Reimer Hermann Peters: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Keine Bearbeitungszusammenfassung
 
(3 dazwischenliegende Versionen von einem anderen Benutzer werden nicht angezeigt)
Zeile 28: Zeile 28:
|Homepage =
|Homepage =
}}
}}
'''Reimer Hermann Peters''', * [[24. April]] [[1872]] in Hochdonn, † [[18. November]] [[1940]] in Hochdonn; Landwirt, Agrarpolitiker und Mitglied der SPD.
'''Reimer Hermann Peters''', * [[24. April]] [[1872]] in Hochdonn, † [[18. November]] [[1940]] in Hochdonn; Landwirt. Mitglied der SPD.


==Leben & Beruf==
==Leben & Beruf==
Hermann Peters besuchte die Volksschule in Hochdonn und arbeitete anschließend bis [[1910]] als landwirtschaftlicher Arbeiter. Danach war er als selbständiger Landwirt in Hochdonn tätig. Aufgrund seiner politischen Tätigkeit gab er [[1919]] seinen landwirtschaftlichen Besitz auf und nannte sich fortan "Landmann". Sein Fokus lag seitdem auf agrarpolitischen Themen.
Hermann Peters besuchte die Volksschule in Hochdonn und arbeitete anschließend bis [[1910]] als landwirtschaftlicher Arbeiter. Danach bewirtschaftete er als selbständiger Landwirt einen Hof in [[Ortsverein Hochdonn-Eggstedt|Hochdonn]]. Aufgrund seiner politischen Tätigkeit gab er [[1919]] seinen landwirtschaftlichen Besitz auf und nannte sich fortan "Landmann". Sein Fokus lag seitdem auf agrarpolitischen Themen.


==Partei & Politik==
Hermann Peters trat in die SPD ein und war von [[1919]] bis [[1921]] Mitglied der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung. Anschließend gehörte er dem Preußischen Landtag an, dem er bis [[1933]] angehörte. Ende der [[1920er]] Jahre war er zudem Mitglied des [[Provinziallandtagswahlen 1919-1933|schleswig-holsteinischen Provinziallandtages]].
Innerhalb der Partei war er von [[1929]] bis [[1933]] Mitglied des agrarpolitischen Beirates beim Parteivorstand. [[1927]] beteiligte er sich an der Ausarbeitung des SPD-Agrarprogramms.
Er nahm am Parteitag [[SPD-Parteitag 1919, Weimar|1919]] und [[SPD-Parteitag 1927, Kiel|1927]] als Delegierter teil.
===Weitere Ämter und Funktionen===
Neben seiner parlamentarischen Tätigkeit bekleidete Hermann Peters zahlreiche weitere Ämter:
Neben seiner parlamentarischen Tätigkeit bekleidete Hermann Peters zahlreiche weitere Ämter:
*[[1919]]–[[1933]]: Vorstandsmitglied der Genossenschaftsmeisterei Hochdonn
*[[1919]]–[[1933]]: Vorstandsmitglied der Genossenschaftsmeisterei [[Ortsverein Hochdonn-Eggstedt|Hochdonn]]
*[[1925]]–[[1933]]: Vorsitzender der Zentralmoorkommission für Preußen
*[[1925]]–[[1933]]: Vorsitzender der Zentralmoorkommission für Preußen
*[[1919]]–[[1922]]: Ausschussvorsitzender der OKK in Burg
*[[1919]]–[[1922]]: Ausschussvorsitzender der OKK in Burg
Zeile 48: Zeile 40:
*Mitglied der Landeskulturkommission der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein
*Mitglied der Landeskulturkommission der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein
*Mitglied des Oberbewertungsausschusses beim Landesfinanzamt Schleswig-Holstein
*Mitglied des Oberbewertungsausschusses beim Landesfinanzamt Schleswig-Holstein
*Gründer und Aufsichtsratsmitglied der Walz-, Pflug- und Dreschgenossenschaft in Hochdonn
*Gründer und Aufsichtsratsmitglied der Walz-, Pflug- und Dreschgenossenschaft in [[Ortsverein Hochdonn-Eggstedt|Hochdonn]]
 
==Partei & Politik==
Wann Hermann Peters in die SPD eintrat, ist nicht ermittelt.
 
Von [[1929]] bis [[1933]] war er Mitglied des agrarpolitischen Beirates beim Parteivorstand. Schon [[1927]] beteiligte er sich mit [[Fritz Baade]] an der Ausarbeitung des ersten SPD-Agrarprogramms, das [[1927]] dem [[SPD-Parteitag 1927, Kiel|SPD-Parteitag]] in [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Kiel]] vorgelegt wurde.
 
Er nahm an den Parteitagen [[SPD-Parteitag 1919, Weimar|1919]] und [[SPD-Parteitag 1927, Kiel|1927]] als Delegierter teil.
 
Von [[1919]] bis [[1921]] gehörte er der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung an, anschließend bis [[1933]] dem Preußischen Landtag. Im Volksmund hieß er deswegen "Hermann Landdag".<ref name=":0" /> Ende der [[1920er]] Jahre soll er zudem Mitglied des [[Provinziallandtagswahlen 1919-1933|schleswig-holsteinischen Provinziallandtages]] gewesen sein.


=== NS-Zeit ===
===NS-Zeit===
Seine Enkelin Getrud Hamann war [[1933]] acht Jahre alt. Sie erinnert sich, dass ihr Großvater von den Nazis verhaftet und erst sieben Jahre später, [[1940]] entlassen wurde. Da war er dann schon totkrank mit Blasenkrebs. Ein halbes Jahr später starb er.<ref>Reißig, Wiebke: Sie nannten ihn Hermann Landdag - Für die SPD im Preußischen Landtag in Berlin - 1933 von den Nazis verhaftet, in: Dithmarscher Landeszeitung, 25. Juli 2009</ref>
Seine Enkelin Gertrud Hamann war [[1933]] acht Jahre alt. Sie erinnerte sich, dass ihr Großvater von den Nazis verhaftet und erst sieben Jahre später, [[1940]], entlassen wurde. Da war er dann schon todkrank; er litt an Blasenkrebs. Ein halbes Jahr später starb er.<ref name=":0">Reißig, Wiebke: ''Sie nannten ihn Hermann Landdag - Für die SPD im Preußischen Landtag in Berlin - 1933 von den Nazis verhaftet'', ''Dithmarscher Landeszeitung'', 25.7.2009</ref>


==Literatur==
==Literatur==
*Kienast, Ernst (Hrsg.): ''Handbuch für den Preußischen Landtag, Ausgabe für die 5. Wahlperiode'' (Berlin [[1933]]), S. 370/371.
*Kienast, Ernst (Hrsg.): ''Handbuch für den Preußischen Landtag, Ausgabe für die 5. Wahlperiode'' (Berlin [[1933]]), S. 370/371


==Links==
==Links==
Zeile 62: Zeile 63:
<references />
<references />


[[Kategorie:MdL Preußen]]
[[Kategorie:Mitglied des Preußischen Landtages]]
[[Kategorie:Ortsverein Hochdonn]]
[[Kategorie:Ortsverein Hochdonn]]
[[Kategorie:Widerstand]]
[[Kategorie:Widerstand]]

Aktuelle Version vom 29. April 2026, 02:11 Uhr

Noch kein Foto vorhanden
Noch kein Foto vorhanden
Reimer Hermann Peters
Geboren: 24. April 1872
Gestorben: 18. November 1940

Reimer Hermann Peters, * 24. April 1872 in Hochdonn, † 18. November 1940 in Hochdonn; Landwirt. Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Hermann Peters besuchte die Volksschule in Hochdonn und arbeitete anschließend bis 1910 als landwirtschaftlicher Arbeiter. Danach bewirtschaftete er als selbständiger Landwirt einen Hof in Hochdonn. Aufgrund seiner politischen Tätigkeit gab er 1919 seinen landwirtschaftlichen Besitz auf und nannte sich fortan "Landmann". Sein Fokus lag seitdem auf agrarpolitischen Themen.

Neben seiner parlamentarischen Tätigkeit bekleidete Hermann Peters zahlreiche weitere Ämter:

  • 19191933: Vorstandsmitglied der Genossenschaftsmeisterei Hochdonn
  • 19251933: Vorsitzender der Zentralmoorkommission für Preußen
  • 19191922: Ausschussvorsitzender der OKK in Burg
  • 19321933: Aufsichtsratsmitglied der schleswig-holsteinischen Höfebank
  • Mitglied der Landeskulturkommission der Landwirtschaftskammer für die Provinz Schleswig-Holstein
  • Mitglied des Oberbewertungsausschusses beim Landesfinanzamt Schleswig-Holstein
  • Gründer und Aufsichtsratsmitglied der Walz-, Pflug- und Dreschgenossenschaft in Hochdonn

Partei & Politik

Wann Hermann Peters in die SPD eintrat, ist nicht ermittelt.

Von 1929 bis 1933 war er Mitglied des agrarpolitischen Beirates beim Parteivorstand. Schon 1927 beteiligte er sich mit Fritz Baade an der Ausarbeitung des ersten SPD-Agrarprogramms, das 1927 dem SPD-Parteitag in Kiel vorgelegt wurde.

Er nahm an den Parteitagen 1919 und 1927 als Delegierter teil.

Von 1919 bis 1921 gehörte er der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung an, anschließend bis 1933 dem Preußischen Landtag. Im Volksmund hieß er deswegen "Hermann Landdag".[1] Ende der 1920er Jahre soll er zudem Mitglied des schleswig-holsteinischen Provinziallandtages gewesen sein.

NS-Zeit

Seine Enkelin Gertrud Hamann war 1933 acht Jahre alt. Sie erinnerte sich, dass ihr Großvater von den Nazis verhaftet und erst sieben Jahre später, 1940, entlassen wurde. Da war er dann schon todkrank; er litt an Blasenkrebs. Ein halbes Jahr später starb er.[1]

Literatur

  • Kienast, Ernst (Hrsg.): Handbuch für den Preußischen Landtag, Ausgabe für die 5. Wahlperiode (Berlin 1933), S. 370/371

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Reißig, Wiebke: Sie nannten ihn Hermann Landdag - Für die SPD im Preußischen Landtag in Berlin - 1933 von den Nazis verhaftet, Dithmarscher Landeszeitung, 25.7.2009