SPD-Parteitag 1903, Dresden

Aus SPD Geschichtswerkstatt

Der SPD-Parteitag 1903 fand vom 13. bis 20. September in Dresden statt.

Delegierte

Dieser Parteitag war nach Halle der bisher bestbesuchte. Um die 400 Menschen hatten sich zur Teilnahme angemeldet.[1]

Für die schleswig-holsteinischen Wahlkreise sind folgende Delegierte aufgeführt[2]:

Außerdem nahmen teil als MdR Adolf von Elm, Karl Frohme (Hamburg), Carl Legien, Friedrich Lesche (Hamburg), Heinrich Mahlke (Flensburg), Hermann Molkenbuhr (Ottensen), für den Wahlkreis Lübeck Theodor Schwarz und Rudolf Wissell, für Hamburg Reinhard Bérard, Louis Gruenwaldt (MP-Kommission), für Oldenburg/Old. Paul Hug.

Tagesordnung

Sonntag den 13. September, abends 7 Uhr: Vorversammlung. Konstituirung des Parteitages. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl der Mandatprüfungs- Kommission

Montag den 14. September und die folgenden Tage
1. Geschäftsbericht des Vorstandes (Berichterstatter: W. Pfannkuch und A. Gerisch)
a. Allgemeines
b. Kasse
c. Mitarbeit von Genossen an der bürgerlichen Presse
d. Differenz zwischen dem Genossen Bebel und der Vorwärts-Redaktion
e. Polenfrage
2. Bericht der Kontrolleure (Berichterstatter: H. Meister)
3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit (Berichterstatter: A. Stadthagen)
4. Taktik der Partei
a. Reichtagswahlen
b. Vizepräsidialfrage
c. Die revisionistischen Bestrebungen
5. Maifeier (Berichterstatter: R. Fischer)
6. Der internationale Kongreß in Amsterdam 1904 (Berichterstatter: P. Singer)
7. Anträge zum Programm und zur Organisation
8. Sonstige Anträge
9. Wahl des Vorstandes und der Kontrolleure sowie des Ortes des nächsten Parteitages

Inhalte

Die nach E. Bernsteins Aufsatz und G. v. Vollmars Rede begonnene Revisionismus-Diskussion wurde fortgesetzt. A. Bebel wandte sich in seinem Referat gegen alle revisionistischen Bestrebungen. Er forderte, daß die Sozialdemokratie "auf dem Boden des unversöhnlichen Klassenkampfes gegen die bestehende Ordnung" weiter voranschreite:

"Solange ich atmen und schreiben und sprechen kann, soll es nicht anders werden. Ich will der Todfeind dieser bürgerlichen Gesellschaft und dieser Staatsordnung bleiben."[3]

Quellen

Einzelnachweise

  1. Parteitag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Hamburger Echo, 15.9.1903, S. 5
  2. Protokoll, S. 439-442
  3. Osterroth, Franz / Schuster, Dieter: Chronik der deutschen Sozialdemokratie. Band 1: Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. 2., neu bearb. und erw. Aufl. 1975. Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2001