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Vorsitzende der SPD sind [[Hugo Haase]] und [[August Bebel]]. Am [[13. August]] stirb [[August Bebel]]. Sein Nachfolger wird [[Friedrich Ebert]].
Vorsitzende der SPD sind [[Hugo Haase]] und [[August Bebel]]. Am [[13. August]] stirbt [[August Bebel]]. Sein Nachfolger wird [[Friedrich Ebert]].


[[Friedrich Bartels]] ist Vorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein. Er wechselt als Sekretär zum Parteivorstand in Berlin. Sein Nachfolger wird [[Heinrich Kürbis]].
[[Friedrich Bartels]] ist Vorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein. Er wechselt als Sekretär zum Parteivorstand in Berlin. Sein Nachfolger wird [[Heinrich Kürbis]].


Staatsoberhaupt ist Kaiser Wilhelm II., Reichskanzler Theobald von Bethmann-Hollweg.
Staatsoberhaupt ist Kaiser Wilhelm II., Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg.


Weitere Krisen und Kriege auf dem Balkan: Nach dreimonatigem Waffenstillstand flackern die Kämpfe im Ersten Balkankrieg zwischen mehreren Balkanstaaten und dem Osmanischen Reich wieder auf. Der Krieg endet schließlich auf Vermittlung Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Russlands, Österreich-Ungarns und Italiens endgültig mit dem Londoner Vertrag. Das Osmanische Reich muss umfangreiche Gebietsverluste in Europa akzeptieren.
Der Erste und der Zweite Balkankrieg werden durch den Londoner Vertrag bzw. den Frieden von Bukarest und den Vertrag von Konstantinopel beendet, aber nicht beigelegt. Es bleiben weiter schwelende Konflikte zurück.


Wenige Wochen später beginnt der Zweite Balkankrieg zwischen den Siegern um die Aufteilung der Beute. Bulgarien, dem es im ersten Krieg gelungen ist, die als uneinnehmbar geltende Stadt Adrianopel zu erobern, greift in Überschätzung der eigenen Stärke die früheren Verbündeten Serbien und Griechenland an, sieht sich aber bald auch mit Rumänien als Gegner konfrontiert, das innerhalb weniger Tage bis in die Vororte von Sofia vordringt. Und auch das Osmanische Reich nutzt die Gelegenheit, kürzlich verlorene Gebiete inklusive Adrianopel zurückzugewinnen. Im Frieden von Bukarest muss Bulgarien praktisch alle gewonnenen Gebiete wieder abgeben, obwohl es im Vertrag von Konstantinopel mit russischer Unterstützung zumindest Zugang zur Ägäis erhält, was einen schwelenden Konflikt mit Griechenland hervorruft.
Österreich-Ungarn erlebt eine Krise - die tschechische Mehrheit in den Ländern der böhmischen Krone fordert einen Österreichisch-Tschechischen Ausgleich. Dazu kommt der Spionageskandal um Oberst Alfred Redl, der noch schwere militärische Folgen haben wird.
 
Österreich-Ungarn erlebt eine Krise in den Ländern der böhmischen Krone um den von der tschechischen Mehrheit geforderten Österreichisch-Tschechischen Ausgleich und den Spionageskandal um Oberst Alfred Redl, der noch schwere militärische Folgen haben wird.


==Januar==
==Januar==
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==März==
==März==
*"In den Märzversammlungen von 1913 kam das 'Gemeinsame Manifest gegen den Rüstungswahnsinn' der deutschen Reichstagsfraktion und der französischen Deputiertenkammer zur Sprache. In Entschließungen sprachen sich die Versammlungen gegen die neue große Wehrvorlage der Regierung aus."<ref>{{Osterroth-100-Jahre}}, Seite 37</ref>
*In vielen Versammlungen auch in Schleswig-Holstein wird in diesem Monat das 'Gemeinsame Manifest gegen den Rüstungswahnsinn' der deutschen Reichstagsfraktion und der französischen Deputiertenkammer diskutiert, viele Entschließungen gegen eine anstehende große Wehrvorlage der Regierung gefasst
*[[8. März]] - Der ''Internationale Frauentag'', der mit der Verteilung von 113&nbsp;000 Flugblättern vorbereitet worden ist, wird in allen Städten Schleswig-Holsteins begangen.


==April==
==April==


==Mai==
==Mai==
*[[1. Mai]] - "Im Zeichen des Friedenswillens standen die Maifeiern des Jahres 1913, die in Form von Festzügen und Kundgebungen im Jahr 1913 stattfanden. 26 Demonstrationszüge genehmigte die Polizei, an denen ungefähr 90&nbsp;000 Menschen teilnahmen. Acht wurden von ihr verboten."<ref>{{Osterroth-100-Jahre}}, Seite 37 f.</ref>
*[[1. Mai]] - Die Festzüge und Kundgebungen in diesem Jahr stehen im Zeichen des Friedenswillens. 26 Demonstrationszüge genehmigt die Polizei im Land, an denen ungefähr 90&nbsp;000 Menschen teilnehmen. Acht werden verboten.


==Juni==
==Juni==
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==Juli==
==Juli==
*[[1. Juli]] - Die gewerkschaftlich-genossenschaftliche Versicherung ''Volksfürsorge'' nimmt den Betrieb auf. Vorstände sind die Initiatoren [[Adolph von Elm]] und [[Friedrich Lesche]].
*[[1. Juli]] - Die gewerkschaftlich-genossenschaftliche Versicherung ''Volksfürsorge'' nimmt den Betrieb auf. Vorstände sind die Initiatoren [[Adolph von Elm]] und [[Friedrich Lesche]].
*[[28. Juli]] - Kiel. Protest gegen den drohenden Krieg. "Diese Kundgebung [...] im großen Saal der '[[Historische Orte der Kieler Sozialdemokratie|Waldwiese]]' war ein gewaltiges Bekenntnis der Kieler Arbeiterschaft für den Frieden und ein wuchtiger Protest gegen die Kriegspolitik. Der große Saal der 'Waldwiese' war überfüllt, Hunderte fanden nicht mehr Einlaß. Nach einem packenden Referat von [[Eduard Adler]] fand eine Resolution einstimmige Annahme, in der gefordert wurde, 'daß die verantwortlichen Stellen im Reiche den Ernst der Lage mehr noch als bisher ins Auge fassen und das Aeußerste tun, um - falls der Krieg an der Donau nicht mehr zu verhindern sein sollte - ein Umsichgreifen des Kriegsfeuers und das Entstehen eines Weltbrandes zu verhindern'. 'Wir geloben,' so heißt es dann weiter, 'daß wir mit aller Energie uns dafür einsetzen wollen, die deutschen Staatsmänner dahin zu bringen, daß sie sich und ihre ganze Macht ehrlich und restlos gegen den Krieg wenden. Die hier versammelten Tausenden fühlen sich mit Millionen in Europa einig darin, für den Frieden und gegen den Krieg das Aeußerste leisten zu müssen."<ref>{{Brecour-sozialdemokratische-Partei}}, Seite I-90</ref>


==August==
==August==
*[[3. August|3.]]-[[4. August]] - [[Bezirksparteitag 1913, Flensburg|Bezirksparteitag in Flensburg]]
*[[3. August|3.]]-[[4. August]] - [[Bezirksparteitag 1913, Flensburg|Bezirksparteitag in Flensburg]]
*[[24. August]] - [[Sozialistische Arbeiterjugend|1. Bezirksjugendtag in Kiel]]. Ein geplanter zweiter Bezirksjugendtag im Folgejahr fiel aus, wegen des 1. Weltkriegs.
*[[24. August]] - [[Sozialistische Arbeiterjugend|1. Bezirksjugendtag in Kiel]].
*[[29. August]] - Hauptversammlung des in Kiel. [[Daniel Rindfleisch]], [[Genosse Haase]] und [[Else Riechers|Genossin Richers]] werden wieder in den Zentralvorstand für den 7. schleswig-holsteinischen Reichstagswahlkreis gewählt. Neu dabei ist [[Christian Haß]].<ref>''[https://resolver.sub.uni-hamburg.de/kitodo/PPN1754726119_19130830/page/4 Die Parteiorganisation von Groß-Kiel und der Parteitag von Jena]'', ''Hamburger Echo'', 30.8.1913, Seite 4</ref>
*[[29. August]] - Hauptversammlung des [[Sozialdemokratischer Verein Groß-Kiel|Sozialdemokratischen Vereins Groß-Kiel]]. [[Daniel Rindfleisch]], [[Genosse Haase]] und [[Else Kuklinski|Genossin Richers]] werden wieder in den Vorstand des Zentralvereins für den 7. schleswig-holsteinischen Reichstagswahlkreis gewählt. Neu dabei ist [[Christian Haß]].


==September==
==September==
[[14. September|14.]]-[[20. September]] - [[SPD-Parteitag 1913, Jena|SPD-Parteitag]] in Jena. "Nach der Diskussion in der Presse erörtert auch der Parteitag noch einmal das Problem des Massenstreiks. Während der Parteivorstand sich gegen die ganze Massenstreikdiskussion ausspricht, vertritt [[Ludwig Frank|L. Frank]] die Losung: In Preußen kommt entweder eine Wahlreform oder es kommt ein Massenstreik. […] Zur herrschenden Arbeitslosigkeit verlangt der Parteitag rasche Maßnahmen zur Linderung der Not, unter anderem durch eine Erweiterung der Sozialgesetzgebung. Die öffentlich-rechtliche Arbeitslosenversicherung könne vollständig nur durch die Reichsgesetzgebung herbeigeführt werden. Bis zur Verwirklichung sei das System kommunaler Zuschüsse zu den gewerkschaftlichen Arbeitslosenunterstützungen zu fordern. […]"<ref name=":0">Osterroth, Franz / Schuster, Dieter: ''[http://library.fes.de/fulltext/bibliothek/chronik/band1/e235e845.html Chronik der deutschen Sozialdemokratie.]'' Band 1: ''Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges.'' 2., neu bearb. und erw. Aufl. 1975. Electronic ed.: Bonn : FES Library, 2001</ref> [[Friedrich Bartels]] wird zum Sekretär beim zentralen Parteivorstand in Berlin gewählt.
[[14. September|14.]]-[[20. September]] - [[SPD-Parteitag 1913, Jena|SPD-Parteitag]] in Jena.


==Oktober==
==Oktober==
*[[11. Oktober]] - [[Albert Schulz]] tritt an seinem 18. Geburtstag in die SPD ein.
*[[11. Oktober]] - [[Albert Schulz]] tritt an seinem 18. Geburtstag in die SPD ein.
*[[26. Oktober]] - Erste Frauenkonferenz in Schleswig-Holstein.<ref name=":03">{{Osterroth-100-Jahre}}, Seite 49</ref>
*[[26. Oktober]] - Die erste [[Frauen- und Gleichstellungspolitik|Frauenkonferenz]] in Schleswig-Holstein findet in [[Kreisverband Neumünster|Neumünster]] statt.


==November==
==November==
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*Der [[Ortsverein Ellerbek (PI)|Ortsverein Ellerbek]] in Südholstein wird gegründet.
*Der [[Ortsverein Ellerbek (PI)|Ortsverein Ellerbek]] in Südholstein wird gegründet.
*Auf einer internationalen Konferenz in Zürich wird der Name "Zentralstelle" in "Internationaler Gewerkschaftsbund" (IGB) geändert. Präsident wird [[Carl Legien]].
*Auf einer internationalen Konferenz in Zürich wird der Name "Zentralstelle" in "Internationaler Gewerkschaftsbund" (IGB) geändert. Präsident wird [[Carl Legien]].
==Einzelnachweise==
<references />


[[Kategorie:Jahresseite]]
[[Kategorie:Jahresseite]]

Aktuelle Version vom 31. Oktober 2025, 03:10 Uhr

Vorsitzende der SPD sind Hugo Haase und August Bebel. Am 13. August stirbt August Bebel. Sein Nachfolger wird Friedrich Ebert.

Friedrich Bartels ist Vorsitzender der SPD in Schleswig-Holstein. Er wechselt als Sekretär zum Parteivorstand in Berlin. Sein Nachfolger wird Heinrich Kürbis.

Staatsoberhaupt ist Kaiser Wilhelm II., Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg.

Der Erste und der Zweite Balkankrieg werden durch den Londoner Vertrag bzw. den Frieden von Bukarest und den Vertrag von Konstantinopel beendet, aber nicht beigelegt. Es bleiben weiter schwelende Konflikte zurück.

Österreich-Ungarn erlebt eine Krise - die tschechische Mehrheit in den Ländern der böhmischen Krone fordert einen Österreichisch-Tschechischen Ausgleich. Dazu kommt der Spionageskandal um Oberst Alfred Redl, der noch schwere militärische Folgen haben wird.

Januar

Februar

März

  • In vielen Versammlungen auch in Schleswig-Holstein wird in diesem Monat das 'Gemeinsame Manifest gegen den Rüstungswahnsinn' der deutschen Reichstagsfraktion und der französischen Deputiertenkammer diskutiert, viele Entschließungen gegen eine anstehende große Wehrvorlage der Regierung gefasst
  • 8. März - Der Internationale Frauentag, der mit der Verteilung von 113 000 Flugblättern vorbereitet worden ist, wird in allen Städten Schleswig-Holsteins begangen.

April

Mai

  • 1. Mai - Die Festzüge und Kundgebungen in diesem Jahr stehen im Zeichen des Friedenswillens. 26 Demonstrationszüge genehmigt die Polizei im Land, an denen ungefähr 90 000 Menschen teilnehmen. Acht werden verboten.

Juni

Juli

August

September

14.-20. September - SPD-Parteitag in Jena.

Oktober

November

Dezember

Nicht datiert

  • Die SPD zählt fast eine Million Mitglieder, der Ortsverein Schleswig 228.
  • Der Ortsverein Ellerbek in Südholstein wird gegründet.
  • Auf einer internationalen Konferenz in Zürich wird der Name "Zentralstelle" in "Internationaler Gewerkschaftsbund" (IGB) geändert. Präsident wird Carl Legien.