Mitgliederentscheid 2011

Torsten Albig, Mathias Stein, Brigitte Fronzek und Ralf Stegner am 7.11.2010 im Rathaus von Pinneberg

Aus der Analyse der Niederlage bei der Landtagswahl 2009 erwuchs, initiiert vom Landesvorsitzenden Ralf Stegner, der Mitgliederentscheid über die Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2012. Es bewarben sich bis zum Ablauf der vom Landesvorstand beschlossenen Bewerbungsfrist am 1. Oktober 2010 neben Ralf Stegner selbst Torsten Albig, Oberbürgermeister von Kiel, die langjährige Elmshorner Bürgermeisterin Brigitte Fronzek und der Kieler Mathias Stein.

Vorbereitung

Der Landesvorstand beschloss auf seiner Sitzung am 22. November 2010 eine Richtlinie zur Durchführung des Mitgliederentscheids 2011.

Vorstellungsrunde

In Veranstaltungen in allen 15 Kreisen und kreisfreien Städten stellten sich Ende 2010 die Kandidatin und die Kandidaten vor. Den Kreisverbänden wurde freigestellt, ob im Anschluss an die Veranstaltungen ein Meinungsbild erhoben wurde und ob auch Nicht-Mitglieder daran teilnehmen durften.

Bei der Veranstaltung in Henstedt-Ulzburg setzte sich bei der Umfrage überraschend Brigitte Fronzek durch. Zuvor hatte sie in einer bewegenden Rede die Ernsthaftigkeit ihrer Bewerbung unterstrichen. Das Verfahren sei kein Duell von zwei Männern (Torsten Albig und Ralf Stegner), zu der es die Medien reduzierten. Auch sie sei als erfahrene Bürgermeisterin und Juristin eine Kandidatin, die in Betracht gezogen werden solle.

Briefwahl

19.171 Mitglieder der SPD in Schleswig-​​Holstein hat­ten die Wahl. 13.281 - knapp 70 Prozent nahmen bis zum 26. Februar 2011 an der Briefwahl teil und stimmten zu 57,22% für Torsten Albig. Ralf Stegner kam mit 32,15% auf den 2. Platz, Brigitte Fronzek erhielt 9,09% der Stimmen und Mathias Stein 1,28%.[1]

Albig reicht Stegner die Hand

In einer Pressekonferenz am Tag nach dem Mitgliederentscheid erklärten Torsten Albig und Ralf Stegner, dass sie künftig zusammenarbeiten wollten. Kritiker hatten zuvor gefordert, dass Ralf Stegner sich bei einer Niederlage auch als Landesvorsitzender zurückziehen solle.

Nachwirkungen

Der vor dem Mitgliederentscheid weitestgehend unbekannte Mathias Stein wurde ein Jahr später in den Landesvorstand gewählt und zwei Jahre später mit gutem Ergebnis wiedergewählt.

Außerdem orientierte sich der Mitgliederentscheid über den Koalitionsvertrag nach der Bundestagswahl 2013 in seiner Organisation und Durchführung deutlich am Vorbild aus Schleswig-Holstein.

Quellen