Ortsverein Rahlstedt

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Traditionsfahne

Der Ortsverein Rahlstedt war eine Gliederung im Kreisverband Stormarn. Soweit ermittelt, bestand er unter diesem Namen seit 1927, als die Gemeinde Rahlstedt aus den Gemeinden Alt-Rahlstedt, Neu-Rahlstedt, Oldenfelde, Meiendorf sowie dem Ortsteil Lohe der Gemeinde Tonndorf-Lohe gebildet worden war.

Durch das "Groß-Hamburg-Gesetz" wurde Rahlstedt 1937 zu einem Stadtteil der Hansestadt. Nach der NS-Herrschaft wurde der Ortsverein als Gliederung der Landesorganisation Hamburg neu gegründet.

Geschichte

Unmittelbarer Vorgänger des Ortsvereins war der Ortsverein Alt-Rahlstedt und Umgegend, welcher mindestens seit Anfang des Jahrhunderts bestand. Diesem schloss sich ein Teil der Mitglieder aus dem aufgelösten Ortsverein Tonndorf-Lohe an.[1]

Über die Gründung berichtet der Vorwärts:

"Bei der Gründung des Distrikts – Rahlstedt gehörte damals noch zum Landkreis Stormarn im heutigen Schleswig-Holstein – habe hier vor allem das Bürgertum den Ton angegeben. Der erste Vorsitzende bezeichnete Rahlstedt als 'Hort der Reaktion'. Nur ein einziger Gastwirt war damals bereit, der SPD einen Raum für ihre Versammlungen zu überlassen. Eine Traditionsfahne, die die Jahrzehnte überdauerte und während der Nazi-Zeit in einem Schrebergarten versteckt wurde, erinnert an das Gründungsjahr 1922."[2]

Dies ist wohl so nicht richtig, denn die Fahne mit der Jahreszahl 1922 trägt die Inschrift "Sozialdemokratische Partei Alt-Rahlstedt u. Umg. 1922". Es war wohl diese Fahne, zu deren Weihe am 10. Juni der Ortsverein Altrahlstedt im Juni 1923 einlud.[3]

Trotzdem feierte der Distrikt im September 2022 mit Bezug auf diese Jahresangabe und das älteste greifbare Zeugnis der OV-Geschichte sein 100-jähriges Bestehen. Bundeskanzler Olaf Scholz hielt die Festrede. 1975 war er als 17-jähriger Schüler hier in die SPD eingetreten.[2]

1930 war der Ortsverein in mindestens sechs Bezirke unterteilt; der 6. Bezirk war die Meiendorf-Siedlung.[4] Als weitere sind ermittelt Meiendorf-Ort[5], Oldenfelde[6] und Oldenfelde-Siedlung[7].

Vor 1933 gehörte Rudolf Lüdemann dem Gemeinderat Rahlstedt, dem Kreistag des Kreises Stormarn und dem Kreisausschuss an.[8]

Geschichte der Reichsbannerfahne

Fahne des Reichsbanners

Die Ortsgruppe Rahlstedt verfügt auch noch über eine Traditionsfahne des Reichsbanners; diese wurde, soweit ermittelt, Mitte der 1920er Jahre von sozialdemokratischen Kriegswitwen gestickt und 1933 von Edmund Herbst (18.2.1896-6.4.1965, Bankangestellter) auf seinem Grundstück in der Pusbackstraße in Meiendorf vergraben. Nach dem Krieg lagerte sie auf dem Dachboden eines Schuppens auf seinem Grundstück dort und geriet offenkundig in Vergessenheit. Sie wurde für eine Ausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte Ende der 1980er Jahre teilrestauriert. Im Mai 2022 übergab Jens Rocksien sie zur Verwahrung an Axel Sellmer (Distrikt Rahlstedt), da sie nach seinen Worten „nach Rahlstedt gehört“.[9]

Einzelnachweise

  1. Hamburger Echo, 9.7.1927, S. 6.
  2. 2,0 2,1 Doering, Kai: SPD Distrikt Rahlstedt: Wo Olaf Scholz zum Genossen wurde, 30.12.2022
  3. An die Ortsvereine im Kreis Stormarn!, Hamburger Echo 7.6.1923, S. 3
  4. Hamburger Echo, 19.3.1930, S. 6
  5. Hamburger Echo, 16.4.1932, S. 7
  6. Hamburger Echo, 29.1.1932, S. 7
  7. Hamburger Echo, 16.12.1932, S. 7
  8. Vorwärts - Wir in Schleswig-Holstein, 12/2010-01/2011, S. IV
  9. Auf der AvS-Tagung am 22. März 2024 gegebene Informationen.