Volksverein: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Volksverein''' war eine bis zum Verbot der [[Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands|Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands]] durch das [[Sozialistengesetz]] [[1878]] übliche Bezeichnung für eine lokale sozialdemokratische Organisation. Diese Vereine gab es in Schleswig-Holstein u.a. in [[Ortsverein Wandsbek|Wandsbek]], [[Ortsverein Ottensen|Ottensen]], [[Ortsverein Altona|Altona]], [[Kreisverband Flensburg|Flensburg]], [[Kreisverband Neumünster|Neumünster]] und [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Kiel]]<ref>Hamburgischer Correspondet 12. Oktober 1878, S. 3</ref>. Eine andere verbreitete Bezeichnung war '''Wahlverein''', zum Beispiel in [[Ortsverein Rendsburg|Rendsburg]]<ref>Harburger Anzeiger und Nachrichten 28. Oktober 1878, S. 1</ref>. Diese Vereine waren formell unabhängig, da (noch bis 1899) ein überörtliches Verbindungsverbot für politische Vereine bestand. Ihre politische Ausrichtung war jedoch jedermann bekannt und wurde auch in der bürgerlichen Presse genannt. | '''Volksverein''' war eine bis zum Verbot der [[Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands|Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands]] durch das [[Sozialistengesetz]] [[1878]] übliche Bezeichnung für eine lokale sozialdemokratische Organisation. Diese Vereine gab es in Schleswig-Holstein u.a. in [[Ortsverein Wandsbek|Wandsbek]], [[Ortsverein Ottensen|Ottensen]], [[Ortsverein Altona|Altona]], [[Kreisverband Flensburg|Flensburg]], [[Kreisverband Neumünster|Neumünster]] und [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Kiel]]<ref>Hamburgischer Correspondet 12. Oktober 1878, S. 3</ref>. Eine andere verbreitete Bezeichnung war '''Wahlverein''', zum Beispiel in [[Ortsverein Rendsburg|Rendsburg]]<ref>Harburger Anzeiger und Nachrichten 28. Oktober 1878, S. 1</ref>. Diese Vereine waren formell unabhängig, da (noch bis 1899) ein überörtliches Verbindungsverbot für politische Vereine bestand. Ihre politische Ausrichtung war jedoch jedermann bekannt und wurde auch in der bürgerlichen Presse genannt. Sie stellten (erfolglos) Kandidaten für die Kommunalwahlen auf, z.B. 1877 in Altona und Kiel.<ref>[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1762960893_18771106/page/3 Hamburg-Altonaer Volksblatt 6. November 1877, S. 3, Sp. 4]</ref> | ||
Nach [[1890]] nannten sich die örtlichen Organisationen meist ''[[Sozialdemokratischer Verein]]'', aber mancherorts schienen weiterhin „beschönigende“ Bezeichnungen angeraten, weil dort der Repressionsdruck besonders hoch war. | Nach [[1890]] nannten sich die örtlichen Organisationen meist ''[[Sozialdemokratischer Verein]]'', aber mancherorts schienen weiterhin „beschönigende“ Bezeichnungen angeraten, weil dort der Repressionsdruck besonders hoch war. | ||
Version vom 13. März 2025, 22:41 Uhr
Volksverein war eine bis zum Verbot der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands durch das Sozialistengesetz 1878 übliche Bezeichnung für eine lokale sozialdemokratische Organisation. Diese Vereine gab es in Schleswig-Holstein u.a. in Wandsbek, Ottensen, Altona, Flensburg, Neumünster und Kiel[1]. Eine andere verbreitete Bezeichnung war Wahlverein, zum Beispiel in Rendsburg[2]. Diese Vereine waren formell unabhängig, da (noch bis 1899) ein überörtliches Verbindungsverbot für politische Vereine bestand. Ihre politische Ausrichtung war jedoch jedermann bekannt und wurde auch in der bürgerlichen Presse genannt. Sie stellten (erfolglos) Kandidaten für die Kommunalwahlen auf, z.B. 1877 in Altona und Kiel.[3]
Nach 1890 nannten sich die örtlichen Organisationen meist Sozialdemokratischer Verein, aber mancherorts schienen weiterhin „beschönigende“ Bezeichnungen angeraten, weil dort der Repressionsdruck besonders hoch war.
Sie können als direkte Vorläufer der heutigen Ortsvereine (bzw. in den kreisfreien Städten der Kreisverbände) betrachtet werden.
- ↑ Hamburgischer Correspondet 12. Oktober 1878, S. 3
- ↑ Harburger Anzeiger und Nachrichten 28. Oktober 1878, S. 1
- ↑ Hamburg-Altonaer Volksblatt 6. November 1877, S. 3, Sp. 4
