Hermann Brecour: Unterschied zwischen den Versionen

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Vom 14. bis 20. Mai 1913 fand der Parteitag der SPD in Jena statt. Als Delegierter nahm Hermann Brecour teil, wohnhaft Kopperpahl 5. Er hatte nachweislich bis 1911 in Kiel gelebt und war von Beruf Berichterstatter. Vermutlich war er mit Wilhelm Brecour verwandt.
{{Person
| Vorname = Hermann
| Nachname = Brecour
| geboren = 18810101
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| Geschlecht = Mann
}}
'''Hermann Brecour''', * [[1881]] in Pritzwalk/Brandenburg, † [[15. Oktober]] [[1918]] in Kiel; Journalist. Mitglied der SPD.  


Er starb am 15. Oktober 1918 an der Spanischen Grippe. Eine Traueranzeige wurde vom Ortsverein Kiel aufgegeben im „Correspondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftsetzer“<ref> https://library.fes.de/gewerkzs/korrespondent/1918/pdf/1918-123.pdf</ref>
== Leben & Beruf ==
Hermann Brecour war ein Sohn des Schuhmachermeisters Wilhelm August Brecour (1841–1908) und seiner Ehefrau Maria Auguste Caroline, geb. Grube (keine Lebensdaten)<ref name=":1">Stadtarchiv Kiel: Sterbeurkunde Hermann Brecour, Standesamt Kiel III, Nr. 1847/1918.</ref> und ein Bruder des 16 Jahre älteren [[Wilhelm Brecour]].<ref>Die Namen der Eltern in Wilhelms Heirats- und Hermanns Sterbeurkunde sowie der Geburtsort sind identisch.</ref> Sein Beruf wird mit Lokalberichterstatter angegeben; in einem Nachruf wird er als verantwortlicher Redakteur der ''[[VZ|Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung]]'' bezeichnet<ref name=":0">''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19181017/page/5 Hermann Brecour †]'', ''[[Hamburger Echo]]'', 17.10.1918</ref>. Er lebte nachweislich bis [[1911]] in Kiel. [[1913]] lautete seine Adresse Kopperpahl 5, also [[Ortsverein Kronshagen|Kronshagen]]. Auf seiner Sterbeurkunde ist als Wohnung wieder Kiel, Lehmberg 25, 1. Etg., angegeben.<ref name=":1" />
 
Ab [[1908]] war er verheiratet mit Katherina Wilhelmine Julia, geb. Budde<ref name=":1" />, genannt Käthe; die beiden hatten einen Sohn, Heini.<ref name=":2">Traueranzeige der Familie, ''VZ'', 18.10.1918</ref>
 
Wie viele andere in seinem Beruf hatte Hermann Brecour mit Strafprozessen zu kämpfen. So wurde er im Mai [[1918]] zu einer Geldstrafe von 1000 Mark verurteilt, weil sich der ehemalige Besitzer des Gutes Schrevenborn in einem Artikel beleidigt sah. Das offensichtlich harte Urteil wurde mit Verweis auf vorliegende Vorstrafen begründet.<ref>''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN175315653X_19180527/page/5 Ein unverständliches Urteil]'', ''Volksblatt für Harburg, Wilhelmsburg und Umgegend'', 27.5.1918</ref> Ob die angekündigte Berufung Erfolg hatte, ist nicht ermittelt.
 
Hermann Brecour starb am [[15. Oktober]] [[1918]] "nach kurze[m], aber qualvolle[m] Leiden [...] im Alter von nicht ganz 37 Jahren"<ref name=":2" /> in den Kieler Akademischen Heilanstalten (heute UKSH Kiel)<ref name=":1" /> an der Spanischen Grippe<ref>Traueranzeige Bund der Kriegsversehrten ..., ''VZ'', 16.10.1918</ref>. Er wurde auf dem Parkfriedhof Eichhof beigesetzt.<ref name=":2" />
 
In der ''[[VZ]]'' erschienen mehrere Nachrufe und Traueranzeigen - von denen keine sein Geburtsdatum nennt, das war damals offenbar nicht üblich -, etwa von den [[Naturfreunde|Naturfreunden]], von der ''[[VZ]]'' sowie eine gesonderte vom technischen Personal der Zeitung,<ref>alle ''VZ'', 16.10.1918</ref> vom [[Ortsverein Kiel-West|Distrikt West]] des [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Sozialdemokratischen Vereins Groß-Kiel]], vom [[Arbeitergesangverein|Kieler Chor-Verein]]<ref>alle ''VZ'', 18.10.1918</ref> oder vom Bund der Kriegsversehrten und ehemaligen Kriegsteilnehmer (heute Sozialverband), Ortsgruppe Kiel.<ref>''VZ'', 16.10. und 18.10.1918</ref>
 
Der "Ortsverein Kiel" widmete ihm eine Traueranzeige im ''Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer''.<ref>''[https://library.fes.de/gewerkzs/korrespondent/1918/pdf/1918-123.pdf Traueranzeige]'', ''Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer'', 22.10.1918</ref> Dabei dürfte es sich allerdings um den Ortsverein des Verbandes der deutschen Buchdrucker handeln, nicht um die SPD - möglicherweise ein Hinweis darauf, dass er zunächst Schriftsetzer gelernt hatte.
 
Auch das ''[[Hamburger Echo]]'' widmete ihm einen Nachruf, in dem es hieß:
<blockquote>"Mit [ihm] ist unserem Kieler Parteiorgan ein treuer Mitarbeiter verloren gegangen, der sich keine Mühe verdrießen ließ, den nicht leichten Posten als Lokalberichterstatter ganz auszufüllen. Der Verstorbene war ein braver Parteigenosse, der allezeit treu und unverzagt für die Interessen des Proletariats gearbeitet hat."<ref name=":0" /></blockquote>
 
== Partei & Politik ==
Hermann Brecour war Mitglied der SPD - ab wann, ist nicht ermittelt. Im September [[1913]] nahm er als Delegierter am [[SPD-Parteitag 1913, Jena|Parteitag der SPD in Jena]] teil.
 
Er war auch überörtlich als Referent unterwegs, nach bisherigen Funden allerdings mehr in Gewerkschaftsversammlungen.<ref>''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19091102/page/5 Zur Beachtung für alle Holzarbeiter!]'', ''[[Hamburger Echo]]'', 2.11.1909</ref>
 
==Einzelnachweise==
<references />
 
[[Kategorie:JournalistIn]]
[[Kategorie:Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel]]
[[Kategorie:Ortsverein Kronshagen]]

Aktuelle Version vom 19. November 2025, 23:48 Uhr

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Hermann Brecour
Geboren: 1. Januar 1881
Gestorben: 15. Oktober 1918

Hermann Brecour, * 1881 in Pritzwalk/Brandenburg, † 15. Oktober 1918 in Kiel; Journalist. Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Hermann Brecour war ein Sohn des Schuhmachermeisters Wilhelm August Brecour (1841–1908) und seiner Ehefrau Maria Auguste Caroline, geb. Grube (keine Lebensdaten)[1] und ein Bruder des 16 Jahre älteren Wilhelm Brecour.[2] Sein Beruf wird mit Lokalberichterstatter angegeben; in einem Nachruf wird er als verantwortlicher Redakteur der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung bezeichnet[3]. Er lebte nachweislich bis 1911 in Kiel. 1913 lautete seine Adresse Kopperpahl 5, also Kronshagen. Auf seiner Sterbeurkunde ist als Wohnung wieder Kiel, Lehmberg 25, 1. Etg., angegeben.[1]

Ab 1908 war er verheiratet mit Katherina Wilhelmine Julia, geb. Budde[1], genannt Käthe; die beiden hatten einen Sohn, Heini.[4]

Wie viele andere in seinem Beruf hatte Hermann Brecour mit Strafprozessen zu kämpfen. So wurde er im Mai 1918 zu einer Geldstrafe von 1000 Mark verurteilt, weil sich der ehemalige Besitzer des Gutes Schrevenborn in einem Artikel beleidigt sah. Das offensichtlich harte Urteil wurde mit Verweis auf vorliegende Vorstrafen begründet.[5] Ob die angekündigte Berufung Erfolg hatte, ist nicht ermittelt.

Hermann Brecour starb am 15. Oktober 1918 "nach kurze[m], aber qualvolle[m] Leiden [...] im Alter von nicht ganz 37 Jahren"[4] in den Kieler Akademischen Heilanstalten (heute UKSH Kiel)[1] an der Spanischen Grippe[6]. Er wurde auf dem Parkfriedhof Eichhof beigesetzt.[4]

In der VZ erschienen mehrere Nachrufe und Traueranzeigen - von denen keine sein Geburtsdatum nennt, das war damals offenbar nicht üblich -, etwa von den Naturfreunden, von der VZ sowie eine gesonderte vom technischen Personal der Zeitung,[7] vom Distrikt West des Sozialdemokratischen Vereins Groß-Kiel, vom Kieler Chor-Verein[8] oder vom Bund der Kriegsversehrten und ehemaligen Kriegsteilnehmer (heute Sozialverband), Ortsgruppe Kiel.[9]

Der "Ortsverein Kiel" widmete ihm eine Traueranzeige im Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer.[10] Dabei dürfte es sich allerdings um den Ortsverein des Verbandes der deutschen Buchdrucker handeln, nicht um die SPD - möglicherweise ein Hinweis darauf, dass er zunächst Schriftsetzer gelernt hatte.

Auch das Hamburger Echo widmete ihm einen Nachruf, in dem es hieß:

"Mit [ihm] ist unserem Kieler Parteiorgan ein treuer Mitarbeiter verloren gegangen, der sich keine Mühe verdrießen ließ, den nicht leichten Posten als Lokalberichterstatter ganz auszufüllen. Der Verstorbene war ein braver Parteigenosse, der allezeit treu und unverzagt für die Interessen des Proletariats gearbeitet hat."[3]

Partei & Politik

Hermann Brecour war Mitglied der SPD - ab wann, ist nicht ermittelt. Im September 1913 nahm er als Delegierter am Parteitag der SPD in Jena teil.

Er war auch überörtlich als Referent unterwegs, nach bisherigen Funden allerdings mehr in Gewerkschaftsversammlungen.[11]

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Stadtarchiv Kiel: Sterbeurkunde Hermann Brecour, Standesamt Kiel III, Nr. 1847/1918.
  2. Die Namen der Eltern in Wilhelms Heirats- und Hermanns Sterbeurkunde sowie der Geburtsort sind identisch.
  3. 3,0 3,1 Hermann Brecour †, Hamburger Echo, 17.10.1918
  4. 4,0 4,1 4,2 Traueranzeige der Familie, VZ, 18.10.1918
  5. Ein unverständliches Urteil, Volksblatt für Harburg, Wilhelmsburg und Umgegend, 27.5.1918
  6. Traueranzeige Bund der Kriegsversehrten ..., VZ, 16.10.1918
  7. alle VZ, 16.10.1918
  8. alle VZ, 18.10.1918
  9. VZ, 16.10. und 18.10.1918
  10. Traueranzeige, Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schriftgießer, 22.10.1918
  11. Zur Beachtung für alle Holzarbeiter!, Hamburger Echo, 2.11.1909