hassee mit Winterbek (bis [[1910]]) und Hasseldieksdamm (bis [[1910]]), Russee und Wik (bis [[1893]]) samt den Gütern Schwartenbek und Projensdorf (bis [[1896]]).<ref>Arthur Gloy: ''Das alte Amt Kronshagen'', S. 94 f.</ref> Erst [[1893]] wurde Kopperpahl ein Ortsteil in der Gemeinde Kronshagen. Die städtebauliche Entwicklung begann in den [[1890]]er Jahren in Kopperpahl mit größeren Mietshäusern entlang der Eckernförder Chaussee, erst danach wurde der alte Dorfkern in Kronshagen entwickelt. Seit [[1902]] ist ein SPD-Ortsverein Winterbek-Hassee und seit [[1908]] SPD-[[Ortsverein Kopperpahl und Umgebung]] innerhalb dieses Amtsbezirks nachweisbar. [[1910]] hatte Kronshagen (mit Kopperpahl) gerade einmal 973 Einwohner.<ref>Detlef Gäde: ''Aus der Geschichte Kronshagens'', in Hrsg. Gemeinde Kronshagen: ''Kronshagen. Beginn * Entwicklung * Gegenwart'' (o.O. 1971), S. 20 ff.</ref> Deshalb ist es nachvollziehbar, dass ein Teil der 198 Mitglieder von [[1910]] im OV Kopperpahl und Umgebung von außerhalb Kronshagens stammten.
  
In seinen Erinnerungen ''Damals in Kronshagen'' schreibt [[Walter Weskamp]], dass seine Eltern mit ihm und seinem Bruder [[1913]] von Kiel nach Kronshagen in die Kieler Str. 179 gezogen seien. "<ref>Walter Weskamp: ''Damals in Kronshagen'' (unveröffentlicht), S. 1</ref>  Sein Vater [[Josef Weskamp]] (* [[1881]], † [[1951]]) war Mitglied in der SPD, in der [[Arbeitersport in Kiel|freien Turnerschaft]], im [[Konsum]] und im [[Reichsbanner Schwarz-Rot-GoldçReichsbanner]] und saß für die SPD im Amtsausschuss.<ref>Transkription eines Interviews von [[Thomas Weers]] mit [[Walter Weskamp|Walter]] und [[Erika Weskamp]] am 8.11.[[1985]] zur Geschichte des SPD Ortsvereins und der [[AWO]] in Kronshagen</ref>
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In seinen Erinnerungen ''Damals in Kronshagen'' schreibt [[Walter Weskamp]], dass seine Eltern mit ihm und seinem Bruder [[1913]] von Kiel nach Kronshagen in die Kieler Str. 179 gezogen seien. "<ref>Walter Weskamp: ''Damals in Kronshagen'' (unveröffentlicht), S. 1</ref>  Sein Vater [[Josef Weskamp]] (* 8.7.[[1881]], † 12.4.[[1951]]) war seit [[1906]] Mitglied in der SPD, in der [[Arbeitersport in Kiel|freien Turnerschaft]], im [[Konsum]] und im [[Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold|Reichsbanner]] und saß für die SPD im Amtsausschuss.<ref>Transkription eines Interviews von [[Thomas Weers]] mit [[Walter Weskamp|Walter]] und [[Erika Weskamp]] am 8.11.[[1985]] zur Geschichte des SPD Ortsvereins und der [[AWO]] in Kronshagen</ref>
  
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Die späteren Vorstandsmitglieder [[Hermann Andritzki]] (* 26.3.[[1892]], † ??, SPD Mitglied seit [[1916]]), [[Franz Piehotzki]] (* 9.1.[[1888]], † ??, SPD Mitglied seit [[1913]]) und [[Emil Struck]] (* 3.5.[[1885]], † ??, SPD Mitglied seit [[1905]]) waren bereits in der Kaiserzeit SPD Mitglieder.<ref>Mitgliederdatei des OV Kronshagen von [[1945]] bis [[1950]]</ref>
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Ebenfalls zu den Genossen der ersten Stunde gehörte der Vater von [[Karl Mückenheim]]. [[Karl Mückenheim|Karl]] berichtet von einer SPD, "die damals vor den ersten Weltkrieg, "hier auf dem Lande" nur ein kleines Häuflein gemiedener Sozis war. Wenn der kleine [[Karl Mückenheim|Karl]] damals seinem Vater beim Verteilen der Flugblätter half, mußte er Angst haben, mit Hunden vom Hof gehetzt zu werden; dafür wurde er in den Knechtkammern um so freundlicher empfangen."<ref>Günther Widuelle: ''Das ist Kronshagener Geschichte'', Kronshagen aktuell, 1/78, S.7</ref>
 
Ebenfalls zu den Genossen der ersten Stunde gehörte der Vater von [[Karl Mückenheim]]. [[Karl Mückenheim|Karl]] berichtet von einer SPD, "die damals vor den ersten Weltkrieg, "hier auf dem Lande" nur ein kleines Häuflein gemiedener Sozis war. Wenn der kleine [[Karl Mückenheim|Karl]] damals seinem Vater beim Verteilen der Flugblätter half, mußte er Angst haben, mit Hunden vom Hof gehetzt zu werden; dafür wurde er in den Knechtkammern um so freundlicher empfangen."<ref>Günther Widuelle: ''Das ist Kronshagener Geschichte'', Kronshagen aktuell, 1/78, S.7</ref>
  
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Die Quellenlage zu Suchsdorf stützt diese Version einer zeitweiligen Union jedoch nicht. Allerdings gibt es eine Fahne einer Reichsbanner-Gliederung Kronshagen-Suchsdorf.
 
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Die erste Sitzung des Ortsvereins nach der NS-Diktatur, in der der alte Vorstand in seinen Ämtern bestätigt wurde, fand am [[15. Dezember|15.]] oder [[16. Dezember]] [[1945]] statt. Neu dabei war [[Walter Müller]], der spätere Baudezernet der Gemeinde Kronshagen. [[1945]] setzte die britische Militärregierung einen mit wenig Rechten ausgestatteten Gemeindedirektor an Stelle eines Bürgermeisters als Chef der Gemeindeverwaltung ein. Mit [[Klaus Gerke]] als Gemeindedirektor und [[Walter Müller]] als Stellvertreter standen zwei Genossen an der Spitze der Gemeinde.  
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Die erste Sitzung des Ortsvereins nach der NS-Diktatur fand am 16.12.[[1945]] statt. An diesem Tag worden alleine 92 Genossen aufgenommen, die Mehrzahl bestand aus Genossen, die bereits vor [[1933]] Parteimitglied waren. Bis zum März [[1946]], der offiziellen Wiedergründung des Ortsvereins Kronshagen, war die Zahl der Mitglieder auf 222 gestiegen, und wuchs bis Ende [[1950]] auf 425 an. Dieser Mitgliederbestand teilte sich in 250 Altgenossen (davon 68 Genossen, die schon während der Kaiserzeit Mitglied in der SPD waren) und 175 Neueintritte.<ref>Mitgliederdatei des OV Kronshagen von [[1945]] bis [[1950]]</ref>
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Neu dabei war [[Walter Müller]], der spätere Baudezernet der Gemeinde Kronshagen. [[1945]] setzte die britische Militärregierung einen mit wenig Rechten ausgestatteten Gemeindedirektor an Stelle eines Bürgermeisters als Chef der Gemeindeverwaltung ein. Mit [[Klaus Gerke]] als Gemeindedirektor und [[Walter Müller]] als Stellvertreter standen zwei Genossen an der Spitze der Gemeinde.  
  
 
[[Walter Weskamp]] hatte ab [[1946]] als sogenannter Organisationsleiter der SPD die Aufgabe, die ehemaligen Genossen aufzusuchen und wieder in die Partei aufzunehmen. Im gleichen Jahr begründete er zusammen mit [[Walter Schütt]] und seiner Frau [[Erika Weskamp]] die [[Falken]] neu. Bis Mitte der 70er Jahre gab es die [[Falken]] in Kronshagen. Bei der Betreuung der unterschiedlichen Gruppen hat sich besonders [[Lisa Schlapkohl]] verdient gemacht.
 
[[Walter Weskamp]] hatte ab [[1946]] als sogenannter Organisationsleiter der SPD die Aufgabe, die ehemaligen Genossen aufzusuchen und wieder in die Partei aufzunehmen. Im gleichen Jahr begründete er zusammen mit [[Walter Schütt]] und seiner Frau [[Erika Weskamp]] die [[Falken]] neu. Bis Mitte der 70er Jahre gab es die [[Falken]] in Kronshagen. Bei der Betreuung der unterschiedlichen Gruppen hat sich besonders [[Lisa Schlapkohl]] verdient gemacht.

Version vom 13. Juni 2019, 12:31 Uhr

SPD-Logo-Foto.PNG

Der Ortsverein Kronshagen ist eine Gliederung im Kreisverband Rendsburg-Eckernförde. Der Ortsverein Kopperpahl und Umgebung wies bereits 1908 130 Mitglieder auf, war während der Weimarer Republik aktiv und wurde im März 1946 offiziell als Ortsverein Kronshagen wiedergegründet.

Gründung & Kaiserzeit

Seit dem 1.10.1889 bestand der Amtsbezirk Kronshagen. Dieser umfasste die Dörfer Kronshagen, Kopperpahl, Suchsdorf, Ottendorf, Hassee mit Winterbek (bis 1910) und Hasseldieksdamm (bis 1910), Russee und Wik (bis 1893) samt den Gütern Schwartenbek und Projensdorf (bis 1896).[1] Erst 1893 wurde Kopperpahl ein Ortsteil in der Gemeinde Kronshagen. Die städtebauliche Entwicklung begann in den 1890er Jahren in Kopperpahl mit größeren Mietshäusern entlang der Eckernförder Chaussee, erst danach wurde der alte Dorfkern in Kronshagen entwickelt. Seit 1902 ist ein SPD-Ortsverein Winterbek-Hassee und seit 1908 SPD-Ortsverein Kopperpahl und Umgebung innerhalb dieses Amtsbezirks nachweisbar. 1910 hatte Kronshagen (mit Kopperpahl) gerade einmal 973 Einwohner.[2] Deshalb ist es nachvollziehbar, dass ein Teil der 198 Mitglieder von 1910 im OV Kopperpahl und Umgebung von außerhalb Kronshagens stammten.

In seinen Erinnerungen Damals in Kronshagen schreibt Walter Weskamp, dass seine Eltern mit ihm und seinem Bruder 1913 von Kiel nach Kronshagen in die Kieler Str. 179 gezogen seien. "[3] Sein Vater Josef Weskamp (* 8.7.1881, † 12.4.1951) war seit 1906 Mitglied in der SPD, in der freien Turnerschaft, im Konsum und im Reichsbanner und saß für die SPD im Amtsausschuss.[4]

Die späteren Vorstandsmitglieder Hermann Andritzki (* 26.3.1892, † ??, SPD Mitglied seit 1916), Franz Piehotzki (* 9.1.1888, † ??, SPD Mitglied seit 1913) und Emil Struck (* 3.5.1885, † ??, SPD Mitglied seit 1905) waren bereits in der Kaiserzeit SPD Mitglieder.[5]

Ebenfalls zu den Genossen der ersten Stunde gehörte der Vater von Karl Mückenheim. Karl berichtet von einer SPD, "die damals vor den ersten Weltkrieg, "hier auf dem Lande" nur ein kleines Häuflein gemiedener Sozis war. Wenn der kleine Karl damals seinem Vater beim Verteilen der Flugblätter half, mußte er Angst haben, mit Hunden vom Hof gehetzt zu werden; dafür wurde er in den Knechtkammern um so freundlicher empfangen."[6]

Weimarer Republik

Auch in Kopperpahl wurde 1918 ein Arbeiterrat gegründet. So schreibt die Volks-Zeitung:

"Kopperpahl und Umgebung, 15. November. Einsetzung eines Arbeiterrates Eine am Donnerstag nach längerer Pause wieder einmal tagende Mitgliederversammlung des Sozialdemokratischen Ortsvereins war außerordentlich stark besucht, auch von geladenen Gästen. Nach kurzen Ansprachen des Genossen Fröhlich vom Arbeiterrat und des Genossen Götze vom Soldatenrat Kiel wurde für den hiesigen Vereinsbezirk ein aus zehn Personen zusammengesetzter Arbeiterrat gebildet, der sich demnächst konstituieren und näheres noch bekannt geben wird. Nach Aufnahme von 27 neuen Mitgliedern wurde Genosse Bolow und die Genossin Frey in den Vorstand gewählt, der nunmehr vollständig ist. Die Versammlungen werden nunmehr wieder allmonatlich abgehalten."
Volks-Zeitung, Feb 1919

Weiter erinnert sich Walter Weskamp:

"Einwerfen muß ich hier, daß es schon lange in Kronshagen einen Arbeiter-Turnverein gab. Bald nach unserer Ankunft im Ort [dies war 1919] meldete unser Vater [meinen Bruder Herbert und mich] dort an. Regelmäßig sind wir dann wöchentlich einmal zum Turnen in die Turnhalle gegangen."

Für das Jahr 1924 erinnert er sich:

"Im gleichen Jahr riefen zwei junge Kronshagener [dies waren Bruno Hempel und Reinhold Prehn] die Arbeiter-Jugend ins Leben. Jahre haben wir an den wöchentlichen Zusammenkünften teilgenommen. Aus dieser Vereinigung gingen später die Roten Falken hervor." Im Sommer 1929 gründeten dann Otto Hillmann (1. Vorsitzender) und Walter Weskamp (2. Vorsitzender) die Sozialistische-Arbeiter-Jugend in Kronshagen.
"Mit meinen Geschwistern und weiteren Jugendlichen waren wir dann bis zur Zwangsauflösung 1933 eine recht aktive Gemeinschaft. Absolut gegen den Krieg eingestellt, war es doch besonders tragisch, daß neben Otto noch vier weitere Freunde aus diesem Kreis gefallen sind."[7]

In Kronshagen gab es während der Weimarer Zeit zwei Konsum-Einkaufsgenossenschaften, die von den Genossen Ludwig Flick und Erich Borgward betrieben wurden. 1932 war es u.a. Aufgabe der Mitglieder des Reichsbanners, die Konsum-Stellen und die Wahlkampfplakate zu bewachen und zu schützen. So wurde bis 1 Uhr nachts regelmäßig patrouilliert.[8]

1927, mit 20 Jahren, trat Walter Schütt in die SPD ein. Vier Jahre später wurde auch Walter Weskamp Mitglied. Er wurde 1932 zum Schriftführer gewählt.

NS-Zeit

Kurz nach der Machtübernahme in 1933 wurde auch die Partei in Kronshagen verboten. Walter Weskamp als Schriftführer hatte die Unterlagen der Partei nicht vernichtet, sie fielen der Polizei in die Hände. Allerdings, so Walter, enthielten diese ja keine Geheimnisse. In der damaligen Zeit kannte ja eh jeder jeden. Nur Franz Piehotzki erhielt 2 Jahre Arbeitsverbot, danach durfte er wieder als als Torpedoschlosser arbeiten. Weitere Nachteile für die Genossen sind nicht bekannt.

1937 konnten die jeweiligen Filialleiter der Konsum-Einkaufsgenossenschaften (Allgemeiner Kieler-Konsumverein) die Läden käuflich erwerben.[9]

Die Fahne des Reichsbanner überlebte eingenäht in ein Prunkkissen bei dem Genossen Karl Mückenheim. Heute hängt sie im Fraktionszimmer der SPD im Rathaus Kronshagen.

Walter berichtet, dass sein Vater Josef Weskamp einige Wochen lang einen Kommunisten, den Genossen Schlegel aus Oppendorf, bei sich in der Gartenbude versteckt hatte.[10]

Neugründung und jüngere Geschichte

Thomas Weers schreibt in der Chronik 1996:

"Die in der Gemeindevertretung aktiven Sozialdemokraten und einige weitere wie z.B. Franz Piehotzki und Hermann Andritzki bildeten den kleinen Kreis derer, die im März 1946 den SPD Ortsverein Kronshagen-Suchsdorf wieder gründeten. [...] Der erste Vorstand nach dem Krieg ist identisch mit den letzten vor 1933: Vorsitz Franz Piehotzki, Stellvertreter Hermann Andritzki, Kassierer Emil Struck, Schriftführer Franz Piehotzki."

Die Quellenlage zu Suchsdorf stützt diese Version einer zeitweiligen Union jedoch nicht. Allerdings gibt es eine Fahne einer Reichsbanner-Gliederung Kronshagen-Suchsdorf.

Die erste Sitzung des Ortsvereins nach der NS-Diktatur fand am 16.12.1945 statt. An diesem Tag worden alleine 92 Genossen aufgenommen, die Mehrzahl bestand aus Genossen, die bereits vor 1933 Parteimitglied waren. Bis zum März 1946, der offiziellen Wiedergründung des Ortsvereins Kronshagen, war die Zahl der Mitglieder auf 222 gestiegen, und wuchs bis Ende 1950 auf 425 an. Dieser Mitgliederbestand teilte sich in 250 Altgenossen (davon 68 Genossen, die schon während der Kaiserzeit Mitglied in der SPD waren) und 175 Neueintritte.[11]

Neu dabei war Walter Müller, der spätere Baudezernet der Gemeinde Kronshagen. 1945 setzte die britische Militärregierung einen mit wenig Rechten ausgestatteten Gemeindedirektor an Stelle eines Bürgermeisters als Chef der Gemeindeverwaltung ein. Mit Klaus Gerke als Gemeindedirektor und Walter Müller als Stellvertreter standen zwei Genossen an der Spitze der Gemeinde.

Walter Weskamp hatte ab 1946 als sogenannter Organisationsleiter der SPD die Aufgabe, die ehemaligen Genossen aufzusuchen und wieder in die Partei aufzunehmen. Im gleichen Jahr begründete er zusammen mit Walter Schütt und seiner Frau Erika Weskamp die Falken neu. Bis Mitte der 70er Jahre gab es die Falken in Kronshagen. Bei der Betreuung der unterschiedlichen Gruppen hat sich besonders Lisa Schlapkohl verdient gemacht.

Am 25. September 1946 trat der erste gewählte Gemeinderat zusammen. Die SPD hatte mit 10 Sitzen gegen 7 Sitze der CDU und einen Vertreter der KPD die absolute Mehrheit erreicht.

1974 gründete Wolfgang Weskamp mit "Kronshagen aktuell" eine eigene Ortszeitung der SPD Kronshagen, die 33 Jahre lang in der Regel vierteljährig erschien und kostenlos in alle Haushalte verteilt wurde. Seit 1985 hieß sie "Kontakte" und danach "ROTOR".

Ebenfalls 1974 wurde Ida Petersen (11.11.1909 - 07.01.1998) als erste Frau zur Ehrenbürgerin der Gemeinde Kronshagen ernannt.

Am 30. September 1977 wurde die AsF Kronshagen gegründet. Zur 1. Vorsitzende wurde Lianne Paulina-Mürl gewählt. Neben speziellen Veranstaltungen wurde einmal in Monat ein Stammtisch und zweimal jährlich eine Kinderkleider- und Spielzeugbörse durchgeführt.

Erstmals in Schleswig-Holstein wurde 1985 die goldene JUSO-Ehrennadel vom JUSO-Kreisvorstand Rendsburg-Eckernförde an Volker Lötzsch, Kronshagen, verliehen. "Er habe isich, so Ulrich Erdmann als Vertreter des JUSO-Kreisvorstandes bei der Verleihung, um den Aufbau und Erhalt der JUSO-AG Kronshagen und darüber hinaus um die JUSO-Arbeit im Kreis besonders verdient gemacht."[12]

Bis 1991 waren die Genossen aus Ottendorf im OV Kronshagen integriert. Danach wurde unter tatkräftiger Mithilfe von Ingrid Weskamp und Thomas Engel ein eigenständiger Ortsverein Ottendorf gegründet.

1993 kam es zu personellen Veränderungen im OV-Vorstand, da vier Vorstandsmitglieder ihre Ämter niederlegten, wegen der im Bonner Asylkompromiß angestrebten faktischen Abschaffung des Asylrechts auch für politisch Verfolgte.[13]

1998 fand erstmals eine Direktwahl für das Amt des Bürgermeisters in Kronshagen statt. Malte Hübner-Berger kandidierte für die SPD und erreichte mit 48,9% ein sehr gutes Ergebnis bei der Stichwahl gegen den amtierenden Bürgermeister Wolf-Dietrich Wilhelms.

Nach über dreißig Jahren in der Kommunalpolitik schied Cord-Peter Lubinski 2003 aus der Gemeindevertretung aus. Aus diesem Anlass wurde ihm die Ehrenbürgerwürde verliehen. Seit 1976 war er ununterbrochen Vorsitzender der SPD-Fraktion. Sein Schwerpunkt lag immer beim Finanz- und Hauptausschuss, um so Gestaltungsspielräume für das kommunale Ehrenamt zu sichern. Daneben war er von 1978 - 1990 als Mitglied des Kreistages im Bereich Wirtschaft und Verkehr und im Kreisausschuss tätig.

Gegenwart (ab 2003)

Am 14. April 2011 wurde Cord-Peter Lubinski zum Ehrenvorsitzenden des OV Kronshagen gewählt. Aus diesem Anlass wurde ihm die Willy-Brandt-Gedenkmedaille überreicht.[14]

bekannte Mitglieder im SPD OV Kronshagen

Vorstände

Von Bis Vorsitz Stellvertretung Kasse Schriftführung Weitere
seit 9.2. 2017 [15] Robert Schall Frank Petzold, Johannes Reimann Wolfgang Weskamp Andreas Bahnsen Anja Bull, Simon Bull (bis 2018), Börge Lumma, Katrin Stegemann, Siegfried Waschko, Gaby Weber (ab 2018)
2015[16] 2017 Johannes Reimann Katrin Stegemann, Simon Bull Wolfgang Weskamp Andreas von Bredow Christoph Baumann
2013[17] 2015 Johannes Reimann Robert Schuster, Simon Bull Wolfgang Weskamp Georg Lentsch Eicke Paysen, Norbert Scharbach, Andreas von Bredow, Frank Petzold
2011[18] 2013 Johannes Reimann Robert Schuster, Dr. Gabrielle Romig Wolfgang Weskamp Georg Lentsch Eicke Paysen, Norbert Scharbach
2009 2011 Es wurde kein Vorsitzender gewählt, alle Stellvertreter arbeiteten gleichberechtigt Georg Lentsch, Daniel Martinen, Lasse Menpel, Frank Nehls, Johannes Reimann, Robert Schuster Eric B. Ludwig
2004 2009 Lars Warnemünde ? Helmut Ulbrand ? ?
2000 2004 Malte Hübner-Berger Dirk Albat ? ? ?
1998[19] 2000 Malte Hübner-Berger Ida Ketelhut, Eicke Paysen Christel Kahl-Treede Thomas Weers Margarete Haller, Petra Laffin-Schulze, Theo Sakmirda, Karl-August Möller, Heinz Liebscher
1993[20] 1998 Wolfgang Weskamp Malte Hübner-Berger, Claus-Peter Lorenzen Achim Lausmann Margarete Haller Gabriele Fechner, Petra Laffin-Schulze, Rainer Paasch-Beeck
1990[21] 1993 Ingrid Weskamp Margarete Haller, Norbert Scharbach Achim Lausmann Wolfgang Weskamp Christiane Huneke, Eicke Paysen, Elisabeth Ratzow, Klaus-Dieter Flath, Wilfried Lütjens, Thomas Sommer, Peter Tietjens
198? 1990 Helmut Huneke ? ? ? ?
1982 198? Dieter Reyher ? ? ? ?
1978 1982 Dr. Joachim Meyer-Delius ? ? ? ?
1977 1978 Günter Widulle ? Ruth Widulle ? Walter Jansen1978
1976 1977 Gerd Bruhn Wolfgang Weskamp ? ? ?
1968 1974? Günter Scheller ? ? ? ?
196? 196? Werner Kühn ? ? ? ?
1955 195? Helmut Pech ? ? ? ?
1945 1955 Franz Piehotzki Hermann Andritzki Emil Struck Walter Weskamp, ab August 1946 Ida Petersen ab August 1946 Walter Weskamp als Organisationsbeauftragter
1933 1945 SPD verboten
1932 1933 Franz Piehotzki Hermann Andritzki Emil Struck Walter Weskamp

SPD Fraktionsvorsitzende Gemeindevertretung

Fraktionsvorsitzende
Günter Widulle (19?? bis 1976), Cord-Peter Lubinski (1976 bis 2003), Malte Hübner-Berger (2003 bis 2005), Dirk Albat (2005 bis 2010), Marja-Leena Tourminen-Flath (2010 bis ??), Gunnar Heintze (ab ??)

Vertreter des OV Kronshagen im Kreistag

Kronshagener Vertreter im Kreistag (Kreistagskandidaten werden kursiv; Kreistagsabgeordnete werden fett dargestellt)
Walter Schütt, Gerd Bruhn, Cord-Peter Lubinski (1978 bis 1990), Thomas Engel, Achim Lausmann, Frank Nehls, Eicke Paysen (bürgerl. Mitglied), Frank Petzold (bürgerl. Mitglied)

Literatur

Quellen

  1. Arthur Gloy: Das alte Amt Kronshagen, S. 94 f.
  2. Detlef Gäde: Aus der Geschichte Kronshagens, in Hrsg. Gemeinde Kronshagen: Kronshagen. Beginn * Entwicklung * Gegenwart (o.O. 1971), S. 20 ff.
  3. Walter Weskamp: Damals in Kronshagen (unveröffentlicht), S. 1
  4. Transkription eines Interviews von Thomas Weers mit Walter und Erika Weskamp am 8.11.1985 zur Geschichte des SPD Ortsvereins und der AWO in Kronshagen
  5. Mitgliederdatei des OV Kronshagen von 1945 bis 1950
  6. Günther Widuelle: Das ist Kronshagener Geschichte, Kronshagen aktuell, 1/78, S.7
  7. Walter Weskamp: Damals in Kronshagen, S. 2 f.
  8. Transkription eines Interviews von Thomas Weers mit Walter und Erika Weskamp am 8.11.1985 zur Geschichte des SPD Ortsvereins und der AWO in Kronshagen
  9. Heinz Meier: Die Eckernförder Straße in Kopperpahl(unveröffentlicht), S. 6
  10. Transkription eines Interviews von Thomas Weers mit Walter und Erika Weskamp am 8.11.1985 zur Geschichte des SPD Ortsvereins und der AWO in Kronshagen
  11. Mitgliederdatei des OV Kronshagen von 1945 bis 1950
  12. Kontakte, Dez. 1985, S. 5
  13. "Vorstand neu gewählt", Kontakte März 1993, Seite4
  14. Protokoll zur JHV des Ortsvereins Kronshagen vom 14.4.2011
  15. SPD Kronshagen wählt neuen Vorstand, Presseinformation, 10.2.2017
  16. Mitgliederbrief zur Vorstandswahl des Ortsvereins Kronshagen am 9.5.2015
  17. Presseerklärung zur Vorstandswahl des Ortsvereins Kronshagen am 13.6.2013
  18. Protokoll zur JHV des Ortsvereins Kronshagen 14.4.2011
  19. Kontakte. Sozialdemokratische Bürgerzeitung für Kronshagen, Juni 1998, S. 11
  20. Kontakte. Sozialdemokratische Bürgerzeitung für Kronshagen, März 1993, S. 4
  21. Kontakte. Sozialdemokratische Bürgerzeitung für Kronshagen, Juni 1990, S. 10