Silke Reyer

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Silke Reyer
Silke Reyer
Silke Reyer
Geboren: 16. April 1940
Gestorben: 25. November 2011

Silke Reyer (geb. Borggräfe), * 16. April 1940 in Kiel, † 25. November 2011 in Kiel. Verheiratet, ein Kind. Mitglied im Kreisverband Kiel der SPD.

Leben

Silke Borggräfe wurde während der NS-Zeit in eine sozialdemokratisch orientierte Arbeiterfamilie hineingeboren und wuchs in der Wik auf; ihr Vater war Schlosser. Nach der Wiedergründung nahm sie an Strandfahrten der AWO nach Falckenstein teil. Eine höhere Schulbildung blieb ihr trotz guter Noten wohl aus finanziellen Gründen versagt. Wie viele Arbeiterkinder eignete sie sich aus eigenem Drang viel an Bildung an. Nach einer Berufsausbildung war sie zunächst u. a. bei der Gewerkschaft tätig.

Später heiratete sie Horst Reyer und erzog ihre Tochter. Ohne berufliche Tätigkeit fühlte sie sich jedoch unterfordert[1], deshalb übernahm sie zunächst den Vorsitz beim AWO-Kreisverband und engagierte sich dann auch in der Kommunalpolitik.

Neben der allgemeinen Parteiarbeit war sie auch in der AsF Kiel aktiv. 1988 beteiligte sie sich an einer nächtlichen Umbenennungsaktion von Kieler Plätzen und Straßen, mit der daran erinnert werden sollte, "dass viele wichtige Frauen existierten, sie aber schnell wieder aus der Erinnerung verschwanden", wie der AsF-Vorstand sagte.[2] Da die nächtliche Aktion ungesetzlich war, erhielt die Stadtpräsidentin, wie die anderen Beteiligten auch, eine Strafanzeige, die schließlich aber wegen Geringfügigkeit eingestellt wurde.

30 Jahre lang war Silke Reyer in vielen ehrenamtlichen Funktionen tätig. 1998 schied sie aus der Ratsversammlung aus und bewarb sich, wenn auch erfolglos, um ein Landtagsmandat. Sie engagierte sich auch danach weiterhin für die politischen Themen, die ihr am Herzen lagen, führte den Verein Theater-Museum und entwickelte eine Begeisterung fürs Bridge-Spiel, bis ihre Gesundheit ihr solche Aktivitäten nicht mehr erlaubte.

Kommunalpolitik

Als Kommunalpolitikerin lagen Silke Reyers Schwerpunkte in der Personal-, Sozial- und Gleichstellungspolitik, in der Friedenspolitik und im Engagement gegen Rechtsextremismus.

Sitzung der Ratsfraktion im November 1987 mit (v.l.) Bernd Löwner, Stadtpräsidentin Silke Reyer und Albrecht Kempe
  • 1977-1998 Mitglied der Kieler Ratsversammlung
  • 1978-1982 zweite stellvertretende Stadtpräsidentin
  • 1982-1986 erste stellvertretende Stadtpräsidentin
  • 1986-1998 Stadtpräsidentin

Als Stadtpräsidentin setzte sie sich stark für die Ausweitung der Städtepartnerschaften nach Osteuropa, für den Beitritt zum Hiroshima-Bündnis gegen Atomkrieg sowie für das Kieler Bündnis gegen Rechtsradikale ein. Sie unterstützte außerdem - zusammen mit Waltraut Siebke und Uschi Schuckenböhmer - die auf ihr aller Betreiben 1987 eingerichtete städtische Gleichstellungsstelle (später Referat für Frauen bzw. für Gleichstellung).

Ehrungen

Sonstiges

  • 1974-1989 Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Kiel, wo sie besonders den Aufbau des Kinder- und Jugendbauernhofes auf dem ehemaligen Hof Eggers in Mettenhof förderte, der am 11. Juni 1981 von der Kieler Ratsversammlung genehmigt wurde.[4]
  • Vorstandsmitglied des AWO-Landesverbandes Schleswig-Holstein

Quellen

  1. AWO-Zeitung. Mitgliedermagazin der Arbeiterwohlfahrt Kiel e.V., 1|2012, S. 3
  2. Frauen gaben Plätzen neue Namen, Kieler Nachrichten 6./7.3.1988
  3. Würdigung für eine engagierte Mettenhoferin, Kieler Nachrichten, 20. März 2014
  4. AWO-Zeitung. Mitgliedermagazin der Arbeiterwohlfahrt Kiel e.V., 1|2012, S. 4