Eduard Adler

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Eduard Adler
Geboren: 30. April 1861
Gestorben: 14. Mai 1940

Eduard Adler (* 30. April 1861 in Berlin[1]; † 1940[2]) war Chefredakteur der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung und Stadtverordneter für die SPD in Kiel.

In einem Beitrag über Eduard Adler schrieb Karl Rickers:

"... es gibt im Raum Schleswig-Holstein gewiß nicht viele Persönlichkeiten von dem poltitischen und geistigen Rang und zugleich der politischen Wirksamkeit Eduard Adlers. Es dürften Adler und Legien gewesen sein, die von der Jahrhundertwende an das Bild der hiesigen Arbeiterbewegung in erster Linie geprägt haben."[3]

Eduard Adler stammt aus einer bürgerlichen Familie jüdischer Herkunft. Seine Eltern waren der Kaufmann Otto Adler und Helene Adler, geborene Herz. Es ist nicht geklärt, ob seine Eltern der jüdischen Religionsgemeinschaft angehörten; er selbst bezeichnete sich als konfessionslos. Er besuchte das Luisenstädtische Gymnasium (heute Heinrich-Schliemann-Oberschule) in Berlin und absolvierte seinen Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger im 3. Garderegiment. Anschließend studierte er Naturwissenschaften, Philosophie, Neuere Sprachen, Statistik, Nationalökonomie und Rechtswissenschaft. Nach dem Studium wechselte er zum Journalismus.

Eduard Adler kam zur Arbeiterbewegung - wie so manche führenden Persönlichkeiten der damaligen Sozialdemokratie - offenbar aus dem Gefühl gesellschaftlicher Zurücksetzung infolge seiner jüdischen Herkunft.

Das Kieler Adressbuch von 1914 verzeichnet den Eintrag:

Adler, Ed., Redakt., Goethestr. 24[4]

Schleswig-Holsteinische Volkszeitung

Eduard Adler war von 1884 an als Redakteur tätig, zunächst an verschiedenen bürgerlichen Provinzblättern. Vor der Jahrhundertwende kam er nach Schleswig-Holstein und trat hier in die Redaktion der Schleswig-Holsteinischen Volkszeitung in Kiel ein.

Deren Chefredakteur war er von 1900 bis 1918. In dieser Zeit hatte das Blatt nur wenige hauptamtliche Redakteure. Daher setzte er sich auf dem Provinzialparteitag 1909 für die Schaffung einer vierten Redakteursstelle ein. Als Chefredakteur schrieb er die politischen Leitartikel; sie belegen seinen politischen Instinkt und Weitblick.

Arbeitersport

Eduard Adler setzte sich nicht zuletzt für den Sport ein. Als staatlich geprüfter Turnlehrer durfte er trotz der Repressionen gegen die Arbeiter-Sportvereine unterrichten. Er organisierte den Zusammenschluss der Kieler Arbeitersportvereine zur "Freien Turnerschaft an der Kieler Förde".

Kritik erntete er für die Gründung einer Arbeitergruppe zur Wehrertüchtigung.[5]

Kommunalpolitik

Von 1904 bis 1919 war Eduard Adler Stadtverordneter in Kiel. Auf seine Initiative hin und die des Vorsitzenden der Kieler Jugendspielvereine, Prof. Peters, wurde an der Eckernförder Straße ein städtischer Sport- und Spielplatz (Nordmark-Sportfeld) errichtet[6].

1920 wurde Eduard Adler zunächst kommissarischer Landrat von Eckernförde. Nach der Wahl am 1. Oktober 1921 wurde er im Amt bestätigt. Während des "Kapp-Putsches" wurde er vom Militär verhaftet und im Schloss Gottorf festgesetzt[7].

Aus diesem Amt schied er im Jahr 1926 mit 65 Jahren aus.

Berlin

Nach seinem Ausscheiden aus der schleswig-holsteinischen Politik 1926 zog er zurück nach Berlin. Seine Wohnadresse ist bis zum Jahr 1936 noch bekannt: Laut Berliner Adressbuch lebte er in Berlin NW 7, Mittelstraße 50 - Beruf:Landrat a.D.[8] Sein weiterer Verbleib ist unbekannt. Es ließen sich bisher keine Hinweise darauf finden, ob und wo er eines natürlichen Todes starb, ob er ein Opfer des Bombenkrieges in Berlin wurde oder ob er als Jude von den Nazis deportiert und umgebracht wurde.

Ehrungen

Literatur

Links

Quelle

  1. Karl Rickers: Eduard Adlers Friedenspolitik 1914 In: Demokratische Geschichte, Demokratische Geschichte, Band 1, Seite 83-121
  2. Adler, Eduard, Eintrag im Kalliope-OPAC
  3. Karl Rickers: Eduard Adlers Friedenspolitik 1914 In: Demokratische Geschichte, Demokratische Geschichte, Band 1, Seite 83-121
  4. Adressbuch der Stadt Kiel 1914 (Buchstabe A)
  5. Karl Rickers: Eduard Adlers Friedenspolitik 1914 In: Demokratische Geschichte, Demokratische Geschichte, Band 1, Seite 83-121
  6. Karl Rickers: Eduard Adlers Friedenspolitik 1914 In: Demokratische Geschichte, Demokratische Geschichte, Band 1, Seite 83-121
  7. Osterroth, Franz: 100 Jahre Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein. Ein geschichtlicher Überblick (Kiel o. J. [1963])
  8. Karl Rickers: Eduard Adlers Friedenspolitik 1914 In: Demokratische Geschichte, Demokratische Geschichte, Band 1, Seite 83-121
  9. Zeltlager Adlerhorst