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Version vom 4. Oktober 2014, 13:11 Uhr

Hermann Lüdemann
Hermann Lüdemann
Hermann Lüdemann
Geboren: 5. September 1880
Gestorben: 27. Mai 1959

Hermann Lüdemann, * 5. August 1880 in Lübeck, † 27. Mai 1959 in Kiel; Ingenieur. Er war von 1947 bis 1949 Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein.

  • Fraktionsvorsitzender im Arbeiter- und Soldatenrat Berlin 1918-1919
  • Mitglied der verfassunggebenden preußischen Landesversammlung 1919–1921
  • Mitglied des preußischen Landtags 1921 – 1929, preußischer Finanzminister 29. März 1920 - 21. April 1921
  • Regierungspräsident in Lüneburg 1927 – 1928
  • Oberpräsident von Niederschlesien 1928 – 1933
  • Häftling in den KZs Dürrgoy, Esterwegen und Lichtenburg 1933 – 1935
  • Verbindung zum Widerstandskreis um Wilhelm Leuschner, Julius Leber und Carlo Mierendorff, erneute Verhaftung, KZs Ravensbrück und Sachsenhausen 1944 – 1945
  • In der Wiederaufbauphase Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident des Landes Schleswig-Holstein 1946 – 1947
  • erster gewählter Ministerpräsident des Landes 1947 – 1949
  • Landtagsabgeordneter 1946 – 1958.

Seine politischen Schwerpunkte lagen in der Modernisierung der Wirtschaft und Infrastruktur des Landes, idealerweise durch ein Bundesland 'Unterelbe' (unter Einbeziehung von Hamburg und nördlichen Randgebieten Niedersachsens), in der Integration und Verbesserung der Lebensbedingungen der Flüchtlinge und Vertriebenen, die Schleswig-Holsteins Bevölkerungszahl nahezu verdoppelten, und im Ausgleich mit Dänemark und der südlich der Grenze lebenden dänischen Minderheit, eine Politik, die 1955 in den "Bonn-Kopenhagener Erklärungen" gipfelte.

Mitglied des Parlamentarischen Rates 1948–1949.

Die Trauerrede für Hermann Lüdemann hielt Prof. Carlo Schmid.

Möwenhaus

Einen Skandal löste Lüdemann 1949 aus, als er den Ausbau eines Gästehauses, des "Möwenhauses" (in der "Seeburg" am Düsternbrooker Weg), seinem Schwiegersohn übertrugt und dabei das Budget deutlich überzogen wurde. Der Vorgang hatte sogar Auswirkungen auf die Bundestagswahl 1949. Der SPIEGEL zitierte die Schleswig-Holsteinische Volkszeitung:

"Am Morgen nach der Wahl gab Lüdemanns Regierungsorgan die SPD-Wahlniederlage offen zu. Mit Hieb auf die Wähler: 'Man schämt sich beinahe, zu denken, daß in einer Wahl, die um das Schicksal Deutschlands ging, eine Angelegenheit, wie das Möwenhaus eine derartige Rolle spielen konnte. Nur muß eine Regierung, die sich in einer so schwierigen Lage befindet, Ungeschicklichkeiten besonders eifrig und sorgfältig vermeiden.'"[1]

Ehrungen

Seit 2006 ist in Preetz, wo Lüdemann von 1947 bis 1959 lebte, eine Straße nach ihm benannt.

Literatur

  • Rolf Fischer: Hermann Lüdemann und die deutsche Demokratie (Neumünster 2006)

Links

Quelle