Wilhelm Esser: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Hein Hoegner (Diskussion | Beiträge)
Studie Danker/Lehmann-Himmel ergänzt.
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung
Zeile 27: Zeile 27:
|BundesstaatssekretärIn = 0
|BundesstaatssekretärIn = 0
}}
}}
'''Peter Wilhelm Esser''', * [[25. April]] [[1907]] in Hamburg, † [[19. Juli]] [[1995]]; Schiffszimmerer, Schiffbauingenieur. Mitglied der SPD seit [[1927]].
'''Peter Wilhelm Esser''', * [[25. April]] [[1907]] in Hamburg, † [[19. Juli]] [[1995]]; Schiffszimmerer, Schiffbauingenieur, Parteisekretär. Mitglied der SPD ab [[1927]].


Volksschule, Ausbildungen, [[1923]]-[[1926]] kommunistische Jugendorganisation, Wechsel zur [[SAJ]], [[Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde|Kinderfreunde]], SPD-Bezirksführer in Hamburg, Mitglied im Kommunalpolitischen Ausschuss der Bürgerschaft, Weiterbildung an der [[Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld]],
== Leben & Beruf ==
Nach der Volksschule machte er eine Ausbildung zum Schiffszimmermann. Er arbeitete jedoch zunächst als Jugendpfleger in Hamburg.<ref name=":0">Siehe Landtagsinformationssystem</ref> Zum Schiffbauingenieur bildete er sich wohl erst nach [[1933]] oder später weiter, da er vor ihrer Schließung [[1933]] auch die [[Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld]] besuchte.


[[1933]]-[[1936]] arbeitslos, anschließend Werftarbeiter, [[1944]]-[[1945]] Soldat.<ref>Vgl. {{Martens-45-59}}, Seite 550</ref> Sein Verhalten während der nationalsozialistischen Diktatur wird von Danker/Lehmann-Himmel in ihrer Studie als „oppositionell, ‚gemeinschaftsfremd‘“ charakterisiert.<ref>[https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4400/drucksache-18-4464.pdf Landtagsdrucksache 18-4464], S. 184, 274, abgerufen am 24. Juli 2024.</ref>
[[1933]] wurde er aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst entlassen und war bis [[1936]] arbeitslos, anschließend - immer noch in Hamburg - Werftarbeiter. Diese Arbeit war offenbar kriegswichtig, denn erst [[1944]] wurde er mit fast 40 Jahren zur Wehrmacht einberufen.<ref>Vgl. {{Martens-45-59}}, Seite 550</ref> Sein Verhalten während der nationalsozialistischen Diktatur wird von Danker/Lehmann-Himmel in ihrer Studie als „oppositionell, ‚gemeinschaftsfremd‘“ charakterisiert.<ref>[https://www.landtag.ltsh.de/infothek/wahl18/drucks/4400/drucksache-18-4464.pdf Landtagsdrucksache 18-4464], S. 184, 274</ref>


[[1. März]] [[1946]]-[[1961]]<ref>{{Martens-45-59}}, Seite 211</ref> zunächst Kreissekretär im [[Kreisverband Stormarn]]. Bei der Reorganisation des Hauptamtes zum [[1. Oktober]] [[1949]] erhielt er die Zuständigkeit für den neu gebildeten [[Unterbezirk|Unterbezirk VII]], der die Kreisverbände [[Kreisverband Stormarn|Stormarn]] und [[Kreisverband Herzogtum Lauenburg|Lauenburg]] umfasste<ref>{{Martens-45-59}}, Seite 196</ref>.
Er war verheiratet; das Ehepaar hatte drei Kinder. Die Familie lebte nach der NS-Herrschaft in der Hoisdorfer Landstraße 47 in [[Ortsverein Großhansdorf|Großhansdorf]]. Er gab an, [[1955]] in [[Kreisverband Kiel|Kiel]] gewohnt zu haben, und bezeichnete sich als konfessionslos.<ref name=":0" />


Bei der [[Landtagswahl 1947]] gewann er den Wahlkreis 34 (Segeberg-Süd) und blieb bis Ende der Wahlperiode Landtagsabgeordneter. 1954 und 1955 war er stellvertretender Kreispräsident des Kreises Stormarn, 1961 Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Südstormarn.
Nicht ermittelt ist, was ihn nach Schleswig-Holstein brachte. [[Holger Martens]] schreibt, er sei "während des Krieges" gekommen<ref>{{Martens-45-59}}, S. 228</ref>, also vielleicht im Zusammenhang mit der Zerstörung Hamburgs [[1943]].
 
== Partei & Politik ==
[[1923]] trat er der kommunistischen Jugendorganisation bei, [[1926]] wechselte er zur [[SAJ]], wurde auch Mitglied der [[Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde|Kinderfreunde]]. Er war SPD-Bezirksführer in Hamburg und gehörte dem Kommunalpolitischen Ausschuss der Bürgerschaft an.
Am [[1. März]] [[1946]] wurde er von der SPD zunächst als Kreissekretär im [[Kreisverband Stormarn]] beschäftigt.<ref>{{Martens-45-59}}, Seite 211</ref> Bei der Reorganisation des Hauptamtes zum [[1. Oktober]] [[1949]] erhielt er die Zuständigkeit für den neu gebildeten [[Unterbezirk|Unterbezirk VII]], der die Kreisverbände [[Kreisverband Stormarn|Stormarn]] und [[Kreisverband Herzogtum Lauenburg|Lauenburg]] umfasste.<ref>{{Martens-45-59}}, Seite 197</ref>
 
=== Landtag ===
Bei der [[Landtagswahl 1947]] gewann er den Wahlkreis 34 (Segeberg-Süd); er war aktiv im Innenausschuss, Landespolizeiausschuss, im Landeswahlausschuss und gehörte dem Landespolizeibeirat an.<ref name=":0" />
 
=== Kommunalpolitik ===
[[1954]] und [[1955]] war er stellvertretender Kreispräsident des Kreises Stormarn, [[1961]]-?? Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Südstormarn.


==Links==
==Links==
*{{LIS|463}}
*Landtagsinformationssystem: [https://e-lissh.landtag.ltsh.de/portal/browse.tt.html?type=generic5&action=link&db=lsh.samt&text=Wilhelm Esser]
*{{Wikipedia|NAME=Wilhelm Esser (Politiker)}}
*{{Wikipedia|NAME=Wilhelm Esser (Politiker)}}


== Einzelnachweise ==
== Einzelnachweise ==
<references />
<references />
[[Kategorie:Kreisverband Herzogtum Lauenburg]]
[[Kategorie:Kreisverband Herzogtum Lauenburg]]
[[Kategorie:Kreisverband Segeberg]]
[[Kategorie:Kreisverband Segeberg]]
[[Kategorie:Kreisverband Stormarn]]
[[Kategorie:Kreisverband Stormarn]]
[[Kategorie:Vervollständigen]]

Version vom 30. März 2025, 18:09 Uhr

Noch kein Foto vorhanden
Noch kein Foto vorhanden
Wilhelm Esser
Geboren: 25. April 1907
Gestorben: 19. Juli 1995

Peter Wilhelm Esser, * 25. April 1907 in Hamburg, † 19. Juli 1995; Schiffszimmerer, Schiffbauingenieur, Parteisekretär. Mitglied der SPD ab 1927.

Leben & Beruf

Nach der Volksschule machte er eine Ausbildung zum Schiffszimmermann. Er arbeitete jedoch zunächst als Jugendpfleger in Hamburg.[1] Zum Schiffbauingenieur bildete er sich wohl erst nach 1933 oder später weiter, da er vor ihrer Schließung 1933 auch die Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld besuchte.

1933 wurde er aus politischen Gründen aus dem Staatsdienst entlassen und war bis 1936 arbeitslos, anschließend - immer noch in Hamburg - Werftarbeiter. Diese Arbeit war offenbar kriegswichtig, denn erst 1944 wurde er mit fast 40 Jahren zur Wehrmacht einberufen.[2] Sein Verhalten während der nationalsozialistischen Diktatur wird von Danker/Lehmann-Himmel in ihrer Studie als „oppositionell, ‚gemeinschaftsfremd‘“ charakterisiert.[3]

Er war verheiratet; das Ehepaar hatte drei Kinder. Die Familie lebte nach der NS-Herrschaft in der Hoisdorfer Landstraße 47 in Großhansdorf. Er gab an, 1955 in Kiel gewohnt zu haben, und bezeichnete sich als konfessionslos.[1]

Nicht ermittelt ist, was ihn nach Schleswig-Holstein brachte. Holger Martens schreibt, er sei "während des Krieges" gekommen[4], also vielleicht im Zusammenhang mit der Zerstörung Hamburgs 1943.

Partei & Politik

1923 trat er der kommunistischen Jugendorganisation bei, 1926 wechselte er zur SAJ, wurde auch Mitglied der Kinderfreunde. Er war SPD-Bezirksführer in Hamburg und gehörte dem Kommunalpolitischen Ausschuss der Bürgerschaft an.

Am 1. März 1946 wurde er von der SPD zunächst als Kreissekretär im Kreisverband Stormarn beschäftigt.[5] Bei der Reorganisation des Hauptamtes zum 1. Oktober 1949 erhielt er die Zuständigkeit für den neu gebildeten Unterbezirk VII, der die Kreisverbände Stormarn und Lauenburg umfasste.[6]

Landtag

Bei der Landtagswahl 1947 gewann er den Wahlkreis 34 (Segeberg-Süd); er war aktiv im Innenausschuss, Landespolizeiausschuss, im Landeswahlausschuss und gehörte dem Landespolizeibeirat an.[1]

Kommunalpolitik

1954 und 1955 war er stellvertretender Kreispräsident des Kreises Stormarn, 1961-?? Vorstandsvorsitzender der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Südstormarn.

Links

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Siehe Landtagsinformationssystem
  2. Vgl. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, Seite 550
  3. Landtagsdrucksache 18-4464, S. 184, 274
  4. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, S. 228
  5. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, Seite 211
  6. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, Seite 197