Frieda Döbel: Unterschied zwischen den Versionen

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Im Landtag übernahm sie bedeutende Funktionen, insbesondere im Bereich der Bildung:
Im Landtag übernahm sie bedeutende Funktionen, insbesondere im Bereich der Bildung:


*'''Vorsitzende''' des Ausschusses für Volksbildung und Erziehung ([[1947]]-[[1949]]).
*Vorsitzende des Ausschusses für Volksbildung und Erziehung ([[1947]]-[[1949]]).
*'''Parlamentarische Vertreterin''' für das Ressort Volksbildung im [[Kabinett Lüdemann I|Kabinett Lüdemann]] ([[1947]]-[[1949]]).
*Parlamentarische Vertreterin für das Ressort Volksbildung im [[Kabinett Lüdemann I|Kabinett Lüdemann]] ([[1947]]-[[1949]]).
*Mitarbeit im Gesundheitsausschuss sowie im Studentenprüfungsausschuss.
*Mitarbeit im Gesundheitsausschuss sowie im Studentenprüfungsausschuss.


Mit dem Ende der [[1. Wahlperiode 1947-1950|ersten Wahlperiode]] im Mai [[1950]] schied sie aus dem Landtag aus.  
Mit dem Ende der [[1. Wahlperiode 1947-1950|ersten Wahlperiode]] im Mai [[1950]] schied sie aus dem Landtag aus.


==Archive==
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Version vom 10. Februar 2026, 22:37 Uhr

Frieda Döbel
Frieda Döbel
Frieda Döbel
Geboren: 9. April 1911
Gestorben: 26. September 1977

Frieda Hackhe-Döbel (geb. Döbel), * 9. April 1911 in Kiel, † 26. September 1977 ebenda; Gewerbeoberlehrerin, Landtagsabgeordnete. Mitglied der SPD seit ?.

Leben & Beruf

Frieda Döbel wuchs in Kiel auf und besuchte dort die Volksschule. Ihr früher Lebensweg war geprägt von der Arbeiterbewegung; sie engagierte sich bereits vor 1933 aktiv in der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ).[1] In der Zeit vor der Übergabe der Macht an die Nazis war sie unter anderem als Hausgehilfin und in einem Kindererholungsheim tätig.

Während der NS-Zeit schlug sie den Weg der akademischen Weiterbildung ein. Sie studierte an der Hochschule für Wirtschaft sowie am Berufspädagogischen Institut in Berlin und ließ sich zur Gewerbelehrerin ausbilden.

Trotz ihrer beruflichen Laufbahn im NS-Staat blieb sie im Kontakt mit Gleichgesinnten: Anfang 1945 gehörte sie sogenannten "Stubenzirkeln" an – geheimen Treffen, bei denen über eine gesellschaftliche Neuordnung nach dem Nationalsozialismus diskutiert wurde. In der historischen Aufarbeitung durch Danker und Lehmann-Himmel wird ihr Verhalten während der NS-Diktatur als „angepasst / ambivalent“ (Kategorie „Jongleure“) charakterisiert.[2]

Nach 1945 kehrte sie in den Schuldienst zurück und wurde zur Gewerbeoberlehrerin befördert. Privat war sie mit Emil Hackhe verheiratet, mit dem sie einen 1949 geborenen Sohn hatte. Eine familiäre Verbindung zur Kieler SPD bestand zudem über ihre 1938 verstorbene Schwester Paula, die die erste Ehefrau des späteren Kieler Stadtrats Wilhelm Kuklinski war.

Partei & Politik

Frieda Hackhe-Döbel gehörte zu den Personen, die unmittelbar nach der Befreiung vom Nationalsozialismus den politischen Wiederaufbau in Kiel und Schleswig-Holstein mitgestalteten.

Kommunal- und Landespolitik

Ihr politisches Wirken konzentrierte sich vor allem auf die Bildungs- und Gesundheitspolitik:

Parlamentarische Aufgaben

Im Landtag übernahm sie bedeutende Funktionen, insbesondere im Bereich der Bildung:

  • Vorsitzende des Ausschusses für Volksbildung und Erziehung (1947-1949).
  • Parlamentarische Vertreterin für das Ressort Volksbildung im Kabinett Lüdemann (1947-1949).
  • Mitarbeit im Gesundheitsausschuss sowie im Studentenprüfungsausschuss.

Mit dem Ende der ersten Wahlperiode im Mai 1950 schied sie aus dem Landtag aus.

Archive

  • LASH Abt. 811, Nr. 36572

Literatur & Links

  • Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive.
  • Jebens-Ibs, Sabine / Zachow-Ortmann, Maria: Schleswig-Holsteinische Politikerinnen der Nachkriegszeit. Lebensläufe. Kiel 1994. Vgl. auch Nicole Schultheiss: Geht nicht gibt’s nicht...: 24 Portraits herausragender Frauen der Kieler Stadtgeschichte. Kiel 2007.
  • Hackhe, Ulrich: 1968 - die überleben wollten I (Norderstedt 2019), ISBN 978-3-7494-4802-9.

Einzelnachweise

  1. 4. editorische Anmerkung in SPD und Ostzone auf einer Webseite der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn
  2. Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2016) (Drucksache 18/4464)