Hans Prox: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
Zeile 9: Zeile 9:
}}
}}


'''Hans Ernst Jakob Prox''' * [[26. September]] [[1892]] in Wilster, † [[13. Februar]] [[1945]] KZ Neuengamme; Bauarbeiter, Maurerpolier, Kommunalpolitiker. Mitglied der SPD.<ref>Dieser Artikel basiert auf [https://www.spd-wilster.de/index.php?mod=article&op=show&nr=20522 zwei] [https://www.spd-wilster.de/index.php?mod=content&menu=1003&page_id=151 Artikeln] der SPD Wilster.</ref>
'''Hans Ernst Jakob Prox''' * [[26. September]] [[1892]] in Wilster, † [[13. Februar]] [[1945]] im KZ Neuengamme; Bauarbeiter, Maurerpolier. Mitglied der SPD.<ref>Dieser Artikel basiert, soweit nicht anders angegeben, auf der [https://www.spd-wilster.de/index.php?mod=content&menu=1003&page_id=151 Historie] der SPD Wilster.</ref>


Hans Prox wurde [[1892]] in Wilster geboren und arbeitete später als Maurerpolier. Politisch engagierte er sich früh in der SPD und war Vorsitzender des Bauarbeitervereins in Wilster. Zudem war er gewähltes Mitglied im Stadtrat.  
Hans Prox wurde [[1892]] in Wilster geboren, machte eine Maurerlehre und arbeitete später als Maurerpolier. Politisch engagierte er sich früh in der SPD und war Vorsitzender des Bauarbeitervereins in Wilster. Zudem war er gewähltes Mitglied im Stadtrat.  


Nach der Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten [[1933]] geriet Hans Prox aufgrund seiner politischen Tätigkeit ins Visier der neuen Machthaber. Am [[8. März]] [[1933]] wurde er auf dem Marktplatz in Wilster verhaftet, da man ihm vorwarf, Material bei sich zu führen, das angeblich die "Sicherheit des NS-Staates" gefährde. Noch am selben Tag wurde er vorübergehend wieder freigelassen, jedoch stand er fortan unter ständiger Beobachtung.
Nach der Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten [[1933]] geriet Hans Prox aufgrund seiner politischen Tätigkeit ins Visier der neuen Machthaber. Am [[8. März]] [[1933]] wurde er auf dem Marktplatz in Wilster verhaftet. Man warf ihm vor, Material bei sich zu führen, das angeblich die "Sicherheit des NS-Staates" gefährde. Noch am selben Tag wurde er vorübergehend wieder freigelassen, jedoch stand er fortan unter ständiger Beobachtung.


In den folgenden Jahren musste Hans Prox mehrmals Verfolgung und kurze Inhaftierungen über sich ergehen lassen, die seine politische Tätigkeit stark einschränkten. Über mögliche Aktivitäten im Widerstand ist wenig bekannt, jedoch galt er den Nationalsozialisten weiterhin als Gegner des Regimes.
In den folgenden Jahren musste Hans Prox mehrmals Verfolgung und kurze Inhaftierungen über sich ergehen lassen, die seine politische Tätigkeit stark einschränkten. Über mögliche Aktivitäten im Widerstand ist wenig bekannt, jedoch galt er den Nationalsozialisten weiterhin als Gegner des Regimes.


Im Zuge der sogenannten "[[Aktion Gewitter]]" im Jahr [[1944]], einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Kräfte nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler, wurde Hans Prox erneut verhaftet. Er gehörte zu den vielen Sozialdemokraten und anderen Regimekritikern, die nach dem Attentat des [[20. Juli]] [[1944]] inhaftiert wurden. Im Rahmen dieser Aktion wurde er ins Konzentrationslager Neuengamme deportiert, wo er die Häftlingsnummer 43364 erhielt.
Im Zuge der sogenannten "[[Aktion Gewitter]]" im Jahr [[1944]], einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Kräfte nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom [[20. Juli]] [[1944]], wurde Hans Prox erneut verhaftet. Im Rahmen dieser Aktion wurde er ins Konzentrationslager Neuengamme deportiert, wo er die Häftlingsnummer 43364 erhielt.


Am [[13. Februar]] [[1945]] starb Hans Prox unter den katastrophalen Bedingungen des Lagers. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht dokumentiert, doch die Zustände im Lager führten häufig zu Unterernährung, Misshandlungen und Krankheiten, die den Tod der Häftlinge zur Folge hatten.
Am [[13. Februar]] [[1945]] starb Hans Prox unter den katastrophalen Bedingungen des Lagers. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht dokumentiert, doch die Zustände im Lager führten häufig zu Unterernährung, Misshandlungen und Krankheiten, die den Tod der Häftlinge zur Folge hatten.


==Ehrungen==
==Ehrungen==
Am [[14. Oktober]] [[2020]] verlegte der Künstler Gunter Demnig vor dem Wilsteraner Alten Rathaus 4 [[Stolperstein|Stolpersteine]]. Einer davon erinnert an Hans Prox.
Am [[14. Oktober]] [[2020]] verlegte der Künstler Gunter Demnig vor dem Wilsteraner Alten Rathaus 4 [[Stolperstein|Stolpersteine]]. Einer davon erinnert an Hans Prox.<ref>SPD Wilster: ''[https://www.spd-wilster.de/index.php?mod=article&op=show&nr=20522 Gunter Demnig verlegt Stolpersteine in Wilster]'', Homepage, 14.10.2020</ref>


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
<references />
[[Kategorie:Ortsverein Wilster]]
[[Kategorie:Ortsverein Wilster]]
[[Kategorie:Kreisverband Steinburg]]
[[Kategorie:Kreisverband Steinburg]]
[[Kategorie:Widerstand]]
[[Kategorie:Widerstand]]
[[Kategorie:Stolperstein]]
[[Kategorie:Stolperstein]]

Version vom 17. November 2024, 05:17 Uhr

Noch kein Foto vorhanden
Noch kein Foto vorhanden
Hans Prox
Geboren: 26. September 1892
Gestorben: 13. Februar 1945

Hans Ernst Jakob Prox * 26. September 1892 in Wilster, † 13. Februar 1945 im KZ Neuengamme; Bauarbeiter, Maurerpolier. Mitglied der SPD.[1]

Hans Prox wurde 1892 in Wilster geboren, machte eine Maurerlehre und arbeitete später als Maurerpolier. Politisch engagierte er sich früh in der SPD und war Vorsitzender des Bauarbeitervereins in Wilster. Zudem war er gewähltes Mitglied im Stadtrat.

Nach der Übergabe der Macht an die Nationalsozialisten 1933 geriet Hans Prox aufgrund seiner politischen Tätigkeit ins Visier der neuen Machthaber. Am 8. März 1933 wurde er auf dem Marktplatz in Wilster verhaftet. Man warf ihm vor, Material bei sich zu führen, das angeblich die "Sicherheit des NS-Staates" gefährde. Noch am selben Tag wurde er vorübergehend wieder freigelassen, jedoch stand er fortan unter ständiger Beobachtung.

In den folgenden Jahren musste Hans Prox mehrmals Verfolgung und kurze Inhaftierungen über sich ergehen lassen, die seine politische Tätigkeit stark einschränkten. Über mögliche Aktivitäten im Widerstand ist wenig bekannt, jedoch galt er den Nationalsozialisten weiterhin als Gegner des Regimes.

Im Zuge der sogenannten "Aktion Gewitter" im Jahr 1944, einer Verhaftungswelle gegen oppositionelle Kräfte nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944, wurde Hans Prox erneut verhaftet. Im Rahmen dieser Aktion wurde er ins Konzentrationslager Neuengamme deportiert, wo er die Häftlingsnummer 43364 erhielt.

Am 13. Februar 1945 starb Hans Prox unter den katastrophalen Bedingungen des Lagers. Die genauen Umstände seines Todes sind nicht dokumentiert, doch die Zustände im Lager führten häufig zu Unterernährung, Misshandlungen und Krankheiten, die den Tod der Häftlinge zur Folge hatten.

Ehrungen

Am 14. Oktober 2020 verlegte der Künstler Gunter Demnig vor dem Wilsteraner Alten Rathaus 4 Stolpersteine. Einer davon erinnert an Hans Prox.[2]

Einzelnachweise

  1. Dieser Artikel basiert, soweit nicht anders angegeben, auf der Historie der SPD Wilster.
  2. SPD Wilster: Gunter Demnig verlegt Stolpersteine in Wilster, Homepage, 14.10.2020