Günther Bantzer: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Günther Bantzer''', * [[1. September]] [[1921]] in Dresden.  Von [[1965]] bis [[1980]] Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel.
 
== Werdegang ==
In den 1950er Jahren war Günther Bantzer Bundessekretär des [[Sozialistischer Deutscher Studentenbund (SDS)|Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS)]]. Anlässlich eines Gesprächs mit dem Kieler SDS lernte er [[Jochen Steffen]] kennen, der ihm als der "ruhende Pol" der Gruppe erschien.<ref>Vgl. Günther Bantzer: [http://www.zeichen.uni-kiel.de/geschichte/ich-war-bundessekretaer-des-sozialistischen-deutschen-studentenbundes/ ''Ich war Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes''], ''CAU 350+ Zeichen', abgerufen 11.10.2015</ref>
 
Auch in hohem Alter nimmt der etwa [[2009]] nach Kiel zurückgekehrte Ex-Oberbürgermeister regen Anteil an der Politik und sagt seine Meinung. Das Foto rechts zeigt ihn im Gespräch mit dem späteren Oberbürgermeister [[Norbert Gansel]]. Unter anderem trat er im OB-Wahlkampf für [[Susanne Gaschke]] ([[2012]]) und deren Nachfolger [[Ulf Kämpfer]] ([[2014]]) in Erscheinung und wurde [[2015]] zu einem der "Olympia-Botschafter" für Kiels Bewerbung berufen, an der Seite von Hamburg die Olympischen Segelwettbewerbe von [[2024]] auszurichten.


== Oberbürgermeister ==
== Oberbürgermeister ==
In seine Amtszeit fiel die Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe [[1972]], die er mit Unterstützung der Stadtverwaltung mit großem Einsatz nach Kiel holte. Sie hatte eine rege Bautätigkeit zur Folge. Unter anderem wurden das Olympiazentrum in Schilksee, die Kiellinie und der ZOB gegenüber vom Hauptbahnhof gebaut, im Stadttheater (später Opernhaus) die letzten kriegsbedingten Einschränkungen beseitigt und der Markt (später Alter Markt) zur Fußgängerzone umgestaltet. Außerdem erhielt Kiel endlich eine Autobahnanbindung. "Die ganzen Investitionen mit Hilfen von Bund und Land haben Kiel auf einen Schlag um Jahrzehnte vorangebracht. Aus der Provinzstadt wurde plötzlich so etwas ähnliches wie eine Metropole." lautet Bantzers Einschätzung dieser Entwicklung.<ref>"Olympischer Schluck aus der Pulle", Kieler Nachrichten 2.9.2012</ref>  
Günther Bantzers Amtszeit (1965-1980) umfasste eine neue Stufe des Auf- und Ausbaues in Kiel nach dem Wiederaufbau der 1950er Jahre. Dazu gehörte z. B. die Erweiterung der Universität durch zahlreiche zentrale Bauten wie das Jura-, heute Verwaltungshochhaus, das Audimax und die Universitätskirche.
 
In seine Amtszeit fiel auch die Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe während der Olympiade [[1972]] in München, die er mit Unterstützung der Stadtverwaltung mit großem Einsatz nach Kiel holte. Sie hatte eine rege Bautätigkeit zur Folge. Unter anderem wurden das Olympiazentrum in Schilksee, die Kiellinie und der ZOB gegenüber vom Hauptbahnhof gebaut, im Kieler Opernhaus die letzten kriegsbedingten Einschränkungen beseitigt und der Alte Markt an der Nikolaikirche zur Fußgängerzone umgestaltet. Außerdem erhielt Kiel endlich eine Autobahnanbindung. So schätzt Günther Bantzer diese Entwicklung ein:
: "Die ganzen Investitionen mit Hilfen von Bund und Land haben Kiel auf einen Schlag um Jahrzehnte vorangebracht. Aus der Provinzstadt wurde plötzlich so etwas ähnliches wie eine Metropole."<ref>''Olympischer Schluck aus der Pulle'', ''Kieler Nachrichten'', 2.9.2012</ref>  


[[1979]]-1980 amtierte Bantzer als Präsident des Deutschen Städtetages.
[[1979]]-[[1980]] amtierte Günther Bantzer als Präsident des Deutschen Städtetages.


== Landespolitik ==
== Landespolitik ==
Nach der verlorenen [[Landtagswahl 1971]] kandidierte Bantzer auf dem [[Landesparteitag 1971, Husum|Landesparteitag]] in Husum erfolglos gegen den amtierenden Landesvorsitzenden [[Jochen Steffen]].<ref>"Flaute in der Fronde: Anti-Steffen-Gruppe der SPD in Schleswig-Holstein ist zersplittert", DIE ZEIT, 21.05.1971 Nr. 21 http://www.zeit.de/1971/21/flaute-in-der-fronde</ref>
Nach der verlorenen [[Landtagswahl 1971]] kandidierte Günther Bantzer auf dem [[Landesparteitag 1971, Husum|Landesparteitag]] in Husum erfolglos gegen den amtierenden Landesvorsitzenden [[Jochen Steffen]].<ref>''[http://www.zeit.de/1971/21/flaute-in-der-fronde Flaute in der Fronde: Anti-Steffen-Gruppe der SPD in Schleswig-Holstein ist zersplittert]'', DIE ZEIT, 21.5.1971</ref>


== Ehrungen ==
== Ehrungen ==
[[1981]] ernannte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Günther Bantzer zu ihrem Ehrenbürger.
[[1981]] ernannte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Günther Bantzer zu ihrem Ehrenbürger.<ref>Vgl. Günther Bantzer: [http://www.zeichen.uni-kiel.de/geschichte/ich-war-bundessekretaer-des-sozialistischen-deutschen-studentenbundes/ ''Ich war Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes''], ''CAU 350+ Zeichen', abgerufen 11.10.2015</ref>


Am [[21. Mai]] [[1987]] wurde ihm die [[Andreas-Gayk-Medaille]] verliehen, "für seine Verdienste als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel in den Jahren 1965 bis 1980 auf politischem Gebiet. Er hat damit gleichzeitig die Nachkriegsgeschichte der Landeshauptstadt entscheidend mitgeprägt. In seine Amtszeit fielen u.a. als herausragende Ereignisse die Modernisierung der Kieler Woche, die Olympischen Segelwettbewerbe und die Verbesserung und der intensive Ausbau der Auslandsbeziehungen der Landeshauptstadt."<ref>http://www.kiel.de/kultur/stadtgeschichte/Andreas-Gayk-Medaille.php#</ref>
Am [[21. Mai]] [[1987]] wurde ihm die [[Andreas-Gayk-Medaille]] verliehen, "für seine Verdienste als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel in den Jahren 1965 bis 1980 auf politischem Gebiet. Er hat damit gleichzeitig die Nachkriegsgeschichte der Landeshauptstadt entscheidend mitgeprägt. In seine Amtszeit fielen u.a. als herausragende Ereignisse die Modernisierung der Kieler Woche, die Olympischen Segelwettbewerbe und die Verbesserung und der intensive Ausbau der Auslandsbeziehungen der Landeshauptstadt."<ref>''[http://www.kiel.de/kultur/stadtgeschichte/andreas_gayk_medaille/index.php Trägerinnen und Träger der Andreas-Gayk-Medaille]'', abgerufen am 11.10.2015</ref>


Am [[25. Januar]] [[2013]] wurde Günther Bantzer vom [[Kreisverband Kiel]] für 65 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt. Auch mit 91 Jahren nimmt er regen Anteil an der Politik, sagt seine Meinung und trat unter anderem [[2012]] im Wahlkampf für seine Nachfolgerin [[Susanne Gaschke]] in Erscheinung.
Am [[25. Januar]] [[2013]] wurde Günther Bantzer vom [[Kreisverband Kiel]] für 65 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt.  


== Quellen ==
== Quellen ==

Version vom 11. Oktober 2015, 22:16 Uhr

Günther Bantzer
Günther Bantzer
Günther Bantzer
Geboren: 1. September 1921

Günther Bantzer, * 1. September 1921 in Dresden. Von 1965 bis 1980 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel.

Werdegang

In den 1950er Jahren war Günther Bantzer Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS). Anlässlich eines Gesprächs mit dem Kieler SDS lernte er Jochen Steffen kennen, der ihm als der "ruhende Pol" der Gruppe erschien.[1]

Auch in hohem Alter nimmt der etwa 2009 nach Kiel zurückgekehrte Ex-Oberbürgermeister regen Anteil an der Politik und sagt seine Meinung. Das Foto rechts zeigt ihn im Gespräch mit dem späteren Oberbürgermeister Norbert Gansel. Unter anderem trat er im OB-Wahlkampf für Susanne Gaschke (2012) und deren Nachfolger Ulf Kämpfer (2014) in Erscheinung und wurde 2015 zu einem der "Olympia-Botschafter" für Kiels Bewerbung berufen, an der Seite von Hamburg die Olympischen Segelwettbewerbe von 2024 auszurichten.

Oberbürgermeister

Günther Bantzers Amtszeit (1965-1980) umfasste eine neue Stufe des Auf- und Ausbaues in Kiel nach dem Wiederaufbau der 1950er Jahre. Dazu gehörte z. B. die Erweiterung der Universität durch zahlreiche zentrale Bauten wie das Jura-, heute Verwaltungshochhaus, das Audimax und die Universitätskirche.

In seine Amtszeit fiel auch die Ausrichtung der olympischen Segelwettbewerbe während der Olympiade 1972 in München, die er mit Unterstützung der Stadtverwaltung mit großem Einsatz nach Kiel holte. Sie hatte eine rege Bautätigkeit zur Folge. Unter anderem wurden das Olympiazentrum in Schilksee, die Kiellinie und der ZOB gegenüber vom Hauptbahnhof gebaut, im Kieler Opernhaus die letzten kriegsbedingten Einschränkungen beseitigt und der Alte Markt an der Nikolaikirche zur Fußgängerzone umgestaltet. Außerdem erhielt Kiel endlich eine Autobahnanbindung. So schätzt Günther Bantzer diese Entwicklung ein:

"Die ganzen Investitionen mit Hilfen von Bund und Land haben Kiel auf einen Schlag um Jahrzehnte vorangebracht. Aus der Provinzstadt wurde plötzlich so etwas ähnliches wie eine Metropole."[2]

1979-1980 amtierte Günther Bantzer als Präsident des Deutschen Städtetages.

Landespolitik

Nach der verlorenen Landtagswahl 1971 kandidierte Günther Bantzer auf dem Landesparteitag in Husum erfolglos gegen den amtierenden Landesvorsitzenden Jochen Steffen.[3]

Ehrungen

1981 ernannte die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Günther Bantzer zu ihrem Ehrenbürger.[4]

Am 21. Mai 1987 wurde ihm die Andreas-Gayk-Medaille verliehen, "für seine Verdienste als Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Kiel in den Jahren 1965 bis 1980 auf politischem Gebiet. Er hat damit gleichzeitig die Nachkriegsgeschichte der Landeshauptstadt entscheidend mitgeprägt. In seine Amtszeit fielen u.a. als herausragende Ereignisse die Modernisierung der Kieler Woche, die Olympischen Segelwettbewerbe und die Verbesserung und der intensive Ausbau der Auslandsbeziehungen der Landeshauptstadt."[5]

Am 25. Januar 2013 wurde Günther Bantzer vom Kreisverband Kiel für 65 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt.

Quellen

  1. Vgl. Günther Bantzer: Ich war Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, CAU 350+ Zeichen', abgerufen 11.10.2015
  2. Olympischer Schluck aus der Pulle, Kieler Nachrichten, 2.9.2012
  3. Flaute in der Fronde: Anti-Steffen-Gruppe der SPD in Schleswig-Holstein ist zersplittert, DIE ZEIT, 21.5.1971
  4. Vgl. Günther Bantzer: Ich war Bundessekretär des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes, CAU 350+ Zeichen', abgerufen 11.10.2015
  5. Trägerinnen und Träger der Andreas-Gayk-Medaille, abgerufen am 11.10.2015