SPD Mecklenburg-Vorpommern: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SPD Geschichtswerkstatt
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
 
(8 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Die [[SPD Mecklenburg-Vorpommern]] ein Nachbar-Landesverband der SPD Schleswig-Holstein. Er wurde nach dem Ende der DDR am [[9. März]] [[1990]] gegründet. Die SPD Schleswig-Holstein half organisatorisch und personell beim Aufbau. Der Spitzenkandidat zur ersten Landtagswahl war der Schleswig-Holsteiner [[Klaus Klingner]].
Die '''SPD Mecklenburg-Vorpommern''' ist ein Nachbar-Landesverband der [[Landesverband|SPD Schleswig-Holstein]]. Er wurde nach dem Ende der DDR am [[9. März]] [[1990]] gegründet. Die SPD Schleswig-Holstein half organisatorisch und personell beim Aufbau. Der Spitzenkandidat zur ersten Landtagswahl war der Schleswig-Holsteiner [[Klaus Klingner]].


== Rechenschaftsbericht 1989-1991 ==
Noch vor dem Fall der Mauer wurde am [[7. Oktober]] [[1989]] die [https://de.wikipedia.org/wiki/Sozialdemokratische_Partei_in_der_DDR Sozialdemokratischen Partei in der DDR] (SDP) gegründet - die Ost-Sozialdemokratie löste sich damit aus der Zwangvereinigung mit der KPD zur SED. Die Schleswig-Holsteinische SPD beobachtete die Vorgänge jenseits der Grenze. Der Kieler Bundestagsabgeordnete [[Norbert Gansel]] erklärte am [[10. Oktober]] in einer Pressemitteilung:
"Unter allen Aktivitäten des SPD-Landesverbands nahm die Unterstützung der SPD in Mecklenburg-Vorpommern im Jahre [[1990]] einen besonderen Platz ein.  
:[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1990-0306-029, Hagenow, SPD-Wahlkundgebung, Björn Engholm.jpg|mini|Björn Engholm bei einer SPD-Wahlkundgebung in Schwerin, 6. März 1990]]"Unter den gegebenen Umständen können wir ihnen keine organisatorische und finanzielle Hilfe geben. Aber die Umstände können sich ändern. Wir werden jedenfalls nicht nur zusehen, ob das zarte Pflänzchen wächst. Und wir bleiben erst recht keine kühlen Beobachter, wenn dieses Pflänzchen zertreten werden sollte. Wir erwarten von der DDR-Führung, daß sich die Sozialdemokraten und anderen oppositionellen Kräfte in der DDR frei äußern und organisieren können. Wir verlangen von der Führung der DDR, daß wir mit unseren Gesinnungsfreunden in der DDR ungehindert Kontakt aufnehmen und einen freien Meinungsaustausch führen können. Das wäre ein vernünftiges Zeichen für die Dialogbereitschaft der SED nach innen und außen."<ref>Zitiert in: SPD Schleswig-Holstein - Rechenschaftsbericht 1989-1991</ref>


Bereits im Dezember [[1989]] entstanden erste Kontakte zwischen dem Landesvorstand und der SPD, Bezirk Schwerin. Dem folgten zahlreiche Kontakte zwischen den Gliederungen des Landesverbands Schleswig-Holstein und neugegründeten Ortsgruppen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vordergrund der ersten Monate des Jahres 1990 stand die Hilfe bei der Büroausstattung, bei der Erstellung von Flugblättern und sonstigen Druckerzeugnissen und bei der Schulung von Mitgliedern. In diesem Zusammenhang führte der SPD-Landesverband drei Wochenendseminare für Mitglieder der SPD Mecklenburg-Vorpommern mit zusammen mehr als 150 Teilnehmern durch. Des weiteren führte die SGK zusammen mit dem SPD-Landesvorstand ein Wochenendseminar für angehende Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern in Trappenkamp durch. Bei allen drei Wahlkämpfen (Volkskammerwahl, Kommunalwahl, Landtagswahl) half der SPD-Landesverband, aber auch die Kreisverbände und Ortsvereine mit Material, bei der Durchführung von Veranstaltungen und durch personelle Unterstützung.
Auf dem Parteitag am [[26. September|26.]]/[[27. September]] [[1990]] [[Vereinigungsparteitag|vereinigte]] sich die SPD der DDR mit der westdeutschen SPD. Auch der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern entstand.


Nach der Gründung des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern und der Auflösung der ursprünglichen drei Bezirksverbände leistete der SPD-Landesverband auch personelle Unterstützung in Form von drei hauptamtlichen Mitarbeitern, die ab [[1. August]] [[1990]] bis zum [[31. Januar]] [[1991]] in Rostock, Neubrandenburg bzw. Schwerin tätig waren. Darüber hinaus erfolgte Beratungstätigkeit für Kommunalpolitiker im Einzelfall durch Genossen aus Schleswig-Holstein im Auftrag des SPD-Landesverbandes.
==Rechenschaftsbericht 1989-1991==
:"Unter allen Aktivitäten des SPD-Landesverbands nahm die Unterstützung der SPD in Mecklenburg-Vorpommern im Jahre [[1990]] einen besonderen Platz ein.


Besonders massiv war die Unterstützung im Landtagswahlkampf für den Spitzenkandidaten [[Klaus Klingner]].  
:Bereits im Dezember [[1989]] entstanden erste Kontakte zwischen dem Landesvorstand und der SPD, Bezirk Schwerin. Dem folgten zahlreiche Kontakte zwischen den Gliederungen des Landesverbands Schleswig-Holstein und neugegründeten Ortsgruppen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vordergrund der ersten Monate des Jahres [[1990]] stand die Hilfe bei der Büroausstattung, bei der Erstellung von Flugblättern und sonstigen Druckerzeugnissen und bei der Schulung von Mitgliedern. In diesem Zusammenhang führte der SPD-Landesverband drei Wochenendseminare für Mitglieder der SPD Mecklenburg-Vorpommern mit zusammen mehr als 150 Teilnehmern durch. Des weiteren führte die SGK zusammen mit dem SPD-Landesvorstand ein Wochenendseminar für angehende Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern in Trappenkamp durch. Bei allen drei Wahlkämpfen (Volkskammerwahl, Kommunalwahl, Landtagswahl) half der SPD-Landesverband, aber auch die Kreisverbände und Ortsvereine mit Material, bei der Durchführung von Veranstaltungen und durch personelle Unterstützung.
[[Datei:Klaus_Klingner_Spitzenkandidat_bei_der_LTW_in_M-V_1990.JPG|links|mini|259x259px|Klaus Klingner als Spitzenkandidat]]
:Nach der Gründung des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern und der Auflösung der ursprünglichen drei Bezirksverbände leistete der SPD-Landesverband auch personelle Unterstützung in Form von drei hauptamtlichen Mitarbeitern, die ab [[1. August]] [[1990]] bis zum [[31. Januar]] [[1991]] in Rostock, Neubrandenburg bzw. Schwerin tätig waren. Darüber hinaus erfolgte Beratungstätigkeit für Kommunalpolitiker im Einzelfall durch Genossen aus Schleswig-Holstein im Auftrag des SPD-Landesverbandes.


Am [[6. Januar]] [[1991]] trafen die geschäftsführenden Landesvorstände der SPD Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in Lübeck zusammen, um über die weitere Zusammenarbeit zu beraten. Sie vereinbarten die Fortsetzung
:Besonders massiv war die Unterstützung im Landtagswahlkampf für den Spitzenkandidaten [[Klaus Klingner]].
der Unterstützung, insbesondere auf dem Feld der Bildungsarbeit.


Als erfreuliches Zeichen der guten Zusammenarbeit kann gewertet werden, daß nach wie vor zahlreiche Beziehungen zwischen den Ortsvereinen bestehen, die oftmals in den ersten Wochen der neugegründeten SPD in Mecklenburg-Vorpommern entstanden sind.
:Am [[6. Januar]] [[1991]] trafen die geschäftsführenden Landesvorstände der SPD Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in Lübeck zusammen, um über die weitere Zusammenarbeit zu beraten. Sie vereinbarten die Fortsetzung der Unterstützung, insbesondere auf dem Feld der Bildungsarbeit.


Durch einen Aufruf des SPD-Landesvorstands im [[Vorwärts]] konnten im übrigen neue Partnerschaften initiiert werden."<ref>SPD Schleswig-Holstein - Rechenschaftsbericht 1989-1991</ref>
:Als erfreuliches Zeichen der guten Zusammenarbeit kann gewertet werden, daß nach wie vor zahlreiche Beziehungen zwischen den Ortsvereinen bestehen, die oftmals in den ersten Wochen der neugegründeten SPD in Mecklenburg-Vorpommern entstanden sind.


== Links ==
:Durch einen Aufruf des SPD-Landesvorstands im [[Vorwärts]] konnten im übrigen neue Partnerschaften initiiert werden."<ref>SPD Schleswig-Holstein - Rechenschaftsbericht 1989-1991</ref>
* {{Wikipedia}}


== Quelle ==
== Lokale Partnerschaften ==
Unter anderen sind zu nennen die Beziehungen der [[Kreisverband Kiel|Kieler SPD]] nach [[Kontakte zwischen der SDP/SPD Stralsund und der SPD Kiel 1989/1990|Stralsund]] und die Unterstützung der SPD Güstrow durch eine Gruppe aus dem [[Ortsverein Kronshagen]] um [[Marta Sakmirda|Marta]] und [[Theodor Sakmirda I|Theo Sakmirda]].
 
==Links==
*{{Wikipedia}}
 
==Einzelnachweise==
<references />
<references />

Aktuelle Version vom 25. September 2024, 00:32 Uhr

Die SPD Mecklenburg-Vorpommern ist ein Nachbar-Landesverband der SPD Schleswig-Holstein. Er wurde nach dem Ende der DDR am 9. März 1990 gegründet. Die SPD Schleswig-Holstein half organisatorisch und personell beim Aufbau. Der Spitzenkandidat zur ersten Landtagswahl war der Schleswig-Holsteiner Klaus Klingner.

Noch vor dem Fall der Mauer wurde am 7. Oktober 1989 die Sozialdemokratischen Partei in der DDR (SDP) gegründet - die Ost-Sozialdemokratie löste sich damit aus der Zwangvereinigung mit der KPD zur SED. Die Schleswig-Holsteinische SPD beobachtete die Vorgänge jenseits der Grenze. Der Kieler Bundestagsabgeordnete Norbert Gansel erklärte am 10. Oktober in einer Pressemitteilung:

Björn Engholm bei einer SPD-Wahlkundgebung in Schwerin, 6. März 1990
"Unter den gegebenen Umständen können wir ihnen keine organisatorische und finanzielle Hilfe geben. Aber die Umstände können sich ändern. Wir werden jedenfalls nicht nur zusehen, ob das zarte Pflänzchen wächst. Und wir bleiben erst recht keine kühlen Beobachter, wenn dieses Pflänzchen zertreten werden sollte. Wir erwarten von der DDR-Führung, daß sich die Sozialdemokraten und anderen oppositionellen Kräfte in der DDR frei äußern und organisieren können. Wir verlangen von der Führung der DDR, daß wir mit unseren Gesinnungsfreunden in der DDR ungehindert Kontakt aufnehmen und einen freien Meinungsaustausch führen können. Das wäre ein vernünftiges Zeichen für die Dialogbereitschaft der SED nach innen und außen."[1]

Auf dem Parteitag am 26./27. September 1990 vereinigte sich die SPD der DDR mit der westdeutschen SPD. Auch der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern entstand.

Rechenschaftsbericht 1989-1991

"Unter allen Aktivitäten des SPD-Landesverbands nahm die Unterstützung der SPD in Mecklenburg-Vorpommern im Jahre 1990 einen besonderen Platz ein.
Bereits im Dezember 1989 entstanden erste Kontakte zwischen dem Landesvorstand und der SPD, Bezirk Schwerin. Dem folgten zahlreiche Kontakte zwischen den Gliederungen des Landesverbands Schleswig-Holstein und neugegründeten Ortsgruppen in Mecklenburg-Vorpommern. Im Vordergrund der ersten Monate des Jahres 1990 stand die Hilfe bei der Büroausstattung, bei der Erstellung von Flugblättern und sonstigen Druckerzeugnissen und bei der Schulung von Mitgliedern. In diesem Zusammenhang führte der SPD-Landesverband drei Wochenendseminare für Mitglieder der SPD Mecklenburg-Vorpommern mit zusammen mehr als 150 Teilnehmern durch. Des weiteren führte die SGK zusammen mit dem SPD-Landesvorstand ein Wochenendseminar für angehende Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker aus Mecklenburg-Vorpommern in Trappenkamp durch. Bei allen drei Wahlkämpfen (Volkskammerwahl, Kommunalwahl, Landtagswahl) half der SPD-Landesverband, aber auch die Kreisverbände und Ortsvereine mit Material, bei der Durchführung von Veranstaltungen und durch personelle Unterstützung.
Klaus Klingner als Spitzenkandidat
Nach der Gründung des Landesverbands Mecklenburg-Vorpommern und der Auflösung der ursprünglichen drei Bezirksverbände leistete der SPD-Landesverband auch personelle Unterstützung in Form von drei hauptamtlichen Mitarbeitern, die ab 1. August 1990 bis zum 31. Januar 1991 in Rostock, Neubrandenburg bzw. Schwerin tätig waren. Darüber hinaus erfolgte Beratungstätigkeit für Kommunalpolitiker im Einzelfall durch Genossen aus Schleswig-Holstein im Auftrag des SPD-Landesverbandes.
Besonders massiv war die Unterstützung im Landtagswahlkampf für den Spitzenkandidaten Klaus Klingner.
Am 6. Januar 1991 trafen die geschäftsführenden Landesvorstände der SPD Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein in Lübeck zusammen, um über die weitere Zusammenarbeit zu beraten. Sie vereinbarten die Fortsetzung der Unterstützung, insbesondere auf dem Feld der Bildungsarbeit.
Als erfreuliches Zeichen der guten Zusammenarbeit kann gewertet werden, daß nach wie vor zahlreiche Beziehungen zwischen den Ortsvereinen bestehen, die oftmals in den ersten Wochen der neugegründeten SPD in Mecklenburg-Vorpommern entstanden sind.
Durch einen Aufruf des SPD-Landesvorstands im Vorwärts konnten im übrigen neue Partnerschaften initiiert werden."[2]

Lokale Partnerschaften

Unter anderen sind zu nennen die Beziehungen der Kieler SPD nach Stralsund und die Unterstützung der SPD Güstrow durch eine Gruppe aus dem Ortsverein Kronshagen um Marta und Theo Sakmirda.

Links

Einzelnachweise

  1. Zitiert in: SPD Schleswig-Holstein - Rechenschaftsbericht 1989-1991
  2. SPD Schleswig-Holstein - Rechenschaftsbericht 1989-1991