Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel – Distrikte: Unterschied zwischen den Versionen
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Welche Aspekte den Ausschlag für die Einrichtung von Distrikten gaben und nach welchen Gesichtspunkten bzw. entlang welcher Grenzen sie abgegrenzt wurden, lässt sich bisher nicht mehr eindeutig ermitteln. | Welche Aspekte den Ausschlag für die Einrichtung von Distrikten gaben und nach welchen Gesichtspunkten bzw. entlang welcher Grenzen sie abgegrenzt wurden, lässt sich bisher nicht mehr eindeutig ermitteln. Vermutlich wird aber die große Zahl an Mitgliedern - es waren rund 9000 - , denen die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen, wahrscheinlich auch möglichst wohnortnah/fußläufig, ermöglicht werden sollte sowie die monatlich an ihren Wohnungstüren abzukassieren waren, den Ausschlag gegeben haben. | ||
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Der Bezirk I umfasste die Stadtteile Südfriedhof sowie Hassee und Gaarden-Süd. 1911 lebten hier 8030 wahlberechtigte Männer, im Vorjahr waren 52,8% Arbeiter gewesen. Im ersten Bezirk hätten dann die Distrikte Süd und Hassee bestanden. | Der Bezirk I umfasste die Stadtteile Südfriedhof sowie Hassee und Gaarden-Süd. 1911 lebten hier 8030 wahlberechtigte Männer, im Vorjahr waren 52,8% Arbeiter gewesen. Im ersten Bezirk hätten dann die Distrikte Süd und Hassee bestanden. | ||
Version vom 21. Dezember 2023, 22:06 Uhr
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Nach seiner Gründung zum 1. Oktober 1911 gliederte sich der Sozialdemokratische Verein Groß-Kiel in sieben Distrikte. Der Parteitag des übergeordneten Agitationsbezirks hatte 1904 entschieden, dass es in jedem Ort nur einen sozialdemokratischen Verein geben solle. Folglich schlossen sich die – nach mehreren Eingemeindungen – vier Vereine auf Kieler Stadtgebiet zusammen. Offenbar gab es aber dennoch das Bedürfnis einer darunter liegenden Organisationsebene. 1945 orientierte man sich an der überlieferten Struktur.
Welche Aspekte den Ausschlag für die Einrichtung von Distrikten gaben und nach welchen Gesichtspunkten bzw. entlang welcher Grenzen sie abgegrenzt wurden, lässt sich bisher nicht mehr eindeutig ermitteln. Vermutlich wird aber die große Zahl an Mitgliedern - es waren rund 9000 - , denen die regelmäßige Teilnahme an Veranstaltungen, wahrscheinlich auch möglichst wohnortnah/fußläufig, ermöglicht werden sollte sowie die monatlich an ihren Wohnungstüren abzukassieren waren, den Ausschlag gegeben haben.
Es wurden die folgenden Distrikte eingerichtet:
- Nord
- West
- Süd
- Hassee
- Ost
- Ellerbek
- Wellingdorf
Die ursprüngliche Einteilung könnte sich, inspiriert von der Einrichtung von Zentralvereinen für die Reichstagswahlkreise, an den 1911 bestehenden fünf Wahlbezirken zur Stadtverordnetenwahl plus einer Berücksichtigung der vorigen Gemeindegrenzen bzw. eigenständigen Vereine sowie der jeweiligen Mitgliederzahlen (Gaarden: 2325; Hassee: 983; Ellerbek: 564 gegenüber „Alt“-Kiel: 5491) und Wählerpotentiale in dem Gebiet orientiert haben.
Der Bezirk I umfasste die Stadtteile Südfriedhof sowie Hassee und Gaarden-Süd. 1911 lebten hier 8030 wahlberechtigte Männer, im Vorjahr waren 52,8% Arbeiter gewesen. Im ersten Bezirk hätten dann die Distrikte Süd und Hassee bestanden. Der Bezirk II schloss sich nördlich daran an und war etwa durch die Linie Fleethörn-Schrevenpark-Eckernförder Str. von Bezirk III getrennt. Hier lebten 5252 Wahlberechtigte, im Vorjahr 43,8% Arbeiter. Der Bezirk III schloss sich daran an und war nach Norden etwa entlang Schwanenweg-Schauenburgerstr.-Gutenbergstr. abgegrenzt. Hier lebten 5176 Wahlberechtigte, im Vorjahr 40,4% Arbeiter. Der zweite und dritte Bezirk wären gemeinsam vom Distrikt West abgedeckt worden. Der Bezirk IV umfasste überwiegend die Stadtteile Wik, Düsternbrook, Blücherplatz und Ravensberg. Hier lebten 5814 Wahlberechtigte, im Vorjahr 44,2%. Für den vierten Bezirk wäre der Distrikt Nord zuständig gewesen. Der Bezirk V umfasste Gaarden(-Ost), Ellerbek und Wellingdorf. Hier lebten 8288 Wahlberechtigte, im Vorjahr 74,7% Arbeiter. Im fünften Bezirk, der fast ausschließlich von Arbeiterfamilien bewohnt war, hätten die Distrikte Ost (Gaarden), Ellerbek und Wellingdorf bestanden.
//Die Darstellung der Wahlbezirke und der Wählerzahlen beruht auf Rainer Paetau: Konfrontation oder Kooperation, S. 533/ Tab. 30, der sich auf die Akten 22010 und 28654 im Kieler Stadtarchiv bezieht.//
Nach 1945
Die Distrikte des entstehenden Kreisvereins Kiel wurden entlang insgesamt anderer Grenzen neu gegründet. Möglicherweise spielten erneut die Wahlkreise für die erste Wahl zur Ratsversammlung 1946 eine Rolle, diese waren: I Altstadt, II Nord, III Wik, IV Nord-West, V West, VI Süd, VII Gaarden-Ost, VIII Gaarden-Süd, IX Hassee, X Ellerbek/Wellingdorf/Neumühlen-Dietrichsdorf, XI Friedrichsort/Holtenau, XII Elmschenhagen.[1]
Dorothea Franke schrieb (Bauvolk S. 226), die SPD Kiel hätte sich zunächst in 14 Distrikte gegliedert. Das würde zu den o.g. Wahlbezirken passen, wenn man X noch in Ellerbek/Wellingdorf sowie Neumühlen-Dietrichsdorf und XI in Holtenau sowie Friedrichsort teilt, was schon aus geographischen Gründen sinnvolle Abgrenzungen gewesen wären.
Albert Witte schrieb in „Wir sind das Bauvolk“ über die Absichten zum Wiederaufbau der Partei 1945: wie vor 1933 - Bildung des Ortsvereins, gegliedert in wenige große Distrikte, kein Delegiertenprinzip
Dennoch beschloss die Mitgliederversammlung am 21.12.1946 das Delegiertenprinzip: 1 Delegierte pro 25 Mitglieder eines Distrikts (Bauvolk, S. 58)
Siehe auch
- ↑ VZ 14.10.1946
