Kabinett Carstensen I: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 4. Oktober 2014, 20:20 Uhr
Nach der Landtagswahl 2005 verfügte die Regierung von Heide Simonis nur noch unter Tolerierung des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) über eine Mehrheit von einer Stimme. Simonis' Wiederwahl galt jedoch als sicher; Probeabstimmungen hatten zu keinen Abweichungen geführt. In allen vier Wahlgängen, denen Simonis sich stellte, erhielt sie jedoch eine Stimme weniger, als sie hätte erhalten müssen, und wurde nicht zur Ministerpräsidentin wiedergewählt. Sie trat nicht erneut an und die SPD ging in eine Große Koalition mit der CDU unter Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU).
Zusammensetzung
Staatskanzlei
- Ministerpräsident: Peter Harry Carstensen (CDU)
Innernministerium
- Minister: Ralf Stegner bis 15. Januar 2008
- Minister: Lothar Hay seit 15. Januar 2008
- Staatssekretär: Ulrich Lorenz
- kommissarischer Minister: Rainer Wiegard (CDU)
Ministerium für Justiz, Arbeit und Europa

- Minister: Uwe Döring
- Staatssekretär: Eberhard Schmidt-Elsaeßer
- kommissarischer Minister: Peter Harry Carstensen
Finanzministerium
- Minister: Rainer Wiegard (CDU)
Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr
- Minister: Dietrich Austermann (CDU)
- Minister: Werner Marnette (CDU)
- kommissarischer Minister: Jörn Biel (CDU)
Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren
- Ministerin: Gitta Trauernicht
- Staatssekretär: Hellmut Körner
- kommissarischer Minister: Christian von Boetticher (CDU)
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
- Minister: Christian von Boetticher (CDU)
Ministerium für Bildung und Frauen
- Ministerin: Ute Erdsiek-Rave
- Staatssekretär: Wolfgang Meyer-Hesemann
- kommissarischer Minister: Jörn Biel
Veränderungen
CDU Wirtschaftsminister wechseln
- Bereits 2006 hatte es zwischen Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen (CDU) und seinem Wirtschaftsminister Dietrich Austermann (CDU) gekracht. Als der Ministerpräsident einen umstrittenen Berater ins Regierungsteam holen wollte, sein nach Angaben des Hamburger Abendblatts der Minister "an die Decke" gegangen. Er habe bereits damals mit seinem Rücktritt gedroht.[1] Um Juli 2008 trat Dietrich Austermann dann aus familiären und aus Altersgründen zurück.[2][3] Sein Nachfolger wurde am 9. Juli der Manager Werner Marnette (CDU).
- Nach nur einem knappen Dreivierteljahr im Amt trat Werner Marnette am 29. März 2009 zurück. Er kritisierte den leichtfertigen Umgang der Politik mit den Milliardenrisiken der teilweise landeseigenen HSH Nordbank.[4] Sein Nachfolger wurde der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Kiel. Er blieb bis zur Landtagswahl 2009 im Oktober einige Monate im Amt. Im Kabinett Carstensen II übernahm Jost de Jager (CDU) den Posten des Wirtschaftsministers.
Koalitionskrise
Immer wieder kriselt es in der Großen Koalition, vor allem, weil immer wieder Ralf Stegner und Peter-Harry Carstensen aneinander geraten.[5] Am 17. September 2007 gibt es ein Krisentreffen. Innenminister Ralf Stegner kündigt seinen Rücktritt zum 15. Januar 2008 an und sichert damit vorerst den Fortbestand der Koalition. Er tauscht den Posten mit Lothar Hay.
CDU bricht die Koalition
Am 15. Juli 2009 gab Peter Harry Carstensen bekannt, die Koalition mit der SPD nicht mehr fortführen zu wollen. Er entließ die SPD-Ministerinnen und -Minister am 21. Juli 2009 und ließ die Ressorts bis zur Neuwahl kommissarisch von seinen CDU-Ministern führen. Am 22. Juli entließ Peter-Harry Carstensen auch die Staatssekretäre.[6]
Quellen
- ↑ Hamburger Abendblatt: "Austermann drohte Carstensen mit Rücktritt", 20. Juli 2006
- ↑ Wirtschaftsland: "Dietrich Austermann: 'Optimismus ins Land getragen'" Ausgabe September 2008
- ↑ shz.de "Austermann: Rücktritt im Juli", 26. Juni 2008
- ↑ SPIEGEL "Landesbanken: "Das ist ein Wahnsystem"", Ausgabe 15/2009
- ↑ ZEIT: "Affären, Kräche – und ein Schlussstrich", 16.7.2009
- ↑ ZEIT: "Carstensen entlässt auch die zweite Reihe", 22. Juli 2009
