Oskar Fröhlich
| Oskar Fröhlich |
Oskar Bruno Fröhlich, * 1865 oder 1866 in ?, † 15. Oktober 1920 in Kiel; Buchdrucker, Redakteur. Mitglied der SPD bzw. der SAPD wohl seit den 1880er Jahren.
Leben und Beruf
Über Oskar Fröhlichs Herkunft und frühes Leben ist bisher nichts ermittelt, außer, dass er Buchdrucker lernte.
Er starb nach vierwöchiger Krankheit[1] am 15. Oktober 1920 in Kiel im Alter von 55 Jahren.[2]
Partei und Politik
Oskar Fröhlich trat der SAPD wohl in den 1880er Jahren bei. Nach dem Fall des Sozialistengesetzes 1890 wurde er Redakteur der Burgstädter Volksstimme und setzte diese Arbeit nach der Verschmelzung mit der Chemnitzer Volksstimme dort fort.
1906 wechselte er in die Redaktion des Volksblattes, der sozialdemokratischen Tageszeitung für Halle und den Bezirk Merseburg. 1908 wurde er bei der VZ in Kiel zunächst Provinzredakteuer, später Lokalredakteur.[3]
"Nicht weniger als vier Jahre mußte er hinter schwedischen Gardinen verbringen."[1]
Dies hing - wie bei so vielen anderen Genossen - vermutlich mit seiner journalistischen Tätigkeit zusammen.
Er betätigte sich auch in der Parteiorganisation. Ab dem 11. Juli 1912 war er Distriktsvorsitzender von Kiel-Süd.
Am 29. April 1915 wurde er zum Vorsitzenden der Kieler SPD gewählt.[4] Dieses Amt konnte er - gegen seinen Willen - jedoch nur ein Jahr ausüben, da er 1916 überraschend in Kiel-Süd nicht wieder gewählt wurde und damit nach den Statuten unweigerlich auch aus dem Groß-Kieler Vorstand ausscheiden musste. Der Vorwärts, der zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr vom Parteivorstand, sondern von der Minderheit der Partei kontrolliert wurde, schrieb, dass er gegen den Genossen Leopold verloren habe, weil er sich "durch seine Geschäftsführung, aber besonders durch sein Verhalten bei den Ledebour-Legien-Versammlungen unmöglich gemacht" habe.[5]
Er scheint nach der Kommunalwahl 1919 kurzzeitig auch Stadtverordneter in Kiel gewesen zu sein.
In den Revolutionstagen wurde er zunächst zum Beigeordneten, dann zum kommissarischen Landrat von Süder-Dithmarschen ernannt, musste dieses Amt aber wegen der dort "wieder erstarkte[n] Reaktion" aufgeben.[3] Danach war er bis zu seinem Tod als Parteisekretär für den 1919 neu geschaffenen 2. Unterbezirk tätig.
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Kiel. Genosse Fröhlich gestorben., Lübecker Volksbote, 18.10.1920, S. 3
- ↑ Stadtarchiv Kiel: Standesamt III, Signatur 32, Urkunde 1309. Adressbuch Kiel 1914: Fröhlich, Oskar B., Redakteur, Kronshagener Weg 46.
- ↑ 3,0 3,1 Totenliste der Partei, Hamburger Echo, 15.10.1920, S. 3
- ↑ Paetau, Rainer: Konfrontation oder Kooperation. Arbeiterbewegung und bürgerliche Gesellschaft im ländlichen Schleswig-Holstein und in der Industriestadt Kiel zwischen 1900 und 1925 (Neumünster 1988), S. 514
- ↑ Vorwärts, 15.6.1916

