Arbeitergesangsverein Eintracht

Der Arbeitergesangsverein Eintracht wurde 1896 von Arbeitern in Elmshorn gegründet.

Geschichte

Über 200 Sänger und Sängerinnen wies dieser Gesangverein in seiner Blütezeit auf. Es gab mehrere Übungsabende in der Woche für seine unterschiedlichen Chöre. Höhepunkt waren die jährlichen Großkonzerte im Frühjahr und im Herbst, die auf großen Sälen stattfanden, etwa in der Gaststätte Carlstal von Fritz Petersen, dem 1932 gewählten sozialdemokratischen Bürgermeister, oder in der Reit- und Fahrschule.

Gesungen wurden große Chorwerke, z. B. Beethovens 9. Sinfonie. Der Chor war auch an großen Aufführungen in Hamburg beteiligt, wenn die auswärtigen Chorleiter, die die Elmshorner Chöre betreuten und leiteten, dort große Aufführungen veranstalteten, z.B. in der Hamburger Musikhalle (heute Laeiszhalle).

Selbstverständlich war auch, daß der Arbeitergesangsverein immer dort auftrat, wo Partei und Gewerkschaften öffentliche Kundgebungen machten oder zu besonderen Anlässen zusammenkamen. Der 1. Mai brachte damals die gesamte Elmshorner Arbeiterschaft auf die Beine, und das waren in der roten Industriestadt Elmshorn, nicht wenige. Auch die Verbindung zur Partei war eng.[1]

In den 1960er Jahren endete die Geschichte des Elmshorner Arbeitergesangsvereins Eintracht.

Das Banner

Mit dem Banner des Arbeitergesangsvereins von 1896, dem Volkschor Eintracht, hat eines der wertvollsten Stücke aus der Elmshorner Arbeiterkultur seinen Platz im dortigen Heimatmuseum gefunden.

Das Banner wurde 1902, sechs Jahre nach der Gründung der 'Eintracht', geweiht. Es war bei einer Hamburger Firma hergestellt worden; ergänzende Seitenstücke wurden später von Elmshorner Frauen genäht und gestickt. Der Zustand der Fahne ist noch ausgezeichnet, zumal angesichts ihrer abenteuerlichen Geschichte während des Faschismus.

Es ist dem Genossen Hermann Kölln vom Sandberg zu verdanken, daß es dieses alte Banner noch gibt. Der hatte sich 1921 dem Volkschor angeschlossen. Zusammen mit vier anderen Arbeitern aus dem Verein vergrub Hermann Kölln die Fahne noch rechtzeitig vor der Herrschaft der Faschisten 1933 nachts in einem Zinksarg auf einem Grundstück in der Amandastraße. Er erzählte, dass sie über einen Meter tief graben mußten, damit sie genügend Sand unter die Schaufel bekamen.

Über 12 Jahre blieb geheim, wo das Banner lag, niemand hat es erzählt. Und als der Faschismus vertrieben war, holten Hermann Kölln und seine Freunde die Fahne wieder an die Elmshorner Öffentlichkeit. Im April/Mai 1945, den genauen Tag weiß er nicht mehr, wurde das Banner ausgegraben; bei der zentralen Sammelstelle, wo es vorgezeigt werden mußte, gab es beinahe noch eine Verwechslung des Fahnenstocks, der auch kunstvoll verziert war. Aber Hermann Kölln konnte ihn zielsicher aus einer Reihe anderer Stöcke herausfinden.[2]

Quellen

  1. SPD-Ortsverein Elmshorn: 120 Jahre SPD Elmshorn. Eine Chronik (Elmshorn 1983)
  2. SPD-Ortsverein Elmshorn: 120 Jahre SPD Elmshorn. Eine Chronik (Elmshorn 1983)