Juso 22: Unterschied zwischen den Versionen

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== Vorgeschichte ==
 
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Die Juso 22 waren SPD-Mitglieder, die fast alle bereits vor 1933 in der Kieler  Arbeiterjugend bzw. bei den Falken aktiv gewesen sind. Zu den Gründungsmitgliedern der Juso 22 zählten u.a.[[Albert Witte]], [[Dr. Hans Adam]], [[Rosa Wallbaum]], [[Emil Bandholz]] oder [[Julius Bredenbeck]], Anneliese Raabke, Hans und Thea Wind, August Rathmann, Dolly Franke, Karl Rickers. Sie knüpften an eine Ausrichtung der Kieler Jusos vor 1933, die sich dadurch ausgezeichnet hatte, dass sie sehr viel stärker die politische Bildung in den Mittelpunkt stellte, als das gemeinhin in der Arbeiterjugend der Fall war. <ref>Susanne Kalweit (Hrsg.): ''Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben'' (Berlin/Hamburg 2010), S. 165</ref> Als ein Faktor dafür wird zum einen das ehrenamtliche Engagement fähiger Lehrer genannt, insbesondere von [[Wilhelm Kuklinski]], dem späteren schleswig-holsteinischen Kultusminister. <ref>Susanne Kalweit (Hrsg.): ''Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben'' (Berlin/Hamburg 2010), S. 166</ref>. Zum anderen waren es die Bildungsabende und Vorträge fortschrittlicher Kieler Wissenschaftler wie Radbruch, Heimann, Löwe u.a., die diese Jusos stark geprägt hatten.
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Die Juso 22 waren SPD-Mitglieder, die fast alle bereits vor 1933 in der Kieler  Arbeiterjugend bzw. bei den Falken aktiv gewesen sind. Zu den Gründungsmitgliedern der Juso 22 zählten u.a.[[Albert Witte]], [[Dr. Hans Adam]], [[Rosa Wallbaum]], [[Emil Bandholz]], [[Julius Bredenbeck]], Anneliese Raabke, Hans und Thea Wind, August Rathmann, Dolly Franke, Karl Rickers. Sie knüpften an eine Ausrichtung der Kieler Jusos vor 1933, die sich dadurch ausgezeichnet hatte, dass sie sehr viel stärker die politische Bildung in den Mittelpunkt stellte, als das gemeinhin in der Arbeiterjugend der Fall war. <ref>Susanne Kalweit (Hrsg.): ''Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben'' (Berlin/Hamburg 2010), S. 165</ref> Als ein Faktor dafür wird zum einen das ehrenamtliche Engagement fähiger Lehrer genannt, insbesondere von [[Wilhelm Kuklinski]], dem späteren schleswig-holsteinischen Kultusminister. <ref>Susanne Kalweit (Hrsg.): ''Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben'' (Berlin/Hamburg 2010), S. 166</ref>. Zum anderen waren es die Bildungsabende und Vorträge fortschrittlicher Kieler Wissenschaftler wie Radbruch, Heimann, Löwe u.a., die diese Jusos stark geprägt hatten.
  
 
Offenbar fanden auch vorher schon einzelne Treffen statt. So berichtet die Presse nach der verlorenen [[Landtagswahl 1971]]:  
 
Offenbar fanden auch vorher schon einzelne Treffen statt. So berichtet die Presse nach der verlorenen [[Landtagswahl 1971]]:  

Version vom 5. September 2017, 22:33 Uhr

Juso 22 nannte sich eine informelle Gruppe, den Arbeitskreisen vergleichbar, innerhalb der Kieler SPD. Sie traf sich ab 1972 zu monatlichen Gesprächen, oft mit führenden LandespolitikerInnen, sowie zu jährlichen Tagungen um Himmelfahrt in der Gustav-Heinemann-Bildungsstätte.

Vorgeschichte

Die Juso 22 waren SPD-Mitglieder, die fast alle bereits vor 1933 in der Kieler Arbeiterjugend bzw. bei den Falken aktiv gewesen sind. Zu den Gründungsmitgliedern der Juso 22 zählten u.a.Albert Witte, Dr. Hans Adam, Rosa Wallbaum, Emil Bandholz, Julius Bredenbeck, Anneliese Raabke, Hans und Thea Wind, August Rathmann, Dolly Franke, Karl Rickers. Sie knüpften an eine Ausrichtung der Kieler Jusos vor 1933, die sich dadurch ausgezeichnet hatte, dass sie sehr viel stärker die politische Bildung in den Mittelpunkt stellte, als das gemeinhin in der Arbeiterjugend der Fall war. [1] Als ein Faktor dafür wird zum einen das ehrenamtliche Engagement fähiger Lehrer genannt, insbesondere von Wilhelm Kuklinski, dem späteren schleswig-holsteinischen Kultusminister. [2]. Zum anderen waren es die Bildungsabende und Vorträge fortschrittlicher Kieler Wissenschaftler wie Radbruch, Heimann, Löwe u.a., die diese Jusos stark geprägt hatten.

Offenbar fanden auch vorher schon einzelne Treffen statt. So berichtet die Presse nach der verlorenen Landtagswahl 1971:

"Mehr als 60 ehemalige Mitglieder der Sozialistischen Arbeiterjugend- und Arbeitersport-Organisationen der zwanziger Jahre, darunter 14 amtierende und ehemalige Ratsherren [und Ratsherrinnen, skw] und Stadträte trafen sich [...], um über die Situation der SPD nach den Landtagswahlen zu diskutieren."

Es sprachen unter anderen Karl Rickers und Oberbürgermeister Günther Bantzer. Man kam überein, "die Aktivität der älteren Parteimitglieder zu verstärken" sowie "den Parteidelegierten zu empfehlen, den Oberbürgermeister der Stadt Kiel, Günther Bantzer, in den Vorstand des Landesverbandes zu wählen."[3]

Quellen

  1. Susanne Kalweit (Hrsg.): Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben (Berlin/Hamburg 2010), S. 165
  2. Susanne Kalweit (Hrsg.): Ich hab' mich niemals arm gefühlt. Die Kielerin Rosa Wallbaum berichtet aus ihrem Leben (Berlin/Hamburg 2010), S. 166
  3. Alle Zitate Kieler Nachrichten, 12.6.1971