Windenergie
"Die Windenergie kann in der Landwirtschaft ein neues und zukunftsträchtiges Standbein sein," sagte Energieminister Günther Jansen 1991 dem SPIEGEL[1]. In diesem Jahr trat das erste Gesetz über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz in Kraft, das festschrieb, dass alternativ erzeugter Strom von den Versorgern abgenommen und bezahlt werden muss. Erst dadurch wurden Windkraftanlagen zu Investitionen. Damals gab es in Schleswig-Holstein ganze 230 Windkraftanlagen.
Der Kampf für mehr Windenergie hatte da schon eine längere Tradition in der SPD Schleswig-Holstein. Nach dem Mitte der 1970er beschlossenen Ausstieg aus der Atomkraft, machte sich die SPD Schleswig-Holstein auf die Suche nach Alternativen. Auf dem Landesparteitag 1979 beschloss sie einen Leitantrag zur Energiepolitik mit einer umfangreichen Liste mit Vorschlägen.[2] Darunter waren mehrere zur Förderung der Windkraft. 1984 beantragte der Ortsverein Niebüll die zeitlich befristete Förderung der Windkraft - der Landesparteitag stimmte zu.[3]. Damals aber war die SPD in Bund und Land in der Opposition, und so tat sich wenig. Die Situation änderte sich erst mit der Regierungsübernahme in Schleswig-Holstein 1988.
1992 formulierte Günther Jansen das Ziel für das Land, 2010 20% des Eigenbedarfes aus dem Wind zu gewinnen. Dies wurde bereits im September 2001 erreicht - die Zahl der Windkraftanlagen hatte sich in 10 Jahren verzehnfacht.
Im Jahr 2000 löste die SPD-geführte Bundesregierung das alte Einspeisegesetz ab durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das den Vorrang der erneuerbaren Energien festschrieb. Die SPD Schleswig-Holstein hatte entsprechende Forderungen gestellt.
Entwicklung
| Jahr | Anzahl Windkraftanlagen | Leistung (MW) | kW/WEA |
|---|---|---|---|
| < | 100 | 7 | 70 |
| 1991 | 343 | 59 | 172 |
| 1993 | 662 | 153 | 231 |
| 1995 | 1196 | 426 | 356 |
| 1997 | 1495 | 603 | 403 |
| 1999 | 1866 | 941 | 504 |
| 2001 | 2305 | 1502 | 652 |
| 2003 | 2547 | 1952 | 766 |
| 2005 | 2594 | 2179 | 840 |
| 2007 | 2423 | 2565 | 945 |
| 2009 | 2593 | 2717 | 1048 |
| 2011 | 2609 | 3145 | 1205 |
Quelle: Landwirtschaftskammer[4]
Literatur
- Klaus Rave / Bernhard Richter: Im Aufwind: Schleswig-Holsteins Beitrag zur Entwicklung der Windenergie (Neumünster 2008), ISBN 978-3-529-05429-7
Quellen
- ↑ DER SPIEGEL 38/1991 "Mäuse rubbeln"
- ↑ Beschlussdatenbank: Energiepolitik
- ↑ Beschlussdatenbank: S4: Strom durch Windenergie (1984)
- ↑ Landwirtschaftskammer zitiert in: "Regionalökonomische Effekte der Nutzung von Windenergie in Schleswig-Holstein"
