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'''Willi August Herrmann Stühmer''', * [[23. Mai]] [[1895]] in Brandenburg an der Havel, † [[14. März]] [[1977]] in Neustadt in Holstein; Weißgerber, Schlosser, ehrenamtlicher Bürgermeister. Mitglied der SPD seit 1919.<ref>Der Eintrag basier, wenn nicht anders vermerkt, auf den [https://www.stolpersteine-luebeck.de/fileadmin/site-content/names/S/Stuehmer_Willi/Lebenslauf_Willi_Stuehmer.pdf Recherchen von Almuth Jürgensen], Mai 2025 anlässlich der Verlegung des Stolpersteins für Willi Stühmer.</ref> | '''Willi August Herrmann Stühmer''', * [[23. Mai]] [[1895]] in Brandenburg an der Havel, † [[14. März]] [[1977]] in Neustadt in Holstein; Weißgerber, Schlosser, ehrenamtlicher Bürgermeister. Mitglied der SPD seit [[1919]].<ref>Der Eintrag basier, wenn nicht anders vermerkt, auf den [https://www.stolpersteine-luebeck.de/fileadmin/site-content/names/S/Stuehmer_Willi/Lebenslauf_Willi_Stuehmer.pdf Recherchen von Almuth Jürgensen], Mai 2025 anlässlich der Verlegung des Stolpersteins für Willi Stühmer.</ref> | ||
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Aktuelle Version vom 25. Februar 2026, 20:53 Uhr
| Willi Stühmer |
Willi August Herrmann Stühmer, * 23. Mai 1895 in Brandenburg an der Havel, † 14. März 1977 in Neustadt in Holstein; Weißgerber, Schlosser, ehrenamtlicher Bürgermeister. Mitglied der SPD seit 1919.[1]
Leben & Beruf
Willi Stühmer wurde als Sohn einer evangelischen Familie in Brandenburg an der Havel geboren. Nach seiner Ausbildung zum Weißgerber und später zum Schlosser nahm er 1917 als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und wurde leicht verwundet. 1919 zog er nach Stockelsdorf, wo er der SPD beitrat und sich politisch engagierte.
Er heiratete 1919 Frieda Anna Katharina Denker (* 24. Februar 1897 † 24. Mai 1940). 1935 adoptiere das Paar Heinz Ludwig Ehrich (* 9. Februar 1929 † 16. Mai 2003). Die Ehe wurde 1937 geschieden. Frieda Stühmer soll ein Kind von einem Mann bekommen haben.
Willi Stühmer arbeitete in der Weimarer Republik zunächst als Schlosser bei der Lübecker Eisenbahn und später bei der Firma Goßmann & Jürgens in Lübeck, bis er 1932 aufgrund seiner politischen Haltung und Gewerkschaftsmitgliedschaft entlassen wurde.
Während der NS-Zeit wurde Willi Stühmer mehrfach verhaftet, unter anderem 1933 wegen einer politischen Rede und 1933-1934 inhaftiert in den Lagern Bad Schwartau, Holstendorf und Ahrensbök. In Haft haben ihn die Nazis misshandelt. Nach seiner Entlassung lebte er unter ständiger Beobachtung und Bedrohung durch das NS-Regime. 1939 und 1944 entging er weiteren Verhaftungen nur durch seinen Status als Soldat bzw. durch die Fürsprache des Bürgermeisters Ernst Tietjen - Willi Stühmer kümmerte sich offenbar um die beiden Kinder.
1948 wurde er als politisch Verfolgter anerkannt und erhielt eine Haftentschädigung. Seine Erfahrungen prägten sein Engagement für Demokratie und soziale Gerechtigkeit in der Nachkriegszeit.
1949 heiratet Willi Stühmer Käthe Ilse Dora Stühmer, geb. Raschke, verheiratete Bodemer (* 18. April 1916 † 4. Februar 2001).
1977 starb Willi Stühmer in Neustadt/Holstein mit 81 Jahren. Durch die Verfolgung und Inhaftierungen hatte Willi Stühmer gesundheitliche Folgeschäden bis zum Lebensende.
Partei & Politik
1919 trat Willi Stühmer in die SPD ein.
Kommunalpolitik
Willi Stühmer war bereits vor 1933 Vorsitzender der SPD in Stockelsdorf und engagierte sich im Gemeinderat. Nach dem Krieg wurde er 1945 zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt und übte dieses Amt bis 1951 aus. In dieser Zeit prägte er maßgeblich die kommunale Politik, insbesondere die Bewältigung der Flüchtlingskrise, die Wohnraumversorgung und die soziale Fürsorge.
Er setzte sich für die Gründung eines Wohlfahrtsausschusses ein, der sich um die Betreuung von Flüchtlingskindern und die Einrichtung von Nähstuben kümmerte. Willi Stühmer war auch an der Organisation von Gemeinschaftsküchen und der Verteilung von Lebensmitteln beteiligt.
Ehrungen
Am 21. Mai 2025 verlegte der Künstler Gunter Demnig vor der Lohstraße 41 in Stockelsdorf einen Stolperstein für Willi Stühmer.
Einzelnachweise
- ↑ Der Eintrag basier, wenn nicht anders vermerkt, auf den Recherchen von Almuth Jürgensen, Mai 2025 anlässlich der Verlegung des Stolpersteins für Willi Stühmer.

