Steffen Etzel

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Steffen Etzel
Steffen Etzel
Steffen Etzel
Geboren: 10. November 1948
Gestorben: 3. Januar 1997

Steffen Etzel, * 10. November 1948 in Hilders in der Rhön im Landkreis Fulda, † 3. Januar 1997 auf Avernakö, eine Insel in der "Dänischen Südsee", Gemeinde Faaborg/Dänemark; drei mal verheiratet, eine Tochter aus 1. Ehe. Geschäftsführer, Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Von 1994 - 1967 absolvierte Steffen Etzel bei der Firma Schrag KG, Apparatebau in Ebersbach-Fils eine Lehre zum Industriekaufmann. In dieser Zeit wohnte er in Roßwälden. Nach der Ausbildung ging er für vier Jahre bis 1971 zur Marine in Kiel. Er war bei einer Marineinstandsetzungskompanie im Bereich Materialbeschaffung eingesetzt. Sein letzter Dienstgrad war Obermaat. An die Bundeswehrzeit schloss sich bis 1972 eine einjährige Tätigkeit in der Verwaltung der Stadtwerke Kiel AG an. Während dieser Zeit absolvierte er ein BWL-Studium.[1].

1972 wurde er Nachfolger von Friedrich 'Fiete' Hinz Geschäftsführer des AWO-Kreisverbandes Kiel. Bis zu seinem frühen Tod war er zusammen mit der Vorsitzenden Silke Reyer dessen prägende Figur. Sein Wirken bei der AWO hatte das Ziel, konkrete Verbesserungen der Lebenssituation für Kinder- und Jugendliche, Familien, ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger, Behinderte sowie alte und pflegebedürftige Menschen durchzusetzen. Sein soziales Handeln war innovativ und mutig. Als er Geschäftsführer der AWO-Kiel wurde, hatte der Kreisverband 5 Mitarbeiter, 1997 380 in 30 Einrichtungen; darunter 13 Kinderhäuser, 1 Strandkindergarten, das Bürgerzentrum Räucherei in Gaarden und der Jugendbauernhof in Mettenhof. Er war Vorsitzender und Geschäftsführer des Vereins Kieler Jugenderholung, Mitglied im Verein Stiftung Jugend in Kiel und Vorstandsmitglied im Förderverein Krusenkoppel e.V. [2].Er gehörte für die Wohlfahrtsverbände dem Jugendhilfeausschuß der Ratsversammlung an. Viele Jahre arbeitete er im Arbeitskreis Jugend und Soziales der SPD-Fraktion mit.

Fraktionsvorsitzender Eckehard Raupach würdigte Steffen Etzel mit den Worten:

"Mit Steffen Etzel sind fast drei Jahrzehnte sozialpolitische Impulse für diese Stadt verbunden. Er hat die Arbeiterwohlfahrt in Kiel zu einer zeitgemäßen Organisation der sozialen Arbeit geformt und hat die Sozialarbeit in dieser Stadt erneuert. Von der Förderung der Kinderladenbewegung bis zum Bau von Großraum-Kindertagesstätten mit ihrer neuen Offenheit für die Bedürfnisse von Kindern wurde die vorschulische Arbeit in Kiel belebt. Die Umgestaltung von Falckenstein hat neue ganzjährige Bildungs- und Erholungsmöglichkeiten geschaffen. Mit dem Jugendbauernhof in Mettenhof und der Räucherei in Gaarden sind für Kiel ganz neue Wege in der Jugend- und Kulturarbeit gefunden worden. Der Räucherei ist es nahezu
konfliktfrei gelungen, einen Kulturtreff für Kiel mit einem sozialen Treffpunkt für Gaarden zu verbinden. Das Konzept der Altenarbeit wurde durch Impulse der AWO verändert - durch ambulante Dienste, durch die Neuentdeckung des Reizes des Lernens und durch Ermutigung zum Selbstbewußtsein und zur Selbstgestaltung. Der Stadt fehlt mit Steffen Etzel ein prägender Impulsgeber, der AWO fehlt der gestaltende Geschäftsführer und der SPD-Fraktion fehlt ein eigenwilliger, treuer und guter Freund."[3].

Zur Erinnerung an seine Verdienste stiftete der AWO-Kreisverband Kiel nach seinem Tode den "Steffen Etzel Förderpreis". Der Preis soll für besondere Initiativen im sozialen Bereich der Landeshauptstadt Kiel vergeben werden. Mit ihm soll die Selbsthilfe Kieler Bürgerinnen und Bürger zur Bewältigung sozialer Notstände unterstützt werden. Die zu fördernden Projekte sollen in besonderer Weise dem Gemeinwesen dienen. Die Höhe der Förderung beträgt 2.500 Euro.

Der Preis sollte alle zwei Jahre, erstmals 2006, ausgelobt werden[4], wurde bisher allerdings nur wenige Male vergeben.

Quellen

  1. AWO Kreisverband Kiel
  2. AWO Kreisverband Kiel, Presseinformation ohne Datum
  3. SPD-Ratsfraktion Kiel, Pressemitteilung, 9.1.1997
  4. AWO Kiel Bewerbung für den Steffen Etzel Förderpreis, ohne Datum