Luise Zietz
| Luise Zietz |
Luise Zietz, geb. Körner, (* 25. März 1865 in Bargteheide; † 27. Januar 1922 in Berlin) war SPD-Reichstagsabgeordnete in der Weimarar-Republik.
Luise Zietz erlernte den Beruf der Kindergärtnerin.
In Hamburg kam sie durch die Bekanntschaft ihres späteren Ehemanns Karl Zietz in Kontakt mit der Arbeiterbewegung. Im Alter von 27 Jahren begann sie sich aktiv in der Hamburger SPD und im Fabrikarbeiterverband zu engagieren. Sie trat als Parteisekretärin in die hauptamtlichen Dienste der SPD.
Ab 1897 trat sie in engen Kontakt zu Clara Zetkin und Ottilie Baader mit denen sie an der sozialdemokratischen Frauenzeitschrift "Die Gleichheit" arbeitete.
Während des Streiks der Hamburger Hafenarbeiter 1896 organisierte sie den Widerstand der Frauen und trat auch als Rednerin öffentlich auf. Man nannte sie daher "weibliche Bebel". Sie kämpfte gegen Kinderarbeit und für die Rechte der Frauen. Auf ihre Initiative hin wurde der Internationale Frauentag begründet.
Sie setzte sich unermüdlich für das Wahlrecht der Frauen ein und wurde 1908 als erste Frau im SPD-Parteivorstand - Von 1912–1916 war Zietz Frauensekretärin beim SPD-Parteivorstand.
Louise Zietz gehörte zu den Gründungsmitgliedern der USPD und war bis zu ihrem Tode Mitglied des Zentralkomitees der USPD.
1919/20 vertrat sie die USPD in der Nationalversammlung und war nach Marie Juchacz die zweite Frau, die am 19. Februar 1919 vor der Nationalversammlung das Wort ergriff, ab 1920 war sie Abgeordnete im Reichstag.
Literatur
- Notz, Gisela (2008) „Her mit dem allgemeinen, gleichen Wahlrecht für Mann und Frau!“, Friedrich-Ebert-Stiftung

