Willi Sander

Aus SPD Geschichtswerkstatt
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Willi Sander
Willi Sander
Willi Sander
Geboren: 27. Oktober 1907
Gestorben: 27. Juni 1995

Willi Sander, * 27. Oktober 1907 in Primkenau, † 27. Juni 1995 in Flensburg; Genossenschaftler, Kommunalpolitiker und Gründer des Selbsthilfe-Bauvereins Flensburg (SBV). Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Willi Sander wurde in Primkenau, Kreis Sprottau (Niederschlesien) geboren. Er studierte Rechtswissenschaft in Breslau und trat dort dem Corps Silingia Breslau zu Köln bei, das ihn später zum Ehrencorpsburschen ernannte. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam er als Heimatvertriebener nach Flensburg, wo er seine Familie wiederfand. Er war verheiratet mit Gertrud Traute Grützner (* 6. Juli 1920, † 19. Januar 2008). Das Paar hatte drei Kinder: Gudrun, Manfred (ebenfalls Mitglied im Corps Silingia; * 8. September 1941, † 30. Oktober 1997) und Heike (* 1. Juli 1945, † 9. Oktober 2012).[1]

Genossenschaftsarbeit

Willi Sander war Gründer des Selbsthilfe-Bauvereins Flensburg e.G. (SBV) und leitete diesen von Juli 1949 bis Dezember 1974 als Vorsitzender. In dieser Funktion spielte er eine zentrale Rolle bei der Stadtentwicklung Flensburgs, insbesondere beim Aufbau von Wohnraum für Vertriebene und Geflüchtete in den 1950er und 1960er Jahren. Er trug maßgeblich zur Beschleunigung des Barackenräumprogramms bei und prägte die Entwicklung des Stadtteils Fruerlund, der unter Flensburgern auch als Sandershausen oder Flüchteby bekannt wurde. Später brachte er die Idee der Fernwärmeversorgung aus Dänemark nach Flensburg.[2]

Vertriebenenarbeit

Ab 1945 engagierte sich Sander in der Vertriebenenarbeit. Er war Mitbegründer des Kreisverbands der Vertriebenen Deutschen - Vereinigte Landsmannschaften Flensburg (1948) und fungierte dort von 1967 bis 1993 als 2. Vorsitzender sowie später als Ehrenvorsitzender. Insgesamt war er über 50 Jahre Vorstandsmitglied dieser Kreisgruppe.

Partei & Politik

Von 1948 bis 1970 war Sander, mit einer kurzen Unterbrechung, Mitglied der Ratsversammlung Flensburg. Von 1964 bis 1970 war er Fraktionsvorsitzender der SPD Flensburg. Ab 1959 gehörte er zudem dem Magistrat der Stadt Flensburg an.[3]

Ehrungen

Willi Sander wurde mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille des Landes Schleswig-Holstein, dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse sowie dem Schlesienkreuz ausgezeichnet.

Gedenken

Zu Ehren von Willi Sander wurde im Jahr 2000 die Straße am Verwaltungssitz des SBV in Willi-Sander-Platz umbenannt. Zudem erinnert dort ein Gedenkstein an sein Wirken. An der östlichen Seite des Brückenbaus zum Verwaltungsgebäude ist in einem Wannbild das Gesicht des Gründers zu erkennen.

Links

Einzelnachweise

  1. Eiko Wenzel: Fruerlund - eine neue Heimat, In: Fruerlund – Stadumbau, ein Quartier erfindet sich neu. (Ges. f. Flensburger Stadtgesch. [Hrsg.]: Band 81). Flensburg 2016, ISBN 978-3-925856-76-1, ISBN  978-925856-76-1, S. 23.
  2. Nowc, Gerhard: 75 Jahre SBV Flensburg: Als der Grundstein für das heutige Fruerlund gelegt wurde, bei: shz.de, 14.04.2024
  3. Hans Ulrich Jeromin, Claus Olsen: Die Flensburger Sozialdemokratie zwischen 1954 und 1970 – Schlaglichter aus den 50er und 60er Jahren, In: 125 Jahre SPD in Flensburg 1868-1993. ( Ges. f. Flensburger Stadtgesch. [Hrsg.]: Band 24). Flensburg 1993, ISBN 3-925856-23-4, S. 259.