Wilhelm Esser: Unterschied zwischen den Versionen
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Nach der Volksschule machte Wilhelm Esser eine Ausbildung zum Schiffszimmermann. Er arbeitete danach jedoch als Jugendpfleger in Hamburg. Zum Schiffbauingenieur bildete er sich wohl erst nach [[1933]] weiter, da er vor ihrer Schließung durch die Nazis auch die [[Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld]] besuchte. | Nach der Volksschule machte Wilhelm Esser eine Ausbildung zum Schiffszimmermann. Er arbeitete danach jedoch als Jugendpfleger in Hamburg. Zum Schiffbauingenieur bildete er sich wohl erst nach [[1933]] weiter, da er vor ihrer Schließung durch die Nazis auch die [[Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld]] besuchte. | ||
[[1933]] wurde er aus politischen Gründen aus dem öffentlichen Dienst entlassen und war bis [[1936]] arbeitslos, anschließend - immer noch in Hamburg - Werftarbeiter. Diese Arbeit war offenbar kriegswichtig, denn erst [[1944]] wurde er mit fast 40 Jahren zur Wehrmacht einberufen.<ref>Vgl. {{Martens-45-59}}, Seite 550</ref> Die [[Entnazifizierung in Schleswig-Holstein#Aufarbeitung|Studie von Danker/Lehmann-Himmel]] ordnet | [[1933]] wurde er aus politischen Gründen aus dem öffentlichen Dienst entlassen und war bis [[1936]] arbeitslos, anschließend - immer noch in Hamburg - Werftarbeiter. Diese Arbeit war offenbar kriegswichtig, denn erst [[1944]] wurde er mit fast 40 Jahren zur Wehrmacht einberufen.<ref>Vgl. {{Martens-45-59}}, Seite 550</ref> Die [[Entnazifizierung in Schleswig-Holstein#Aufarbeitung|Studie von Danker/Lehmann-Himmel]] ordnet seine Position in der NS-Zeit unter den fünf möglichen Kategorien als "oppositionell / gemeinschaftsfremd"<ref>Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 173. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".</ref> und ihn darin als "Exkludierten Anderen" ein.<ref>Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung ist eine Akte im Landesarchiv (LASH Abt. 460.15, Nr. 104).</ref> | ||
Er bezeichnete sich als konfessionslos. Mit seiner Ehefrau hatte er drei Kinder. Die Familie lebte zur Zeit seines Landtagsmandats in der Hoisdorfer Landstraße 47 in [[Ortsverein Großhansdorf|Großhansdorf]], [[1955]] nach Recherchen der Landtagsverwaltung dann in [[Kreisverband Kiel|Kiel]] - für wie lange, ob die ganze Familie oder er allein, ist bisher nicht ermittelt.<ref>Landtagsinformationssystem: [https://e-lissh.landtag.ltsh.de/portal/browse.tt.html?type=generic5&action=link&db=lsh.samt&text= Wilhelm Esser]</ref> | Er bezeichnete sich als konfessionslos. Mit seiner Ehefrau hatte er drei Kinder. Die Familie lebte zur Zeit seines Landtagsmandats in der Hoisdorfer Landstraße 47 in [[Ortsverein Großhansdorf|Großhansdorf]], [[1955]] nach Recherchen der Landtagsverwaltung dann in [[Kreisverband Kiel|Kiel]] - für wie lange, ob die ganze Familie oder er allein, ist bisher nicht ermittelt.<ref>Landtagsinformationssystem: [https://e-lissh.landtag.ltsh.de/portal/browse.tt.html?type=generic5&action=link&db=lsh.samt&text= Wilhelm Esser]</ref> | ||
Aktuelle Version vom 26. Februar 2026, 03:02 Uhr
| Wilhelm Esser |
Peter Wilhelm Esser, * 25. April 1907 in Hamburg, † 19. Juli 1995; Schiffszimmerer, Schiffbauingenieur, Parteisekretär. Mitglied der SPD ab 1927.
Leben & Beruf
Nach der Volksschule machte Wilhelm Esser eine Ausbildung zum Schiffszimmermann. Er arbeitete danach jedoch als Jugendpfleger in Hamburg. Zum Schiffbauingenieur bildete er sich wohl erst nach 1933 weiter, da er vor ihrer Schließung durch die Nazis auch die Arbeitervolkshochschule Harrisleefeld besuchte.
1933 wurde er aus politischen Gründen aus dem öffentlichen Dienst entlassen und war bis 1936 arbeitslos, anschließend - immer noch in Hamburg - Werftarbeiter. Diese Arbeit war offenbar kriegswichtig, denn erst 1944 wurde er mit fast 40 Jahren zur Wehrmacht einberufen.[1] Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel ordnet seine Position in der NS-Zeit unter den fünf möglichen Kategorien als "oppositionell / gemeinschaftsfremd"[2] und ihn darin als "Exkludierten Anderen" ein.[3]
Er bezeichnete sich als konfessionslos. Mit seiner Ehefrau hatte er drei Kinder. Die Familie lebte zur Zeit seines Landtagsmandats in der Hoisdorfer Landstraße 47 in Großhansdorf, 1955 nach Recherchen der Landtagsverwaltung dann in Kiel - für wie lange, ob die ganze Familie oder er allein, ist bisher nicht ermittelt.[4]
Nicht ermittelt ist auch, was ihn nach Schleswig-Holstein brachte. Holger Martens schreibt, er sei "während des Krieges" gekommen[5], also vielleicht im Zusammenhang mit der Zerstörung Hamburgs 1943, als viele Betroffene in umliegende Orte evakuiert wurden.
Partei & Politik
1923 trat Wilhelm Esser der kommunistischen Jugendorganisation bei, 1926 wechselte er zur SAJ, wurde auch Mitglied der Kinderfreunde. Er war SPD-Bezirksführer in Hamburg und gehörte dem Kommunalpolitischen Ausschuss der Bürgerschaft an.
Nach der Wiedergründung der SPD wurde er von der SPD ab 1. März 1946 zunächst als Kreissekretär für den Kreisverband Stormarn beschäftigt.[6] Bei der Reorganisation des Hauptamtes zum 1. Oktober 1949 erhielt er die Zuständigkeit für den neu gebildeten Unterbezirk VII, der die Kreisverbände Stormarn und Herzogtum Lauenburg umfasste.[7]
Landtag
Bei der Landtagswahl 1947 trat er im Wahlkreis 34 (Segeberg-Süd) an und wurde direkt gewählt; er war aktiv im Innenausschuss, Landespolizeiausschuss, im Landeswahlausschuss und gehörte dem Landespolizeibeirat an.
Ob er zur Landtagswahl 1950 wieder antrat, ist nicht ermittelt; falls er es tat, fiel er wie mehrere andere dem schlechten Abschneiden der SPD zum Opfer.
Kommunalpolitik
Er scheint danach zur Kreiswahl 1951 angetreten zu sein, denn 1954/1955 war er stellvertretender Kreispräsident des Kreises Stormarn. Wie lange er im Kreistag blieb, ist nicht ermittelt, auch nicht, ob sein Ehrenamt in der Gemeinnützigen Wohnungsgenossenschaft Südstormarn damit zusammenhing, wo er ab 1961 dem Aufsichtsrat angehörte.
Links
- Landtagsinformationssystem: Wilhelm Esser
- Wikipedia: Wilhelm Esser (Politiker)
Einzelnachweise
- ↑ Vgl. Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, Seite 550
- ↑ Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, S. 173. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".
- ↑ Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung ist eine Akte im Landesarchiv (LASH Abt. 460.15, Nr. 104).
- ↑ Landtagsinformationssystem: Wilhelm Esser
- ↑ Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, S. 228
- ↑ Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, Seite 211
- ↑ Martens, Holger: Die Geschichte der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands in Schleswig-Holstein 1945 - 1959 (Malente 1998), ISBN 3-933862-24-8, Seite 197

