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:"Vormittags hatten wir Unterricht... Nachmittags hatte ein HJ-Führer die Aufsicht. Mit Marschieren, Geländespielen und dem Auswendiglernen der NS-Ideologien wurde die Zeit verbracht."<ref>Theodor Sakmirda, "Rückblick", 2017, unveröffentlicht, S.2</ref> | :"Vormittags hatten wir Unterricht... Nachmittags hatte ein HJ-Führer die Aufsicht. Mit Marschieren, Geländespielen und dem Auswendiglernen der NS-Ideologien wurde die Zeit verbracht."<ref>Theodor Sakmirda, "Rückblick", 2017, unveröffentlicht, S.2</ref> | ||
Ab [[Oktober]] [[1943]] wurden Kinder, die Verwandte außerhalb in Kiel hatten, dort untergebracht und mussten nicht mehr die Kinderlandverschickung mitmachen. So kam Theo [[1944]] nach Suchsdorf (das damals noch nicht zu Kiel gehörte) und besuchte hier die Dorfschule. | Ab [[Oktober]] [[1943]] wurden Kinder, die Verwandte außerhalb in Kiel hatten, dort untergebracht und mussten nicht mehr die Kinderlandverschickung mitmachen. So kam Theo [[1944]] nach Suchsdorf (das damals noch nicht zu Kiel gehörte) und besuchte hier die Dorfschule. | ||
Ab [[1944]] bis [[1947]] Lehre zum Werkzeugmacher bei der Firma HAGENUK. | |||
:"Die Lehrlinge wurden manchmal zur Brandwache eingeteilt. Wir mussten dann in der Firma übernachten. Bei Luftalarm wurden wir auf einzelne Beobachtungsposten verteilt.... wenige Wochen später,... trafen mehrere Bomben das Werksgelände. Wir mussten Trümmer räumen und ... zerborstene Scheiben aus den Fensterrahmen entfernen... Meinen ersten Urlaub mußte ich zwangsweise in einem Wehrertüchtigungslager verbringen. Das hatten die NS-Größen befohlen."<ref>Theodor Sakmirda, "Rückblick", 2017, unveröffentlicht, S.3</ref> | |||
Am [[18. Juli]] [[1944]] wurde das Haus am Hohenzollerndamm durch Bomben zerstört. Theodor entfernte sich unerlaubt aus dem Wehrertüchtigungslager, um seine Familie zu suchen. Sein Vater konnte verletzt aus den Trümmern geborgen werden, seine Mutter und seine Schwester hatten sich noch in einen Bunker in Sicherheit bringen können. Danach bekam die Familie eine Wohnung in Einfeld zugeteilt. | |||
Kurz vor Kriegsende erhielt Theodor noch seinen Einberufungsbefehl zur Wehrmacht. Seine Vater verbrannte diesen. Die englischen Truppen standen schon kurz vor Hamburg. | |||
Nach dem Krieg Besuch der Abendschule | |||
== Partei & Politik == | == Partei & Politik == | ||
Kurz nach Kriegsende, so erinnert Theo sich | |||
:"sagte mein Vater zu mir: "Du kannst mal mitkommen. Ich treffe mich mit ein paar Freunden, die ich von vor [[1933]] kenne." Parteinenbildung war durch Besatzungsstatut verboten. Ich war so beeindruckt, dass sich Frauen und Männer trafen und sich Gedanken machten, wie eine neues demokratisches Deutschland gestaltet werden könnte. Hier fiel meine Entscheidung. Wenn Parteien wieder zugelassen werden, werde ich mich der Partei anschließen."<ref>Theodor Sakmirda, "Rückblick", 2017, unveröffentlicht, S.4</ref> | |||
Nach einem Ferientreffen der "Roten-Falken" [[1946]] in Rendsburg , wo viele alte Schulfreunde zusammenkommen, wurde Theodor Sakmirda Mitglied der Falken. Hier lernte er auch seine spätere Frau [[Marta Sakmirda|Marta]] kennen. | |||
== Ehrungen == | == Ehrungen == | ||
[[Datei:Ehrung von Theodor Sakmirda.jpg|360px|thumb|left]]Am [[10. Januar]] [[2013]] wurde Theodor die [[Willy-Brandt-Medaille]] durch den Landesvorsitzenden [[Ralf Stegner]] im Beisein der Kieler Oberbürgermeisterin [[Susanne Gaschke]] überreicht. | [[Datei:Ehrung von Theodor Sakmirda.jpg|360px|thumb|left]]Am [[10. Januar]] [[2013]] wurde Theodor die [[Willy-Brandt-Medaille]] durch den Landesvorsitzenden [[Ralf Stegner]] im Beisein der Kieler Oberbürgermeisterin [[Susanne Gaschke]] überreicht. | ||
Version vom 31. Juli 2019, 09:46 Uhr
| Theodor Sakmirda |
Theodor Sakmirda, * 30. Dezember 1929 , in Kiel, verheiratet mit Marta Sakmirda, eine Tochter. SPD Mitglied seit 1952. Seit 1973 wohnhaft in Kronshagen
Leben & Beruf
Ab 1931 wächst Theodor Sakmirda in einer "Kleinwohnungsbau-Genossenschaft der Kieler Gewerkschaften" am Hohenstaufenring (heute Westring) auf. Besuch der Volksschule, 1941 im Rahmen der Kinderlandverschickung (KLV) für mehrere Monate in Thiesow (Rügen) und 1943 in Mayerling und Türnitz (Österreich) untergebracht.
- "Vormittags hatten wir Unterricht... Nachmittags hatte ein HJ-Führer die Aufsicht. Mit Marschieren, Geländespielen und dem Auswendiglernen der NS-Ideologien wurde die Zeit verbracht."[1]
Ab Oktober 1943 wurden Kinder, die Verwandte außerhalb in Kiel hatten, dort untergebracht und mussten nicht mehr die Kinderlandverschickung mitmachen. So kam Theo 1944 nach Suchsdorf (das damals noch nicht zu Kiel gehörte) und besuchte hier die Dorfschule.
Ab 1944 bis 1947 Lehre zum Werkzeugmacher bei der Firma HAGENUK.
- "Die Lehrlinge wurden manchmal zur Brandwache eingeteilt. Wir mussten dann in der Firma übernachten. Bei Luftalarm wurden wir auf einzelne Beobachtungsposten verteilt.... wenige Wochen später,... trafen mehrere Bomben das Werksgelände. Wir mussten Trümmer räumen und ... zerborstene Scheiben aus den Fensterrahmen entfernen... Meinen ersten Urlaub mußte ich zwangsweise in einem Wehrertüchtigungslager verbringen. Das hatten die NS-Größen befohlen."[2]
Am 18. Juli 1944 wurde das Haus am Hohenzollerndamm durch Bomben zerstört. Theodor entfernte sich unerlaubt aus dem Wehrertüchtigungslager, um seine Familie zu suchen. Sein Vater konnte verletzt aus den Trümmern geborgen werden, seine Mutter und seine Schwester hatten sich noch in einen Bunker in Sicherheit bringen können. Danach bekam die Familie eine Wohnung in Einfeld zugeteilt. Kurz vor Kriegsende erhielt Theodor noch seinen Einberufungsbefehl zur Wehrmacht. Seine Vater verbrannte diesen. Die englischen Truppen standen schon kurz vor Hamburg.
Nach dem Krieg Besuch der Abendschule
Partei & Politik
Kurz nach Kriegsende, so erinnert Theo sich
- "sagte mein Vater zu mir: "Du kannst mal mitkommen. Ich treffe mich mit ein paar Freunden, die ich von vor 1933 kenne." Parteinenbildung war durch Besatzungsstatut verboten. Ich war so beeindruckt, dass sich Frauen und Männer trafen und sich Gedanken machten, wie eine neues demokratisches Deutschland gestaltet werden könnte. Hier fiel meine Entscheidung. Wenn Parteien wieder zugelassen werden, werde ich mich der Partei anschließen."[3]
Nach einem Ferientreffen der "Roten-Falken" 1946 in Rendsburg , wo viele alte Schulfreunde zusammenkommen, wurde Theodor Sakmirda Mitglied der Falken. Hier lernte er auch seine spätere Frau Marta kennen.
Ehrungen

Am 10. Januar 2013 wurde Theodor die Willy-Brandt-Medaille durch den Landesvorsitzenden Ralf Stegner im Beisein der Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke überreicht.

