Hermann Meyn: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Hermann Meyn''', * [[5. April]] [[1907]] in Horneburg, † [[22. Dezember]] [[1989]], vermutlich im Kreis Segeberg; Mitglied der SPD seit [[1952]].
'''Hermann Meyn''', * [[5. April]] [[1907]] in Horneburg, † [[22. Dezember]] [[1989]], vermutlich im Kreis Segeberg; selbstständiger Landwirt, Landtagsabgeordneter. Mitglied der SPD ab [[1952]].


== Leben & Beruf ==
== Leben & Beruf ==
Nach dem Besuch der Volksschule und des humanistischen Gymnasiums Athenaeum in Stade absolvierte Hermann Meyn eine landwirtschaftliche sowie eine kaufmännische Ausbildung. Ergänzend hierzu schloss er ein landwirtschaftliches Studium an der Universität Hamburg ab und bildete sich in Saatzucht- und Tierzuchtbetrieben weiter.
Nach dem Besuch der Volksschule und des humanistischen Gymnasiums Athenaeum in Stade absolvierte Hermann Meyn eine landwirtschaftliche sowie eine kaufmännische Ausbildung. Ergänzend hierzu schloss er ein landwirtschaftliches Studium an der Universität Hamburg ab und bildete sich in Saatzucht- und Tierzuchtbetrieben weiter.


Ab [[1928]] war Hermann Meyn als selbstständiger Landwirt tätig und bewirtschaftete zunächst gepachtete Betriebe in Niedersachsen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs pachtete er [[1945]] einen Betrieb in [[Ortsverein Harksheide|Harksheide]] (heute Norderstedt), der als Lehrwirtschaft anerkannt wurde. Ab [[1966]] war er Inhaber des landwirtschaftlichen Modellbetriebs "Neulandhof" im [[Kreisverband Segeberg|Kreis Segeberg]]. Parallel dazu betrieb er ab [[1954]] ein Milch- und Feinkostgeschäft in Hamburg und [[Ortsverein Garstedt|Garstedt]].
Ab [[1928]] war Hermann Meyn als selbstständiger Landwirt tätig und bewirtschaftete zunächst gepachtete Betriebe in Niedersachsen. Er gehörte bereits vor der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, aber nach September [[1930]]  der NSDAP an.<ref>{{Vorlage:Drucksache-18-4464}}, S. 108</ref> Die [[Entnazifizierung in Schleswig-Holstein#Aufarbeitung|Studie von Danker/Lehmann-Himmel]] ordnet seine Grundorientierung unter den fünf möglichen Kategorien als "angepasst ambivalent"<ref>Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, Anhang II, S. 4. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".</ref> und ihn darin als "Politisch Angepassten" ein<ref>Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung sind Akten im Bundesarchiv (BArch 10 AR 143/63 und PK 1069), Landesarchiv (LASH Abt. 352, Nr. 785) und im Archiv der Hansestadt Lübeck (AHL, Entnazifizierung, Bezirksausschuss 11189/49).</ref>.
 
Eine Anzeige von [[1964]], er habe im Zweiten Weltkrieg in Polen Kriegsverbrechen begangen, war leicht zu widerlegen; Hermann Meyn war nie in Polen eingesetzt, so dass es keinen hinreichenden Tatverdacht geben konnte. Es handelte sich wohl um eine Denunziation im Rahmen eines Nachbarschaftsstreits.<ref>{{Vorlage:Drucksache-18-4464}}, S. 135 f.</ref>
 
Nach dem Ende der NS-Herrschaft pachtete er [[1945]] einen Betrieb in [[Ortsverein Harksheide|Harksheide]] (heute [[Ortsverein Norderstedt|Norderstedt]]), der als Lehrwirtschaft anerkannt wurde. Ab [[1966]] war er Inhaber des landwirtschaftlichen Modellbetriebs "Neulandhof" im [[Kreisverband Segeberg|Kreis Segeberg]]. Parallel dazu betrieb er ab [[1954]] ein Milch- und Feinkostgeschäft in Hamburg und [[Ortsverein Garstedt|Garstedt]].


Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Hermann Meyn in zahlreichen genossenschaftlichen und wirtschaftlichen Gremien. Er war unter anderem Landesvorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins, Aufsichtsratsvorsitzender der Meierei-Genossenschaft Ulzburg und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Stormarn. Zudem gehörte er den Aufsichtsräten der RWE und der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft an.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Hermann Meyn in zahlreichen genossenschaftlichen und wirtschaftlichen Gremien. Er war unter anderem Landesvorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins, Aufsichtsratsvorsitzender der Meierei-Genossenschaft Ulzburg und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Stormarn. Zudem gehörte er den Aufsichtsräten der RWE und der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft an.


Hermann Meyn war evangelisch, dreimal verheiratet und hatte drei Kinder aus erster Ehe.
Er war evangelisch, dreimal verheiratet und hatte drei Kinder aus erster Ehe.


== Partei & Politik ==
== Partei & Politik ==
Hermann Meyn trat [[1952]] der SPD bei. Innerhalb der Partei engagierte er sich besonders für die Belange von Selbstständigen und in der Agrarpolitik. Er war Mitglied des Vorstands der [[Kreisverband Stormarn|Kreisverbands Stormarn]]. Darüber hinaus war er stellvertretender Landesvorsitzender und Ehrenkreisvorsitzender der [[Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen (AGS)|Arbeitsgemeinschaft "Selbständige"]] und Bundesvorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft "Selbständige". Er war Mitglied des [[Agrarpolitischer Beirat|agrarpolitischen Ausschusses des Landesvorstandes]] und des agrarpolitischen Ausschusses beim Parteivorstand der SPD in Bonn.
Hermann Meyn trat [[1952]] der SPD bei. Innerhalb der Partei engagierte er sich besonders für die Belange von Selbstständigen und in der Agrarpolitik. Er war zeitweise Mitglied des Vorstands der [[Kreisverband Stormarn|SPD Kreis Stormarn]], stellvertretender Landesvorsitzender und Ehrenkreisvorsitzender der [[Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen (AGS)|Arbeitsgemeinschaft "Selbständige"]] und auch Mitglied in deren Bundesvorstand. Er gehörte dem [[Agrarpolitischer Beirat|agrarpolitischen Beirat des Landesvorstandes]] und dem agrarpolitischen Ausschuss beim Parteivorstand der SPD in Bonn an.
[[Datei:Hermann Meyn 1957.jpg|links|mini|Hermann Meyn, 1957]]
[[Datei:Hermann Meyn 1957.jpg|links|mini|Hermann Meyn, 1957]]
Seine parlamentarische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Kreistagsabgeordneter im Kreis Stormarn. Am [[8. November]] [[1956]] rückte er für den verstorbenen Abgeordneten [[Heinrich Wilckens]] über die Landesliste in den Schleswig-Holsteinischen Landtag nach. Er gehörte dem Landesparlament insgesamt über vier Wahlperioden bis zum [[15. Mai]] [[1971]] an.
Seine parlamentarische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Kreistagsabgeordneter im Kreis Stormarn.  
 
=== Landtag und Bundestag ===
Am [[8. November]] [[1956]] rückte er für den verstorbenen Abgeordneten [[Heinrich Wilckens]] über die Landesliste in den Schleswig-Holsteinischen Landtag nach. Er gehörte dem Landesparlament über insgesamt vier Wahlperioden bis zum [[15. Mai]] [[1971]] an, immer über die Landesliste.


Im Landtag lag sein Schwerpunkt in der Agrar- und Strukturpolitik:
Im Landtag lag sein Schwerpunkt in der Agrar- und Strukturpolitik: Er war aktiv im Agrarausschuss und im Eingabenausschuss - in beiden zeitweise als stellvertretender Vorsitzender -, außerdem im Ausschuss für Heimatvertriebene, für Wahlprüfung sowie im Landeskleingartenausschuss.


* Agrarausschuss''':''' Mitglied von [[1956]] bis [[1971]]; stellvertretender Vorsitzender von [[1962]] bis [[1967]].
Zur [[Bundestagswahl 1961]] trat Hermann Meyn im Wahlkreis 4 (Norder- und Süderdithmarschen) an, auf Platz 13 der Liste. Dies reichte nicht aus für ein Bundestagsmandat.
* Eingabenausschuss''':''' Mitglied von [[1958]] bis [[1971]]; stellvertretender Vorsitzender von [[1967]] bis [[1971]].
* Zudem war er Mitglied im Ausschuss für Heimatvertriebene, im Ausschuss für Wahlprüfung sowie im Landeskleingartenausschuss.


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==
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*{{Wikipedia|NAME=Hermann Meyn (Politiker)}}
*{{Wikipedia|NAME=Hermann Meyn (Politiker)}}


[[Kategorie:Kreisverband Stormarn|Meyn, Hermann]]
== Einzelnachweise ==
[[Kategorie:Vervollständigen|Meyn, Hermann]]
<references />
 
[[Kategorie:Kreisverband Stormarn]]
[[Kategorie:Ortsverein Garstedt]]
[[Kategorie:Ex-NSDAP-Mitglied]]

Version vom 18. Februar 2026, 05:40 Uhr

Hermann Meyn
Hermann Meyn
Hermann Meyn
Geboren: 5. April 1907
Gestorben: 22. Dezember 1989

Hermann Meyn, * 5. April 1907 in Horneburg, † 22. Dezember 1989, vermutlich im Kreis Segeberg; selbstständiger Landwirt, Landtagsabgeordneter. Mitglied der SPD ab 1952.

Leben & Beruf

Nach dem Besuch der Volksschule und des humanistischen Gymnasiums Athenaeum in Stade absolvierte Hermann Meyn eine landwirtschaftliche sowie eine kaufmännische Ausbildung. Ergänzend hierzu schloss er ein landwirtschaftliches Studium an der Universität Hamburg ab und bildete sich in Saatzucht- und Tierzuchtbetrieben weiter.

Ab 1928 war Hermann Meyn als selbstständiger Landwirt tätig und bewirtschaftete zunächst gepachtete Betriebe in Niedersachsen. Er gehörte bereits vor der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, aber nach September 1930 der NSDAP an.[1] Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel ordnet seine Grundorientierung unter den fünf möglichen Kategorien als "angepasst ambivalent"[2] und ihn darin als "Politisch Angepassten" ein[3].

Eine Anzeige von 1964, er habe im Zweiten Weltkrieg in Polen Kriegsverbrechen begangen, war leicht zu widerlegen; Hermann Meyn war nie in Polen eingesetzt, so dass es keinen hinreichenden Tatverdacht geben konnte. Es handelte sich wohl um eine Denunziation im Rahmen eines Nachbarschaftsstreits.[4]

Nach dem Ende der NS-Herrschaft pachtete er 1945 einen Betrieb in Harksheide (heute Norderstedt), der als Lehrwirtschaft anerkannt wurde. Ab 1966 war er Inhaber des landwirtschaftlichen Modellbetriebs "Neulandhof" im Kreis Segeberg. Parallel dazu betrieb er ab 1954 ein Milch- und Feinkostgeschäft in Hamburg und Garstedt.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Hermann Meyn in zahlreichen genossenschaftlichen und wirtschaftlichen Gremien. Er war unter anderem Landesvorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins, Aufsichtsratsvorsitzender der Meierei-Genossenschaft Ulzburg und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Stormarn. Zudem gehörte er den Aufsichtsräten der RWE und der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft an.

Er war evangelisch, dreimal verheiratet und hatte drei Kinder aus erster Ehe.

Partei & Politik

Hermann Meyn trat 1952 der SPD bei. Innerhalb der Partei engagierte er sich besonders für die Belange von Selbstständigen und in der Agrarpolitik. Er war zeitweise Mitglied des Vorstands der SPD Kreis Stormarn, stellvertretender Landesvorsitzender und Ehrenkreisvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft "Selbständige" und auch Mitglied in deren Bundesvorstand. Er gehörte dem agrarpolitischen Beirat des Landesvorstandes und dem agrarpolitischen Ausschuss beim Parteivorstand der SPD in Bonn an.

Hermann Meyn, 1957

Seine parlamentarische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Kreistagsabgeordneter im Kreis Stormarn.

Landtag und Bundestag

Am 8. November 1956 rückte er für den verstorbenen Abgeordneten Heinrich Wilckens über die Landesliste in den Schleswig-Holsteinischen Landtag nach. Er gehörte dem Landesparlament über insgesamt vier Wahlperioden bis zum 15. Mai 1971 an, immer über die Landesliste.

Im Landtag lag sein Schwerpunkt in der Agrar- und Strukturpolitik: Er war aktiv im Agrarausschuss und im Eingabenausschuss - in beiden zeitweise als stellvertretender Vorsitzender -, außerdem im Ausschuss für Heimatvertriebene, für Wahlprüfung sowie im Landeskleingartenausschuss.

Zur Bundestagswahl 1961 trat Hermann Meyn im Wahlkreis 4 (Norder- und Süderdithmarschen) an, auf Platz 13 der Liste. Dies reichte nicht aus für ein Bundestagsmandat.

Ehrungen

Für sein vielfältiges ehrenamtliches und politisches Engagement wurde ihm am 22. Januar 1968 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2016) (Drucksache 18/4464), S. 108
  2. Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, Anhang II, S. 4. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".
  3. Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung sind Akten im Bundesarchiv (BArch 10 AR 143/63 und PK 1069), Landesarchiv (LASH Abt. 352, Nr. 785) und im Archiv der Hansestadt Lübeck (AHL, Entnazifizierung, Bezirksausschuss 11189/49).
  4. Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2016) (Drucksache 18/4464), S. 135 f.