Hermann Meyn: Unterschied zwischen den Versionen
Skw (Diskussion | Beiträge) KKeine Bearbeitungszusammenfassung Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung |
Skw (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung Markierung: 2017-Quelltext-Bearbeitung |
||
| Zeile 43: | Zeile 43: | ||
== Partei & Politik == | == Partei & Politik == | ||
Hermann Meyn trat [[1952]] der SPD bei. Innerhalb der Partei engagierte er sich besonders für die Belange von Selbstständigen und in der Agrarpolitik. Er war | Hermann Meyn trat [[1952]] der SPD bei. Innerhalb der Partei engagierte er sich besonders für die Belange von Selbstständigen und in der Agrarpolitik. Er war von März [[1959]]<ref>Eventuell auch schon eher, die Vorstände vor 1959 sind unvollständig.</ref> bis April [[1960]] Beisitzer im Vorstand der [[Kreisverband Stormarn|SPD Kreis Stormarn]], stellvertretender Landesvorsitzender und Ehrenkreisvorsitzender der [[Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen (AGS)|Arbeitsgemeinschaft "Selbständige"]] und auch Mitglied in deren Bundesvorstand. Er gehörte dem [[Agrarpolitischer Beirat|agrarpolitischen Beirat des Landesvorstandes]] und dem agrarpolitischen Ausschuss beim Parteivorstand der SPD in Bonn an. | ||
[[Datei:Hermann Meyn 1957.jpg|links|mini|Hermann Meyn, 1957]] | [[Datei:Hermann Meyn 1957.jpg|links|mini|Hermann Meyn, 1957]] | ||
Seine parlamentarische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Kreistagsabgeordneter im Kreis Stormarn. | Seine parlamentarische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Kreistagsabgeordneter im Kreis Stormarn. | ||
| Zeile 65: | Zeile 65: | ||
[[Kategorie:Kreisverband Stormarn]] | [[Kategorie:Kreisverband Stormarn]] | ||
[[Kategorie:Ex-NSDAP-Mitglied]] | [[Kategorie:Ex-NSDAP-Mitglied]] | ||
Aktuelle Version vom 18. Februar 2026, 05:47 Uhr
| Hermann Meyn |
Hermann Meyn, * 5. April 1907 in Horneburg, † 22. Dezember 1989, vermutlich im Kreis Segeberg; selbstständiger Landwirt, Landtagsabgeordneter. Mitglied der SPD ab 1952.
Leben & Beruf
Nach dem Besuch der Volksschule und des humanistischen Gymnasiums Athenaeum in Stade absolvierte Hermann Meyn eine landwirtschaftliche sowie eine kaufmännische Ausbildung. Ergänzend hierzu schloss er ein landwirtschaftliches Studium an der Universität Hamburg ab und bildete sich in Saatzucht- und Tierzuchtbetrieben weiter.
Ab 1928 war Hermann Meyn als selbstständiger Landwirt tätig und bewirtschaftete zunächst gepachtete Betriebe in Niedersachsen. Er gehörte bereits vor der Machtübergabe an die Nationalsozialisten, aber nach September 1930 der NSDAP an.[1] Die Studie von Danker/Lehmann-Himmel ordnet seine Grundorientierung unter den fünf möglichen Kategorien als "angepasst ambivalent"[2] und ihn darin als "Politisch Angepassten" ein[3].
Eine Anzeige von 1964, er habe im Zweiten Weltkrieg in Polen Kriegsverbrechen begangen, war leicht zu widerlegen; Hermann Meyn war nie in Polen eingesetzt, so dass es keinen hinreichenden Tatverdacht geben konnte. Es handelte sich wohl um eine Denunziation im Rahmen eines Nachbarschaftsstreits.[4]
Nach dem Ende der NS-Herrschaft pachtete er 1945 einen Betrieb in Harksheide (heute Norderstedt), der als Lehrwirtschaft anerkannt wurde. Ab 1966 war er Inhaber des landwirtschaftlichen Modellbetriebs "Neulandhof" im Kreis Segeberg. Parallel dazu betrieb er ab 1954 ein Milch- und Feinkostgeschäft in Hamburg und Garstedt.
Neben seiner beruflichen Tätigkeit engagierte sich Hermann Meyn in zahlreichen genossenschaftlichen und wirtschaftlichen Gremien. Er war unter anderem Landesvorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Bauernvereins, Aufsichtsratsvorsitzender der Meierei-Genossenschaft Ulzburg und Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Stormarn. Zudem gehörte er den Aufsichtsräten der RWE und der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft an.
Er war evangelisch, dreimal verheiratet und hatte drei Kinder aus erster Ehe.
Partei & Politik
Hermann Meyn trat 1952 der SPD bei. Innerhalb der Partei engagierte er sich besonders für die Belange von Selbstständigen und in der Agrarpolitik. Er war von März 1959[5] bis April 1960 Beisitzer im Vorstand der SPD Kreis Stormarn, stellvertretender Landesvorsitzender und Ehrenkreisvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft "Selbständige" und auch Mitglied in deren Bundesvorstand. Er gehörte dem agrarpolitischen Beirat des Landesvorstandes und dem agrarpolitischen Ausschuss beim Parteivorstand der SPD in Bonn an.

Seine parlamentarische Laufbahn begann auf kommunaler Ebene als Kreistagsabgeordneter im Kreis Stormarn.
Landtag und Bundestag
Am 8. November 1956 rückte er für den verstorbenen Abgeordneten Heinrich Wilckens über die Landesliste in den Schleswig-Holsteinischen Landtag nach. Er gehörte dem Landesparlament über insgesamt vier Wahlperioden bis zum 15. Mai 1971 an, immer über die Landesliste.
Im Landtag lag sein Schwerpunkt in der Agrar- und Strukturpolitik: Er war aktiv im Agrarausschuss und im Eingabenausschuss - in beiden zeitweise als stellvertretender Vorsitzender -, außerdem im Ausschuss für Heimatvertriebene, für Wahlprüfung sowie im Landeskleingartenausschuss.
Zur Bundestagswahl 1961 trat Hermann Meyn im Wahlkreis 4 (Norder- und Süderdithmarschen) an, auf Platz 13 der Liste. Dies reichte nicht aus für ein Bundestagsmandat.
Ehrungen
Für sein vielfältiges ehrenamtliches und politisches Engagement wurde ihm am 22. Januar 1968 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.
Links
- Landtagsinformationssystem: Hermann Meyn
- Wikipedia: Hermann Meyn (Politiker)
Einzelnachweise
- ↑ Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2016) (Drucksache 18/4464), S. 108
- ↑ Vgl. Danker/Lehmann-Himmel, Anhang II, S. 4. Die fünf Kategorien lauten "exponiert nationalsozialistisch", "systemtragend karrieristisch", "ns-sozialisiert", "angepasst ambivalent" und "oppositionell 'gemeinschaftsfremd'".
- ↑ Danker/Lehmann-Himmel, S. 279. Grundlage ihrer Einordnung sind Akten im Bundesarchiv (BArch 10 AR 143/63 und PK 1069), Landesarchiv (LASH Abt. 352, Nr. 785) und im Archiv der Hansestadt Lübeck (AHL, Entnazifizierung, Bezirksausschuss 11189/49).
- ↑ Danker, Uwe / Lehmann-Himmel, Sebastian: Geschichtswissenschaftliche Aufarbeitung der personellen und strukturellen Kontinuität nach 1945 in der schleswig-holsteinischen Legislative und Exekutive (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2016) (Drucksache 18/4464), S. 135 f.
- ↑ Eventuell auch schon eher, die Vorstände vor 1959 sind unvollständig.

