Ortsverein Marne: Unterschied zwischen den Versionen

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In den letzten Jahren der Weimarer Republik gab es möglicherweise eine gewisse Kooperation zwischen der SPD und der KPD, die in Süderdithmarschen von dem im Juli [[1932]] von Nazis ermordeten Adolf Bauer sehr selbstbewusst vertreten wurde.  
In den letzten Jahren der Weimarer Republik gab es möglicherweise eine gewisse Kooperation zwischen der SPD und der KPD, die in Süderdithmarschen von dem im Juli [[1932]] von Nazis ermordeten Adolf Bauer sehr selbstbewusst vertreten wurde.  
<blockquote>"Bauer könnte die Richtung vertreten haben, die zumindest an der Basis auf eine gewisse Zusammenarbeit auch mit der SPD und den freien Gewerkschaften setzte."<ref>Stein: ''Lynchmord'', S. 14</ref></blockquote>
<blockquote>"Bauer könnte die Richtung vertreten haben, die zumindest an der Basis auf eine gewisse Zusammenarbeit auch mit der SPD und den freien Gewerkschaften setzte."<ref>Stein: ''Lynchmord'', S. 14</ref></blockquote>
Zu seiner Trauerfeier kamen etwa 1400 Menschen zusammen. Auch wenn die KPD, um ein Zeichen zu setzen, überregional mobilisierte, dürften viele davon nicht zu ihr gehört haben. So ist die Teilnahme größerer [[Reichsbanner]]-Gruppen bekannt.
Zu seiner Trauerfeier am [[15. Juli]] kamen etwa 1400 Menschen zusammen. Auch wenn die KPD, um ein Zeichen zu setzen, überregional mobilisierte, dürften viele davon nicht zu ihr gehört haben. So ist die Teilnahme größerer [[Reichsbanner]]-Gruppen bekannt.
<blockquote>"Durch die Teilnahme vom Roten Frontkämpfer-Bund und der [[Reichsbanner|Eisernen Front]], vielen weiteren Kommunisten, Sozialdemokraten, anderen Gegnern der NSDAP und Leuten, die von dem geschehenen Angriff auf die Menschlichkeit entsetzt waren, wurde in Marne beispielhaft und im Sinne der Antifaschistischen Aktion einen Moment lang deutlich, welche Kraft das Miteinander der beiden politischen Richtungen im Kampf gegen den Faschismus entfalten konnte. [...] Die Trauerfeier ließ die Wertschätzung erkennen, die man für den Menschen Adolf Bauer hatte, wie es die ''[[Schleswig-Holsteinische Volkszeitung]]'', das SPD-Organ aus Kiel für das Land, formulierte: 'Bauer war in der ganzen Umgegend als ein anständiger Mensch bekannt.'"<ref>Stein: ''Lynchmord'', S. 34 f.</ref></blockquote>
<blockquote>"Durch die Teilnahme vom Roten Frontkämpfer-Bund und der [[Reichsbanner|Eisernen Front]], vielen weiteren Kommunisten, Sozialdemokraten, anderen Gegnern der NSDAP und Leuten, die von dem geschehenen Angriff auf die Menschlichkeit entsetzt waren, wurde in Marne beispielhaft und im Sinne der Antifaschistischen Aktion einen Moment lang deutlich, welche Kraft das Miteinander der beiden politischen Richtungen im Kampf gegen den Faschismus entfalten konnte. [...] Die Trauerfeier ließ die Wertschätzung erkennen, die man für den Menschen Adolf Bauer hatte, wie es die ''[[Schleswig-Holsteinische Volkszeitung]]'', das SPD-Organ aus Kiel für das Land, formulierte: 'Bauer war in der ganzen Umgegend als ein anständiger Mensch bekannt.'"<ref>Stein: ''Lynchmord'', S. 34 f.</ref></blockquote>



Aktuelle Version vom 5. März 2026, 00:36 Uhr

Der Ortsverein Marne ist eine Gliederung im Kreisverband Dithmarschen. Er wurde am 1. Mai 1904 gegründet.[1]

Vorsitzende ist mindestens seit 2023 Jutta Rahn.[2]

Er gibt die sozialdemokratische Bürgerzeitung Kiek Rin heraus.[3] Im September 2017 erschien die 100. Ausgabe der Bürgerzeitung.

Von 1998 bis 2020 veranstaltete der Ortsverein in Zusammenarbeit mit der Landes-Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen und dem Kreisverband Dithmarschen den Politischen Aschermittwoch in der norddeutschen Karnevalshochburg Marne.

Kommunalpolitik

In der Kommunalwahl 2023 wurde die SPD mit 13,4 % und drei Sitzen in der Stadtvertretung nur viertstärkste Kraft.[4] Die Fraktion besteht aus Jutta Rahn, John-Patrick Rahn und Günther Wrobel.[5]

In der Kommunalwahl 2018 erreichte die SPD 21,7 % und wurde zweitstärkste Kraft.[5]

Ein früherer Kommunalpolitiker war der Studienrat Uwe Graage, der in den späten 1960er Jahren in die SPD eintrat und von 1970 bis 1998 (mit Unterbrechung von 1983 bis 1986) der Stadtvertretung angehörte, ab 1990 als Bürgervorsteher; danach wurde er zum Ehrenbürgervorsteher gewählt. Einer seiner ehemaligen Schüler am Marner Gymnasium erinnert sich, dass er schon ab 1963/64 mit Schüler*innen etwa NPD-Veranstaltungen besuchte; er

"ergriff dort auch das Wort gegen die Partei. Er war ein Lehrer, für den staatsbürgerliche Bildung [...] Unterrichtsprinzip war."[6]

Geschichte

In den letzten Jahren der Weimarer Republik gab es möglicherweise eine gewisse Kooperation zwischen der SPD und der KPD, die in Süderdithmarschen von dem im Juli 1932 von Nazis ermordeten Adolf Bauer sehr selbstbewusst vertreten wurde.

"Bauer könnte die Richtung vertreten haben, die zumindest an der Basis auf eine gewisse Zusammenarbeit auch mit der SPD und den freien Gewerkschaften setzte."[7]

Zu seiner Trauerfeier am 15. Juli kamen etwa 1400 Menschen zusammen. Auch wenn die KPD, um ein Zeichen zu setzen, überregional mobilisierte, dürften viele davon nicht zu ihr gehört haben. So ist die Teilnahme größerer Reichsbanner-Gruppen bekannt.

"Durch die Teilnahme vom Roten Frontkämpfer-Bund und der Eisernen Front, vielen weiteren Kommunisten, Sozialdemokraten, anderen Gegnern der NSDAP und Leuten, die von dem geschehenen Angriff auf die Menschlichkeit entsetzt waren, wurde in Marne beispielhaft und im Sinne der Antifaschistischen Aktion einen Moment lang deutlich, welche Kraft das Miteinander der beiden politischen Richtungen im Kampf gegen den Faschismus entfalten konnte. [...] Die Trauerfeier ließ die Wertschätzung erkennen, die man für den Menschen Adolf Bauer hatte, wie es die Schleswig-Holsteinische Volkszeitung, das SPD-Organ aus Kiel für das Land, formulierte: 'Bauer war in der ganzen Umgegend als ein anständiger Mensch bekannt.'"[8]

1877 war möglicherweise W. S. Harms der Kassierer der örtlichen Genossen, denn dieser zahlte für den Ort das Geld an den Agitationsfonds der Partei.[9]

Literatur

Einzelnachweise

  1. Die Maifeier 1904 - Wilster und Marne, Hamburger Echo, 3.5.1904, S. 2
  2. Kreisverband Dithmarschen: Ortsvereine, abgerufen 5.12.2023 und 4.3.2026
  3. Homepage: Ortsverein Marne, am 5.12.2023 nicht mehr abrufbar
  4. Wikipedia: Marne, abgerufen 5.12.2023
  5. 5,0 5,1 Der Landeswahlleiter: Gemeindewahlen 14. Mai 2023, Marne. Amtliches Endergebnis
  6. Schulz, Willy: "Staatsbürgerliche Erziehung und Geschichtsunterricht im neuen Staat". Ernst Voigts Referat im Jahr 1946 im Kontext des demokratischen Wiederaufbaus des Schulwesens in Dithmarschen. In: Demokratische Geschichte 31 (2021), S. 258
  7. Stein: Lynchmord, S. 14
  8. Stein: Lynchmord, S. 34 f.
  9. Vorwärts, 2.9.1877, S. 4