Hugo Voß

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Hugo Voß
Geboren: 12. Dezember 1900
Gestorben: 19. August 1984

Hugo Voß, * 12. Dezember 1900 in Wandsbek/Holstein (heute Hamburg-Wandsbek), † 19. August 1984 vermutlich in Neumünster; Zimmererpolier, Oberbürgermeister. Mitglied der SPD seit 1922.

Leben & Beruf

Hugo Voß wurde im damals noch schleswig-holsteinischen Wandsbek geboren. Er arbeitete als Landarbeiter, begann 1919 mit 19 Jahren eine Tischlerlehre und arbeitete sich hoch zum Zimmererpolier.[1]

1925 wurde er Betriebsratsvorsitzender in einem Betrieb in Neumünster. 1929/30 besuchte er die Fachschule für Wirtschaft und Verwaltung in Berlin.[1]

1946 war er Sekretär der Neumünsteraner Baugenossenschaft.[1]

Seine religiöse Orientierung gab er mit "konfessionslos" an.

Partei & Politik

1919 schloss sich Hugo Voß der Sozialistischen Arbeiterjugend an. 1922 trat er auch in die SPD ein, wurde aber aus nicht ermittelten Gründen schon im selben Jahr wieder ausgeschlossen.

1931 gründete er in Neumünster die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) mit und wurde Mitglied im Vorstand. 1933 sperrten ihn die Nazis für drei Monate in "Schutzhaft".[1] 1939 wurde er zum Kriegsdienst in der Wehrmacht einberufen. Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel stuft ihn unter den fünf möglichen Kategorien als "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'" mit der Unterkategorie "Protagonist_in Arbeiterbewegung" ein.[2]

Nach Ende der NS-Herrschaft kehrte er 1945 in die SPD zurück, gehörte dem Kreisvorstand in Neumünster an, ebenso dem Fraktionsvorstand in der Neumünsteraner Ratsversammlung - er muss also zu den ernannten Ratsmitgliedern gehört haben. Für ein ehemaliges SAP-Mitglied war das eine Seltenheit in Schleswig-Holstein.[3] Allerdings prägte er dadurch auch die Entwicklung der Sozialdemokratie in den Monaten nach der Befreiung von der Nazi-Herrschaft: Nach Lübecker Vorbild sollte eine "Arbeiterpartei Neumünster" gegründet werden. Dazu fand auf SPD-Initiative am 22. August 1945 ein Treffen mit Kommunisten und ehemaligen SAP-Mitgliedern statt. Trotz SPD-internen Widerstands wurde sie am 2. September gegründet - löste sich aber schon am 16. September wieder auf.[4]

Hugo Voß vertrat den Kreisverein als Delegierter auf dem ersten Bezirksparteitag 1946, der in Neumünster stattfand.[5]

Von 1946 bis 24. Oktober 1948 war er Stadtrat, ab 12. November 1948 ehrenamtlicher Oberbürgermeister von Neumünster. Das blieb er bis zur Wiedereinführung der Hauptamtlichkeit 1950[6]. Sein Nachfolger wurde Walther Lehmkuhl.

Landtag

Parallel zu seiner Zeit in der Neumünsteraner Kommunalpolitik und an der Spitze ihrer Verwaltung gehörte Hugo Voß dem Landtag an. Bei der Landtagswahl 1947 erlangte er ein Listenmandat. Er war aktiv im Gesundheits- und im Aufbauausschuss sowie im Wirtschaftsrat.

Literatur & Links

  • Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2016) (Drucksache 18/4464)
  • Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8
  • Landtagsinformationssystem: Hugo Voß
  • Wikipedia: Hugo Voß

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, S. 564
  2. Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 173, 279. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".
  3. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, S. 27
  4. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, S. 47
  5. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, S. 106
  6. neumuenster.de: Oberbürgermeister