Hermann Jäger: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Hermann Jäger''' * [[1915]]<ref>Er wurde 1932 ermordet. Berichtet wurde, dass er 17 gewesen sei.</ref> † [[25. Juli]] [[1932]] in Friedrichskoog; Schiffsjunge.
'''Hermann Jäger''' * [[1915]]<ref>Er wurde 1932 ermordet. Berichtet wurde, dass er 17 gewesen sei.</ref> † [[25. Juli]] [[1932]] in Friedrichskoog; Schiffsjunge. Mitglied imm [[Reichsbanner]].


Eine Kundgebung der [[Reichsbanner|Eisernen Front]] in [[Ortsverein Friedrichskoog|Friedrichskoog]] mit [[Louise Schroeder]] wurde von angereisten Nazis gesprengt. Anschließend provozieren die schwer bewaffneten Nazis einen Kampf, in dem der 17-jährige Schiffsjunge und [[Reichsbanner|Reichsbannermann]] Hermann Jäger erstochen wurde und mehrere seiner Kameraden schwer verletzt wurden.
Eine Kundgebung der [[Reichsbanner|Eisernen Front]] in [[Ortsverein Friedrichskoog|Friedrichskoog]] mit der Spitzenkandidatin für Schleswig-Holstein [[Louise Schroeder]] wurde von angereisten Nazis gesprengt. Anschließend provozierten die schwer bewaffneten Nazis einen Kampf, in dem der 17-jährige Schiffsjunge und [[Reichsbanner|Reichsbannermann]] Hermann Jäger erstochen wurde und mehrere seiner Kameraden schwer verletzt wurden.


In einem Bericht von einer Gedenkveranstaltung 1947 schildert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) den Ablauf: "Der andere ein 16-jähriger Junge, wurde nach Zerschlagung seiner Gliedmaßen auf seinen Beinstumpen gegen die Wand gestellt und hohnlachend gefragt: "Warum schreist du denn so?" Danach wurde er durch Herzstich getötet.<ref name=":0">Dietrich Stein: ''[https://www.akens.org/akens/texte/info/57/Bauer_Stein.pdf Lynchmord in der Südermarsch. Der Tod Adolf Bauers 1932 in Rösthusen bei Marne]'', in: Informationen zur Schleswig-Holstseinischen Zeitgeschichte 57/58 (Winter 2016 / Winter 2017). (S. 6-91)</ref>
In einer Gedenkveranstaltung [[1947]] schilderte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) den Ablauf des Mordes:  
<blockquote>"Der andere, ein 16-jähriger Junge, wurde nach Zerschlagung seiner Gliedmaßen auf seinen Beinstumpen gegen die Wand gestellt und hohnlachend gefragt: 'Warum schreist du denn so?' Danach wurde er durch Herzstich getötet."<ref>''Norddeutsches Echo'', 12.7.1947. Abschrift, zitiert in Stein, Dietrich: ''[https://www.akens.org/akens/texte/info/57/Bauer_Stein.pdf Lynchmord in der Südermarsch. Der Tod Adolf Bauers 1932 in Rösthusen bei Marne]''. In: ''Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte'' 57/58 (Winter 2016 / Winter 2017), S. 6-91, hier S. 45</ref> </blockquote>


Nach dem Mord wurden 32 Personen von dem Altonaer Landgericht angeklagt. 23 von ihnen wurden zu Strafen von vier Monaten Gefängnis bis zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Ein Jugendlicher bekam nur drei Monaten Gefängnis unter Strafaussetzung.<ref name=":0" />
Wegen des Kampfes, in dessen Verlauf Hermann Jäger zu Tode kam, wurden im September vom Altonaer Sondergericht in [[Ortsverein Meldorf|Meldorf]] 32 Personen angeklagt. 23 von ihnen wurden verurteilt.<ref>Stein, Dietrich: ''[https://www.akens.org/akens/texte/info/57/Bauer_Stein.pdf Lynchmord in der Südermarsch. Der Tod Adolf Bauers 1932 in Rösthusen bei Marne]'', in: ''Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte'' 57/58 (Winter 2016 / Winter 2017), S. 6-91, hier S. 84</ref> Der Staatsanwalt verurteilte
<blockquote>"nicht nur die Tat als solche, sondern auch die ihr zugrunde liegende Gesinnung [...]. Für den Menschen, der nicht durch parteipolitischen Fanatismus blind sei, sei es einfach unvorstellbar, dass 200 bis 250 schleswig-holsteinische Bauern acht bis zehn ihrer Landsleute überfallen, bestialisch mißhandeln und sogar einen Mord begehen, nur weil diese eine andere politische Meinung haben. Die Nationalsozialisten hätten ohne jeden Grund auf die Fischer geschossen; es sei nach der Beweisaufnahme ausgeschlossen, dass die Fischer zuerst geschossen haben, wie auch die Gewalttaten in der Fabrik ohne jeglichen Grund erfolgt seien."<ref name=":0">''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19320917/page/7 Zuchthaus für die Mörder von Friedrichskoog]'', ''Hamburger Echo'', 17.9.1932, S. 7</ref></blockquote>
 
Zwei als "Rädelsführer" eingestufte Nazis erhielten je zwei Jahre, ein dritter anderthalb Jahre Zuchthaus wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung; die übrigen wurden wegen einfachen Landfriedensbruchs zu geringeren Strafen verurteilt. Ob unter ihnen [[Reichsbanner]]-Leute waren, ist aus dem Beericht nicht ersichtlich. Zum Schluss erklärte das Gericht sein Bedauern darüber, dass diejenigen, die den 17-Jährigen getötet hätten, "noch nicht ausfindig gemacht werden konnten und somit noch straffrei seien".<ref name=":0" />


==Einzelnachweise==
==Einzelnachweise==
<references />
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[[Kategorie:Widerstand]]
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[[Kategorie:Kreisverein Süderdithmarschen]]
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[[Kategorie:Reichsbanner]]
[[Kategorie:Reichsbanner]]

Version vom 4. März 2026, 05:55 Uhr

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Hermann Jäger
Geboren: 1. Januar 1915
Gestorben: 25. Juli 1932

Hermann Jäger * 1915[1]25. Juli 1932 in Friedrichskoog; Schiffsjunge. Mitglied imm Reichsbanner.

Eine Kundgebung der Eisernen Front in Friedrichskoog mit der Spitzenkandidatin für Schleswig-Holstein Louise Schroeder wurde von angereisten Nazis gesprengt. Anschließend provozierten die schwer bewaffneten Nazis einen Kampf, in dem der 17-jährige Schiffsjunge und Reichsbannermann Hermann Jäger erstochen wurde und mehrere seiner Kameraden schwer verletzt wurden.

In einer Gedenkveranstaltung 1947 schilderte die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) den Ablauf des Mordes:

"Der andere, ein 16-jähriger Junge, wurde nach Zerschlagung seiner Gliedmaßen auf seinen Beinstumpen gegen die Wand gestellt und hohnlachend gefragt: 'Warum schreist du denn so?' Danach wurde er durch Herzstich getötet."[2]

Wegen des Kampfes, in dessen Verlauf Hermann Jäger zu Tode kam, wurden im September vom Altonaer Sondergericht in Meldorf 32 Personen angeklagt. 23 von ihnen wurden verurteilt.[3] Der Staatsanwalt verurteilte

"nicht nur die Tat als solche, sondern auch die ihr zugrunde liegende Gesinnung [...]. Für den Menschen, der nicht durch parteipolitischen Fanatismus blind sei, sei es einfach unvorstellbar, dass 200 bis 250 schleswig-holsteinische Bauern acht bis zehn ihrer Landsleute überfallen, bestialisch mißhandeln und sogar einen Mord begehen, nur weil diese eine andere politische Meinung haben. Die Nationalsozialisten hätten ohne jeden Grund auf die Fischer geschossen; es sei nach der Beweisaufnahme ausgeschlossen, dass die Fischer zuerst geschossen haben, wie auch die Gewalttaten in der Fabrik ohne jeglichen Grund erfolgt seien."[4]

Zwei als "Rädelsführer" eingestufte Nazis erhielten je zwei Jahre, ein dritter anderthalb Jahre Zuchthaus wegen schweren Landfriedensbruchs in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung; die übrigen wurden wegen einfachen Landfriedensbruchs zu geringeren Strafen verurteilt. Ob unter ihnen Reichsbanner-Leute waren, ist aus dem Beericht nicht ersichtlich. Zum Schluss erklärte das Gericht sein Bedauern darüber, dass diejenigen, die den 17-Jährigen getötet hätten, "noch nicht ausfindig gemacht werden konnten und somit noch straffrei seien".[4]

Einzelnachweise

  1. Er wurde 1932 ermordet. Berichtet wurde, dass er 17 gewesen sei.
  2. Norddeutsches Echo, 12.7.1947. Abschrift, zitiert in Stein, Dietrich: Lynchmord in der Südermarsch. Der Tod Adolf Bauers 1932 in Rösthusen bei Marne. In: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte 57/58 (Winter 2016 / Winter 2017), S. 6-91, hier S. 45
  3. Stein, Dietrich: Lynchmord in der Südermarsch. Der Tod Adolf Bauers 1932 in Rösthusen bei Marne, in: Informationen zur Schleswig-Holsteinischen Zeitgeschichte 57/58 (Winter 2016 / Winter 2017), S. 6-91, hier S. 84
  4. 4,0 4,1 Zuchthaus für die Mörder von Friedrichskoog, Hamburger Echo, 17.9.1932, S. 7