Johannes Kröger
Johannes Kröger
| Geboren: | 31. Juli 1876 in Rausdorf |
| Gestorben: | 15. November 1940 in Dachau |
Jochim Johannes Kröger, 31. Juli 1876 in Rausdorf/Krs. Stormarn, † 15. November 1940 im KZ Dachau; Schmied. Mitglied der SPD.[1]
Leben & Beruf
Jochim Johannes Kröger[2] wuchs auf dem Gutshof Siek auf und lernte in Schönningstedt bei Schierholz das Schmiedehandwerk. Danach arbeitete er in der Ziegelei Tonwerk in Wohltorf, später in der Nagelfabrik in Lohbrügge.
Im Juli 1903 heiratete er Anna Dorothea Adele Siemsen aus Ohe († 1936). Das Paar bekam zwei Kinder, Sohn Otto und eine Tochter. Er baute ein Haus in Schönningstedt.
Vermutlich schon früh schloss er sich der Gewerkschaft an.
Er war ein begeisterter Radfahrer und betätigte sich in seiner Freizeit auch als Imker.
Partei & Politik
Johannes Kröger engagierte sich in der Sozialdemokratie - ab wann, ist bisher nicht ermittelt. Erstmals wird er im September 1922 als gewählter Gemeindevertreter in Schönningstedt erwähnt. Von 1928 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 war er Gemeindevertreter der Gesamtgemeinde Schönningstedt.
NS-Herrschaft
Er war ein Gegner der NS-Ideologie und soll einige SA-Männer mit der Gartenharke von seinem Grundstück verjagt haben. Er verweigerte die Anpassung und die Kooperation mit dem Regime. Im Mai 1940 wurde er für das Hören von "Feindsendern" denunziert und verhaftet. Zuerst war er in Fuhlsbüttel und Lübeck inhaftiert, wo noch Besuch von Verwandten möglich war, wurde aber schließlich trotz seines fortgeschrittenen Alters in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Von dort schrieb er:
"Mir geht es schlecht. Ich habe Lungenentzündung. Ich werde wohl nicht wiederkommen."
Er starb am 15. November 1940 in Dachau. Die Urne mit seiner Asche gelangte auf dem Dienstweg nach Reinbek.
Sein Sohn wurde ebenfalls verhaftet, konnte jedoch überleben. Nach seiner Entlassung musste er Militärdienst leisten.
Gedenken
Die Straße, in der Johannes Kröger sein Haus baute, heißt heute Johannes-Kröger-Weg. Am 9. Oktober 2006 wurde vor dem Haus 3a, seinem ehemaligen Wohnhaus, ein Stolperstein für ihn verlegt.
Literatur & Links
- Biografie Johannes Kröger, Wikipedia: Liste der Stolpersteine in Reinbek
- Geschichts- und Museumsverein Reinbek: Wege Straßen, Brücken und Plätze in Reinbek
- Reinbek Lexikon: Foto Johannes Kröger
Einzelnachweise
- ↑ Biografie Johannes Kröger, Wikipedia: Liste der Stolpersteine in Reinbek, abgerufen 11.6.2026. Auf dieser Biografie beruht, soweit nicht anders angegeben, der vorliegende Eintrag.
- ↑ So sein voller Name lt. Geschichts- und Museumsverein Reinbek: Wege Straßen, Brücken und Plätze in Reinbek, abgerufen 11.6.2026

