Ortsverein Tangstedt
Der Ortsverein Tangstedt ist eine Gliederung im Kreisverband Stormarn. Er wurde am 7. Dezember 1913 gegründet.[1] Er gehörte der 1920 von Louis Biester gegründeten Arbeitsgemeinschaft der SPD-Ortsvereine des Kreises Stormarn an, aus der der Kreisverband hervorging.[2]
1930 gehörte er mit den Ortsvereinen Duvenstedt, Glashütte, Harksheide und Wilstedt zur Arbeitsgemeinschaft Duvenstedt.[3]
Nach der NS-Herrschaft wurde er neu gegründet. Mitgründer war Werner Voß, bis 1977 auch Ortsvereinsvorsitzender.[4]
Im März 2026 zeichnete der Kreisverband Ingrid Sichau mit der Schleswig-Holstein-Medaille der SPD aus.
Bürgermeister war bis zur Kommunalwahl 2023 Norman Hübener. Er wurde danach zum stellv. Amtsvorsteher des Amtes Itzstedt gewählt.[5]
Geschichte
Über die Zeit der NS-Herrschaft schrieb Klaus Klingner 1982:
"Heute gibt es kaum noch Zeugnisse der Arbeiterbewegung. [...] In Ahrensburg oder Tangstedt verbrannten die Nazis zum Zeichen ihres Sieges alles, was sie an sozialdemokratischen Zeichen finden konnten."[6]
Wie in anderen Orten wurde auch hier von Treffen verbliebener Sozialdemokraten berichtet.[7]
Bereits im Herbst 1875 waren die Genossen A. Schacht und F. Schacht zu „Agenten des Vorstands“ der SAPD für Wiemerskamp (zur Gemeinde Tangstedt gehörig) ernannt worden.[8] Nach dem vorläufigen Verbot der Partei in Preußen im Frühjahr 1876 ließ das Engagement der Genossen im Ort aber deutlich nach.[9]
Literatur
- Klingner, Klaus: Vor 50 Jahren. Hitlers Machtergreifung in Stormarn (Selbstverlag, Bad Oldesloe 1982)
Einzelnachweise
- ↑ Wandsbeck und Umgebung - Tangstedt, Hamburger Echo, 11.12.1913, S. 6 - eindeutig Tangstedt in Stormarn, das im 8. & 10. Reichstagswahlkreis lag.
- ↑ Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratischen Ortsvereine des Kreises Stormarn, Hamburger Echo, 13.3.1920, S. 2
- ↑ Hamburger Echo, 4.6.1930, S. 7
- ↑ Trauer um Werner Voß, WIR 1/1987
- ↑ Scholmann, Nicole: Jürgen Lamp ist neuer Amtsvorsteher, Kieler Nachrichten, Regionalausgabe Kreis Segeberg, 15.7.2023
- ↑ Klingner, S. 7
- ↑ Klingner, S. 26
- ↑ Neuer Social-Demokrat, 10.10.1875
- ↑ Vorwärts, 8.11.1876
Ortsvereine: Ahrensburg | Ammersbek | Bad Oldesloe (mit Grabau und Meddewade) | Bargfeld/Jersbek | Bargteheide | Barsbüttel | Delingsdorf | Elmenhorst | Glinde | Grönwohld | Großhansdorf-Hoisdorf | Lasbek | Lütjensee-Großensee | Oststeinbek | Pölitz | Rehhorst | Reinbek | Reinfeld (mit Badendorf, Barnitz und Hamberge) | Rethwisch-Westerau | Rümpel | Siek-Meilsdorf/Brunsbek | Stapelfeld | Steinburg | Tangstedt | Travenbrück | Tremsbüttel | Trittau (mit Witzhave) | Zarpen
