Pauline Bröker
| Pauline Bröker |
Pauline Johanna Bröker (geb. Roszak), * 8. Januar 1889 in Stade, † 24. März 1943 in Wedel; Hausfrau. Mitglied der SPD spätestens ab 1919.[1]
Leben & Beruf
Pauline Johanna[2] Roszak wuchs in einer Stader Arbeiterfamilie auf. 1909 heiratete sie den Maurer Otto Paul Bröker. Im Juli 1912 zog die junge Familie mit der einjährigen Tochter Marta nach Wedel, 1913 kam Sohn Willy zur Welt.
Zunächst wohnte die Familie in der Raffineriestraße 63 (heute Goethestraße); weitere Adressen folgten, wie bei Arbeiterfamilien damals üblich, kurzfristig aufeinander: Bismarckstraße 20 (heute Mozartstraße), Rollberg, schließlich 1930 am Voßhagen 67 das selbst gebaute Eigenheim.
Pauline Bröker war Mitglied der Arbeiterwohlfahrt. Sie engagierte sich im Armen- und Pflegeheim[3], außerdem war sie als Abgeordnete der Arbeiterwohlfahrt für das Kreisjugendamt tätig.
Über ihren Weg während der NS-Diktatur ist nichts ermittelt. Ihr Mann musste sich 1933/34 regelmäßig auf dem Polizeirevier melden, offenbar aber nicht sie. Von Repressalien ihr gegenüber ist nichts bekannt. Es ist anzunehmen, dass sie sich völlig aus der Politik zurückzog.
Das Ehepaar lebte noch einige Jahre in seinem Haus am Voßhagen, bis Pauline Bröker 1943 mit 54 Jahren einer schweren Krankheit erlag. Paul Bröker starb zwei Jahre später.
Partei & Politik
Kommunalpolitik
1919 nahm das Ehepaar die politische Arbeit für die SPD in Wedel auf; wann die beiden in die Partei eintraten, ist nicht ermittelt. Paul Bröker kam durch die Kommunalwahl 1919 in die Stadtvertretung; Pauline Bröker vertrat die SPD als bürgerliches Mitglied im Gesamtarmenverband und in der Schuldeputation. Ihre zuverlässige Mitarbeit trug ihr für die folgende Stadtverordnetenwahl einen vorderen Listenplatz ein. Sie wurde gewählt und in der Kommunalwahl 1929 wiedergewählt. Ihr Mann zog sich aus der Kommunalpolitik zurück, aber Pauline Bröker arbeitete bis zum Ende der Weimarer Republik in mehreren Ausschüssen mit: von 1919 bis 1933 im Gesamtarmenverband (später Fürsorgekommission), von 1919 bis 1929 in der Schuldeputation, von 1924 bis 1933 in der Volksbibliothekskommission und in der Museumskommission. In den Verwaltungsausschuss für das Krankenhaus wurde sie 1929 entsandt.
1929 zog sie zudem als einzige Frau in den Pinneberger Kreistag ein. Während dieser Zeit gehörte sie der Wohlfahrtskommission an.
Abrupt beendet wurde ihre politische Laufbahn mit einem Schreiben des Bürgermeisters vom 12. März 1933, mit dem alle gewählten SPD-Abgeordneten auf Anordnung des Landrats gemäß § 1 der nationalsozialistischen "Verordnung zum Schutze von Volk und Staat" aus dem Amt entfernt wurden. Genau an diesem Tag war Pauline Bröker erneut in den Kreistag gewählt worden.
Links
- Heinsohn, Kirsten/Rannegger, Anke: 1875–2000 - 125 Jahre Stadtrechte Wedel: Frauen in der Öffentlichkeit (Hg. Stadt Wedel, Eigendruck, Wedel 2000), S. 13 f.
Einzelnachweise
- ↑ Dieser Eintrag beruht, soweit nicht anders angegeben auf Heinsohn, Kirsten/Rannegger, Anke: 1875–2000 - 125 Jahre Stadtrechte Wedel: Frauen in der Öffentlichkeit (Hg. Stadt Wedel, Eigendruck, Wedel 2000), S. 13 f.
- ↑ Der zweite Vorname wird erwähnt in Stadt Wedel: Januar 1919 – Die ersten Wedeler Politikerinnen, abgerufen 29.1.2026
- ↑ Stadt Wedel: Historische Ereignisse, abgerufen 28.1.2026

