Ortsverein Wilster: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Rathausverein Wilster schreibt über diese Zeit in seiner Chronik der Stadt:<ref>[http://www.rathausverein-wilster.de/geschichte/stadt-wilster?view=article&id=235:8-wilster-im-20-jahrhundert-aus-geschichte-der-stadt-wilster-dr-otto-voss&catid=13 Wilster im 20. Jahrhundert, aus: Geschichte der Stadt Wilster, Dr. Otto Voss, 29.4.2021]</ref> | Der Rathausverein Wilster schreibt über diese Zeit in seiner Chronik der Stadt:<ref>[http://www.rathausverein-wilster.de/geschichte/stadt-wilster?view=article&id=235:8-wilster-im-20-jahrhundert-aus-geschichte-der-stadt-wilster-dr-otto-voss&catid=13 Wilster im 20. Jahrhundert, aus: Geschichte der Stadt Wilster, Dr. Otto Voss, 29.4.2021]</ref> | ||
<blockquote>Am 15.9.1946 durften dann erstmals wieder die Gemeindevertreter demokratisch frei gewählt werden […]. Dabei stellte sich in etwa die politische Struktur ein, wie sie in Wilster schon durch Jahrzehnte bestanden hatte, ausgenommen die Jahre der Weltwirtschaftskrise, die ja die Menschen radikalisiert und ins Lager der Hitleranhänger getrieben hatte. […] Damals sammelten sich die Bürgerlichen in der Freien Demokratischen Partei (FDP), die 10 Vertreter erhielt, die Arbeiterschaft war zur Sozial-demokratischen Partei Deutschlands zurückgekehrt, die SPD erhielt 7 Vertreter. Bürgermeister wurde der Malermeister Heinrich Büttner (SPD), im Hauptausschuss saßen 4 von der FDP und 3 von der SPD. Am 17.3.1947 wurde als Stadtdirektor gewählt der Oberinspektor Willy Oxwang. Schon am 24.10.1948 war dann auch die andere bürgerliche Partei, die Christlich Demokratische Union (CDU) da, sie erhielt 4, die FDP noch 8 und die SPD 5 (ein Tiefpunkt) Vertreter. Jetzt wurde Bürgermeister der Kaufmann Nikolaus Musfeldt (FDP) (vom 15. 11.1948 an).</blockquote> | <blockquote>Am 15.9.1946 durften dann erstmals wieder die Gemeindevertreter demokratisch frei gewählt werden […]. Dabei stellte sich in etwa die politische Struktur ein, wie sie in Wilster schon durch Jahrzehnte bestanden hatte, ausgenommen die Jahre der Weltwirtschaftskrise, die ja die Menschen radikalisiert und ins Lager der Hitleranhänger getrieben hatte. […] Damals sammelten sich die Bürgerlichen in der Freien Demokratischen Partei (FDP), die 10 Vertreter erhielt, die Arbeiterschaft war zur Sozial-demokratischen Partei Deutschlands zurückgekehrt, die SPD erhielt 7 Vertreter. Bürgermeister wurde der Malermeister Heinrich Büttner (SPD), im Hauptausschuss saßen 4 von der FDP und 3 von der SPD. Am 17.3.1947 wurde als Stadtdirektor gewählt der Oberinspektor Willy Oxwang. Schon am 24.10.1948 war dann auch die andere bürgerliche Partei, die Christlich Demokratische Union (CDU) da, sie erhielt 4, die FDP noch 8 und die SPD 5 (ein Tiefpunkt) Vertreter. Jetzt wurde Bürgermeister der Kaufmann Nikolaus Musfeldt (FDP) (vom 15. 11.1948 an). | ||
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Bestimmen tat wieder die freigewählte Bürgervertretung. Es gab eine Bewegung in der Parteienwelt. Die Sozialdemokraten sanken, was die Zahl ihrer Wähler betraf, zunächst einmal ersichtlich. Erzielten sie 1946 noch 3635 Wähler, so waren es bei der nächsten Gemeindewahl nur noch 2782 im Jahre 1948, 1951 gar nur noch 1992. Dieses scheint zusammenzuhängen mit der Bildung einer eigenen Flüchtlingspartei, dem BHE, der 1951 1350 Wähler auf sich vereinigte. Die Bürgerlichen hatten 3 Parteien zeitweilig, neben der FDP und der CDU noch die DP (Deutsche Partei). Man trat dann gewöhnlich bei Gemeindewahlen in einem Wahlblock auf, der 1951 2701 Stimmen auf sich vereinigte und 1955 dann 2442 Stimmen.722) 1959 gab es getrennte Stimmen. CDU und FDP erzielten je 5 Mandate, die SPD 6 und der BHE nur noch 1. (CDU 2265 Stimmen, SPD 2883, FDP 2247, GDP (BHE) 416 und ein BdD 88).723) In den 60er-Jahren gab es sodann noch die 3 überlebenden Parteien. In der Kommunalwahl vom 11.3.1962 gab es an Mandaten 5 für die CDU, 7 für die SPD und 5 für die FDP, in der vom 13.3. 1966 dann 6 für die CDU, 7 für die SPD und 4 für die FDP.724) | |||
Die Stadtvertreter haben vor einer Reihe wichtiger Fragen gestanden, die es zu lösen galt. Da war zunächst die Stadtkanalisation, die in Angriff zu nehmen war. Eine Mahnung dahingehend, dass die sanitären Verhältnisse keineswegs in Ordnung waren, dass Gefahren vor allem von der immer mehr verschmutzten Wilsterau herrührten, gab es in der Not der Nachkriegsjahre, die viele Krankheiten mit sich brachte, vor allem gab es 1946/47 eine Typhus-Epidemie in der Stadt. | |||
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== Einzelnachweise == | == Einzelnachweise == | ||
Version vom 6. April 2025, 11:02 Uhr
Der Ortsverein Wilster ist eine Gliederung im Kreisverband Steinburg. 1902 wurde ein "Sozialdemokratischer Wahlverein für Wilster und Umgebung" gegründet.[1]
Zum Ortsverein gehören mindestens seit 2024 auch die früheren Ortsvereine Beidenfleth, Kleve und St. Margarethen.
Er gibt die Zeitung Dat Rothuusblad heraus. Im Dezember 2024 erschien die 37. Ausgabe.[2]
Nach NS-Herrschaft und Krieg gab es eine rege Ortsvereinsarbeit. So zählte der Ortsverein 1954 113 Mitglieder; auf den Versammlungen waren in den 50er Jahren immer zwischen 30 und 40 Mitglieder anwesend. Das Lokal von Heinrich Jacobs war bis 1968 Parteilokal. Die Gaststätte wurde dann verpachtet und der Ortsverein tagte künftig im Gasthof "Zur Linde", später auch in der Bahnhofsgaststätte und viele Jahre in der "Neuen Börse".
Vorsitz
Vorsitzender ist seit 2020 Peter Dunkel, ab 27. September 2024[3] gemeinsam mit Sabine Tischendorf. Stellvertreterin ist Kirsten Hillebrecht-Kahl, Kassierer Carsten Schröder, Schriftführer Frank Framke. Alle drei gehörten schon dem vorigen Vorstand an, ebenso wie Axel Bittner und Holger Stamm, die nicht wieder antraten.[3] Beisitzer wurden Arne Engelbrecht (für Beidenfleth), Bernd Hannemann (für Kleve), Maurice Siebert (für St. Margarethen).[4]
Mindestens ab 2012 hatte Peter Dunkels Vorgängerin Natascha Böhnisch den Vorsitz inne.[5]
Die Vorsitzenden davor waren - in dieser Reihenfolge - Manfred Schmiade, Uwe Watzlaw, Hans Dieter Hilgers, Uwe Martensen, Helmut Jacobs (1973-1980), Gerhardt Kendelbacher und Theodor von Holdt.[6]
Kommunalpolitik
Die Sozialdemokraten hatten bei allen Kommunalwahlen bis 1974 die meisten Stimmen. In der Ratsversammlung gehörten 7 von 17 Mitgliedern der SPD an. 1978 stellte die SPD 6, die CDU 7, die Grüne Liste 3 und die FDP 1 Mitglied. Die Grüne Liste war aus der AKW-Bewegung gegen Brokdorf entstanden. Sie bildete mit der SPD in der Ratsversammlung eine Mehrheit. 1982 gab es aufgrund der bundesweiten schlechten Stimmungslage für die SPD eine knappe bürgerliche Mehrheit. Helmut Jacobs wurde als 1. Stadtrat abgelöst. 1986 wurde die SPD stärkste Fraktion, hatte zusammen mit der Grünen Liste die absolute Mehrheit und stellte mit Lisa Martens erstmals die Bürgervorsteherin. 1990 traten die Grünen nicht mehr an; die Sozialdemokraten erreichten mit etwas über 50 % der Stimmen die absolute Mehrheit. Lisa Martens hatte aus Altersgründen (sie war über 70) nicht mehr kandidiert und Helmut Jacobs wurde erstmals Bürgervorsteher, Hans Dieter Hilgers 1. Stadtrat und Reinhard Bunge Fraktionsvorsitzender.
1994 verteidigte die SPD die absolute Mehrheit und baute sie auf 54 % aus. Helmut Jacobs wurde erneut einstimmig zum Bürgervorsteher gewählt. Hans Dieter Hilgers blieb 1. Stadtrat und wurde Fraktionsvorsitzender. 1998 erreichten wir Sozialdemokraten sogar über 60 % und gewannen einen Sitz dazu. Auch personell änderte sich nichts. Die Kommunalwahl 2003 war aus unserer Sicht eine Katastrophe. Die SPD verlor fast 18 % und fiel auf 44,2 % zurück. Wegen der politischen Großwetterlage waren viele Menschen nicht zur Wahl gegangen. Die Wahlbeteiligung betrug nur 56,8 %. Für die unbeliebte Bundespolitik von Gerhard Schröder wurden die Sozialdemokraten an der Basis abgestraft. Die SPD verlor alle 27 Wahlkreise in Steinburg. Auch der Kreistagsabgeordnete Manfred Schmiade verlor seinen Wahlkreis.
Bürgermeister
2023 bewarb sich Fraktionsvorsitzende Karin Lewandowski um das Bürgermeisteramt[7], konnte sich aber offenbar nicht durchsetzen.
1993 wurde ein sozialdemokratischer hauptamtlicher Bürgermeister gewählt. Leider nennt die "Historie" seinen Namen nicht.
Heinrich Büttner wurde 1945 von den Engländern zum kommissarischen Bürgermeister ernannt.
Traditionsfahne
Der Ortsverein besitzt noch die alte Wilsteraner Ortsvereinsfahne, die Hermann Führer vor den Nazis versteckte und über das "1000-jährige Reich" rettete.
Geschichte
Anfänge
Das genaue Gründungsdatum der Wilsteraner Sozialdemokratie ist nicht bekannt; die Unterlagen gingen während der NS-Herrschaft verloren.
Es gibt Hinweise, dass es die SPD in Wilster bereits im 19. Jahrhundert gab. In einem Zeitungsbericht ist nachzulesen, dass sich 1895 ein "Arbeiterbildungsverein" gründete, der vermutlich bereits bei der Gründung 178 Mitglieder hatte und bald auf 280 anwuchs.
"Der Verein, dessen Mitglieder durchweg der sozialdemokratischen Partei angehören, beschäftigte sich ausschließlich mit der Einberufung sozialdemokratischer Versammlungen und Erörterung politischer Tagesfragen."
1896 entstand der [[Arbeitergesangverein|Sängerbund "Philomele"], der sich vorgenommen hatte, die "Bildung der Mitglieder durch Gesang, theatralische Aufführungen und deklamatorische Vorträge" zu stärken. Dieser Verein wurde als "geschlossene Gesellschaft" registriert, deren "... Mitglieder ... fast ausnahmslos der Sozialdemokratie angehörten."
1899 während des großen Lederarbeiterstreiks gab es drei SPD-Stadtverordnete. 1902 wurde ein "Sozialdemokratischer Wahlverein für Wilster und Umgebung" gegründet, der sich für "die geistige und materielle Hebung und Bildung seiner Mitglieder auf wirtschaftlichem und politischem Gebiet" einsetzte. Auf der Versammlung am 14. Dezember 1902 mit rund 130 Teilnehmern sagte ein Redner, dass Wilster wieder das werden müsse, was es früher einmal war - die Hochburg der Sozialdemokratie.
Bereits bis 1870 bestand ein Arbeiterbildungsverein, der vom Staat aufgelöst wurde.[8]
Weimarer Zeit
Der Rathausverein Wilster schreibt über diese Zeit in seiner Chronik der Stadt:[9]
Zögernd setzte nach dem Kriege das öffentliche kommunale Leben wieder ein. So wurde ja gleich im Winter 1918/19 die Restaurierung des Alten Rathauses zu Ende geführt. Das war noch in den Zeiten, die nach erfolgter Novemberrevolution auch in Wilster ein Arbeiterrat die Macht übernommen hatte und dem Bürgermeister als Beigeordneten den Maurergesellen (späteren Meister) August Bredfeld an die Seite setzte. Diese Zeit verging, als sich dann schnell der Wille im Lande durchsetzte, keine Räterepublik sondern eine parlamentarische Demokratie zu schaffen.
[…]
Die Wahlen für die Weimarer Nationalversammlung am 19.1.1919 waren für [die fortschrittliche] Haltung der Wilsteraner kennzeichnend. Es wählten damals 1108 die SPD, 1128 die DDP (linksliberal), nur 61 die rechtsliberale Volkspartei (DVP), „rechts“ wählten ganz 128 (die Deutsch Nationalen der DNVP). Die Zahlen haben dann bei den zahlreichen Wahlen der folgenden Jahre geschwankt. Die Stimmen für die SPD gingen etwas zurück, schwankten aber immer zwischen 700 und 900, wofür sich denn daneben die KPD auf dem linken Flügel einstellte mit allerdings nur zwischen 40 und 80 Stimmen. Die DDP schrumpfte wie überall im Reich auch in Wilster zusammen von 1000 auf gut 100 Stimmen, dafür stieg vorübergehend die Deutsche Volkspartei Gustav Stresemanns auf 600 und mehr Stimmen an. Die rechten Deutsch-nationalen kamen vorübergehend auf ebensoviele Stimmen. Sie erreichten normalerweise doch nur um die 400 Wahlstimmen. Die Hitlerpartei zuletzt brachte es 1924 erstmals auf ganze 55 Stimmen in einer angeblich für Rechtsradikalismus anfälligen Bevölkerung. Derartige Behauptungen gehören also in den Bereich der Legende. Im kommunalen Bereich standen sich Sozialdemokraten und Bürgerliche, die sich hier zu einem Wahlblock zusammenschlossen, etwa im Verhältnis 4:6 gegenüber wie auch schon vor dem Kriege, wie es auch etwa der Gliederung in der Bevölkerung, in der es neben Arbeitern besonders viele Kleinbürger gab, entsprach.
Die Kommunalwahlen ergaben am 2. März 1919 9 Mitglieder der „Bürgerlichen Fraktion“ und 7 Sozialdemokraten. 1924 war das Verhältnis 10:6 und 1929 dann schließlich 1:7. 1929 waren die bürgerlichen Vertreter 3 Kaufleute, 1 Rektor, 4 Handwerksmeister und 1 Gastwirt. Bei den Sozialdemokraten waren es 2 kleine Beamte, 3 gelernte Arbeiter und 2 ungelernte Arbeiter. Dem Magistrat gehörten 4 Mitglieder an, die jetzt eine „Aufwandsentschädigung“ von je 100 Mark jährlich erhielten. Es waren meist 3 Bürgerliche und 1 Sozialdemokrat. Seit dem 9.3. 1926 war Stadtverordneter der Sozialdemokraten der Maurergeselle Hans Prox, der dann dem Hitlerregime ja besonders gegen den Strich ging. Da Arbeitern kaum zuzumuten war, unentgeltlich an den Sitzungen teilzunehmen, gab es Regelungen der Entschädigung. Zuletzt seit 1923 bekamen alle Dienstaufwandsentschädigungen, bzw. Erstattung des Arbeitsverdienstes, der versäumt wurde.
NS-Herrschaft
Am 8. Mai 1933 beschlagnahmten die Nazis in der Gaststätte (SPD-Parteilokal) des Großvaters von Helmut Jacobs zwei SPD-Schränke und einen Aushangkasten. Am 10. Mai folgten Haussuchungen und Beschlagnahmen von SPD-Unterlagen bei Markus Tiedemann, Otto Führer, Hans Prox, Franz Hinrichs, Nikolaus Nottelmann und Heinrich Heutmann. Diese Unterlagen sind nie wieder aufgetaucht; sie wurden vermutlich von den Nazis vernichtet.
Im Juni 1933 wurden die Arbeiter und Sozialdemokraten Hermann Krüger vom Rumflether Deich und Friedrich Landsberger aus der Vereinsstraße von Nazis festgenommen und unter Trompeten und Fanfaren durch Wilster getrieben. Sie mussten dabei ein Schild um den Hals tragen, auf dem es hieß: "Ich bin ein Betrüger an der Stadt Wilster und am deutschen Volk."
Im Rahmen der Aktion Gewitter wurde Hans Prox erneut verhaftet. Er starb am 13. Februar 1945 im KZ Neuengamme.
Beweis dafür, dass es zahlreiche aktive Sozialdemokraten vor 1933 gab und diese auch nach dem "1000jährigen Reich" der SPD treu blieben, waren die vielen Ehrungen für fünfzigjährige Mitgliedschaft von Parteigenossen. Hier sind die Namen Paul Endorf, der bereits 1905 SPD-Mitglied wurde, Karl Goldmann, Franz Jonigk, Wilhelm Bunge, Franz Hinrichs, Karl Bruhn, Wilhelm Glindmeyer, Ernst Albers, Helene Albers, Heinrich Schacht, Heinrich Jacobs, Niklaus Nottelmann und Willi Reckmann zu nennen, ebenso der spätere Bürgermeister Heinrich Büttner.
Nachkriegszeit
Der Rathausverein Wilster schreibt über diese Zeit in seiner Chronik der Stadt:[10]
Am 15.9.1946 durften dann erstmals wieder die Gemeindevertreter demokratisch frei gewählt werden […]. Dabei stellte sich in etwa die politische Struktur ein, wie sie in Wilster schon durch Jahrzehnte bestanden hatte, ausgenommen die Jahre der Weltwirtschaftskrise, die ja die Menschen radikalisiert und ins Lager der Hitleranhänger getrieben hatte. […] Damals sammelten sich die Bürgerlichen in der Freien Demokratischen Partei (FDP), die 10 Vertreter erhielt, die Arbeiterschaft war zur Sozial-demokratischen Partei Deutschlands zurückgekehrt, die SPD erhielt 7 Vertreter. Bürgermeister wurde der Malermeister Heinrich Büttner (SPD), im Hauptausschuss saßen 4 von der FDP und 3 von der SPD. Am 17.3.1947 wurde als Stadtdirektor gewählt der Oberinspektor Willy Oxwang. Schon am 24.10.1948 war dann auch die andere bürgerliche Partei, die Christlich Demokratische Union (CDU) da, sie erhielt 4, die FDP noch 8 und die SPD 5 (ein Tiefpunkt) Vertreter. Jetzt wurde Bürgermeister der Kaufmann Nikolaus Musfeldt (FDP) (vom 15. 11.1948 an).
[…]
Bestimmen tat wieder die freigewählte Bürgervertretung. Es gab eine Bewegung in der Parteienwelt. Die Sozialdemokraten sanken, was die Zahl ihrer Wähler betraf, zunächst einmal ersichtlich. Erzielten sie 1946 noch 3635 Wähler, so waren es bei der nächsten Gemeindewahl nur noch 2782 im Jahre 1948, 1951 gar nur noch 1992. Dieses scheint zusammenzuhängen mit der Bildung einer eigenen Flüchtlingspartei, dem BHE, der 1951 1350 Wähler auf sich vereinigte. Die Bürgerlichen hatten 3 Parteien zeitweilig, neben der FDP und der CDU noch die DP (Deutsche Partei). Man trat dann gewöhnlich bei Gemeindewahlen in einem Wahlblock auf, der 1951 2701 Stimmen auf sich vereinigte und 1955 dann 2442 Stimmen.722) 1959 gab es getrennte Stimmen. CDU und FDP erzielten je 5 Mandate, die SPD 6 und der BHE nur noch 1. (CDU 2265 Stimmen, SPD 2883, FDP 2247, GDP (BHE) 416 und ein BdD 88).723) In den 60er-Jahren gab es sodann noch die 3 überlebenden Parteien. In der Kommunalwahl vom 11.3.1962 gab es an Mandaten 5 für die CDU, 7 für die SPD und 5 für die FDP, in der vom 13.3. 1966 dann 6 für die CDU, 7 für die SPD und 4 für die FDP.724) Die Stadtvertreter haben vor einer Reihe wichtiger Fragen gestanden, die es zu lösen galt. Da war zunächst die Stadtkanalisation, die in Angriff zu nehmen war. Eine Mahnung dahingehend, dass die sanitären Verhältnisse keineswegs in Ordnung waren, dass Gefahren vor allem von der immer mehr verschmutzten Wilsterau herrührten, gab es in der Not der Nachkriegsjahre, die viele Krankheiten mit sich brachte, vor allem gab es 1946/47 eine Typhus-Epidemie in der Stadt.
Einzelnachweise
- ↑ Soweit nicht anders angegeben, beruht dieser Eintrag auf: SPD Wilster: Historie, zuletzt abgerufen 6.4.2025
- ↑ SPD Wilster: Dat Rothuusblad 37
- ↑ 3,0 3,1 SPD Wilster: Jahreshauptversammlung mit Vorstandswahlen, Homepage, 28.9.2024, abgerufen 6.4.2025
- ↑ SPD Wilster: Vorstand, abgerufen 17.11.2024
- ↑ SPD Wilster auf SPD-NET-SH, 20.8.2012, heute abrufbar unter SPD-NET-SH, Artikelarchiv 2012, 1. Halbjahr ab 06.05. bis 31.12.2012
- ↑ SPD Wilster: Historie, abgerufen 6.4.2025
- ↑ SPD Wilster: Karin Lewandowski ist Kandidatin für das Amt der Bürgermeisterin, Homepage, 8.3.2023, abgerufen 6.4.2025
- ↑ Aus Schleswig-Holstein, Hamburgischer Correspondent, 5.7.1870, S. 2
- ↑ Wilster im 20. Jahrhundert, aus: Geschichte der Stadt Wilster, Dr. Otto Voss, 29.4.2021
- ↑ Wilster im 20. Jahrhundert, aus: Geschichte der Stadt Wilster, Dr. Otto Voss, 29.4.2021
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