Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein

Gedenkstein zur Gründung des ADAV in Leipzig. Der Stein wurde 2013 von der SPD in der Dredner Straße Ecke Gerichtsstraße aufgestellt. An der Stelle befand sich das Pantheon, eine Gaststätte, in der die Gründungsversammlung des ADAV stattfand. Das Gebäude wurde 1933 abgerissen.

Der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) ist die älteste Wurzel der SPD. Auf seinen Gründungstag, den 23. Mai 1863, beruft sich die SPD als Gründungstag der deutschen Sozialdemokratie.

Die Liberalisierung des politischen Klimas nach dem Thronwechsel machte einen Neubeginn für die deutsche Arbeiterbewegung durch die Gründung des ADAV möglich.

"Am Gründungskongreß des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins am 23. 5. 1863, dem Ausgangspunkt der organisierten Sozialdemokratie in Deutschland, nahmen drei Delegierte aus Hamburg teil - dort hatte sich bereits 1862 ein Arbeiterkommitee gegründet. Die Hamburger Gemeinde des ADAV brachte lassalleanische Ideen nach Schleswig-Holstein. Der Hamburger Parteiorganisator Theodor York und der Redakteur des Nord-Stern Karl von Bruhn waren zum Beispiel die führenden Köpfe der Agitation im Kreis Pinneberg[1]. Und bis 1905 stellten Hamburg und Schleswig-Holstein einen gemeinsamen Agitationsbezirk der Sozialdemokratie dar.[2].

1927 berichtete der Bezirksvorsitzende von Schleswig-Holstein, Willy Verdieck, in seinem Grußwort an den in Kiel tagenden Reichsparteitag der SPD, dass bereits in den 1860er Jahren in Schleswig-Holstein in vielen Orten Ableger des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gegründet wurden. Er zählte Altona und Wandsbek auf, die damals noch Teil von Schleswig-Holstein waren, weiter Krempe, Itzehoe, Pinneberg, Kiel, Elmshorn, Neumünster, Flensburg, Eutin, Rendsburg, Plön und Glückstadt.[3]

Der ADAV sah sich als Erbe der 1848 gescheiterten Märzrevolution. Initiator der Gründung war Ferdinand Lassalle, der allerdings schon ein Jahr später starb. Im Streit um seine Nachfolge entstand 1869 in Eisenach die Sozialdemokratische Arbeiterpartei. Und auch die Anhänger dieser anderen Wurzel der SPD gründeten einige Vereine - allerdings viel weniger.[4]. Die Lassalleaner prägten die sich bildenden sozialdemokratischen Vereine mehr als die Eisenacher.

1875 vereinigte sich die Sozialdemokratische Arbeiterpartei mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD), die sich im Jahre 1890, nach der Aufhebung der Sozialistengesetze, schließlich in SPD umbenannte.

Siehe auch

Links

Quellen

  1. SPD-Ortsverein Elmshorn: 100 Jahre SPD-Ortsverein Elmshorn (Elmshorn 1963)
  2. Uwe Danker: Die Geburt der Doppelstrategie in der "Roten Hochburg" Arbeiterbewegung in Schleswig-Holstein 1863-1918. In: Demokratische Geschichte Band 3(1988)
  3. Sozialdemokratischer Parteitag Kiel 1927 (o.O.u.J [Kiel 1927])
  4. Sozialdemokratischer Parteitag Kiel 1927 (o.O.u.J [Kiel 1927])