Max Schmidt

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Max Schmidt
Max Schmidt
Max Schmidt
Geboren: 5. November 1895
Gestorben: 24. März 1955

Max Schmidt, * 5. November 1895 in Kiel, † 24. März 1955 in Kiel; Werftarbeiter, zeitweise selbstständig. Seit 1919 Mitglied der SPD.

Leben & Beruf

Max Schmidt (Mitte oben, mit Hut) 1927. Rechts vor ihm (mit Schirmmützen) Otto Eggerstedt und Richard Hansen
Max Schmidt (Mitte oben, mit Hut) 1927. Rechts vor ihm (mit Schirmmützen) Otto Eggerstedt und Richard Hansen.

Über die Jugendjahre von Max Schmidt ist bisher nichts ermittelt. Möglicherweise machte er eine Ausbildung auf der Werft, bei der er bis 1926 angestellt war, wohl der Germaniawerft.

Nachdem er als bekannter Sozialdemokrat ab 1933 keine Anstellung mehr fand, machte er sich mit einem Gewerbe selbstständig; welches, ist nicht ermittelt. Während des Krieges, als jede Arbeitskraft gebraucht wurde, stellte ihn die Germaniawerft wieder ein.

Er war verheiratet mit Meta Schmidt, geb. Repenning (30. November 1897-29. Juni 1991). Das Ehepaar hatte zwei Kinder; der Sohn Günther (1921-1944) starb im 2. Weltkrieg als Soldat.

Ende 1945 wurde Max Schmidt hauptamtlicher Geschäftsführer der überparteilichen "Hilfsgemeinschaft Schleswig-Holstein". Mit der Berufsangabe "Geschäftsführer" kandidierte er für die Kommunalwahl 1946.[1]

Max Schmidt starb 1955 nach schwerer Krankheit und einer eigentlich gut verlaufenen Operation.

"Die Kieler trauerten um den in allen Kreisen beliebten Politiker. Die Fahnen wurden auf Halbmast gesetzt. Der stellvertretende Stadtpräsident Dr. Rüdel würdigte Max Schmidt mit folgenden Worten: 'Mit ihm ist einer der besten Bürger und einer der würdigsten Vertreter der Stadt Kiel von uns gegangen.'"[2]

Bestattet ist er auf dem Friedhof in Elmschenhagen.

Partei & Politik

1919 trat Max Schmidt in der damals noch selbständigen Gemeinde Elmschenhagen in die SPD ein. Zeitweise war er dort OV-Vorsitzender.[1]

1920 wurde er zum Gemeindevertreter gewählt und vertrat die SPD auch im Kreistag.

Gleich 1924 schloss er sich dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold an; 1926 übernahm er die Funktion des Gausekretärs für die Provinz Schleswig-Holstein. Dadurch wurde er über die Landesgrenzen hinaus bekannt als Kämpfer gegen die Nationalsozialisten.[2]

1930 wechselte er als Parteisekretär zur SPD Wandsbek. Die Stadt am Hamburger Stadtrand gehörte damals noch zu Schleswig-Holstein. Am 12. Januar 1931 erlitt er bei einer Saalschlacht ernstliche Verletzungen.[3]

1933 wurde eine Zusammenkunft von Parteifreunden in Flensburg, an der er teilnahm, von der Gestapo verhaftet. Zwar wurde er bald wieder freigelassen, sah sich aber weiteren politischen Verfolgungen ausgesetzt und fand zunächst keine Arbeit mehr.

Nach dem Ende der NS-Herrschaft trat er gleich 1945 in die neu gegründete Kieler SPD ein und gehörte der Kieler Ratsversammlung von der ersten ernannten Stadtvertretung bis zu seinem Tod an. Er kandidierte stets im Wahlbezirk IV.[1] Jedoch scheint er nie Fraktionsvorsitzender gewesen zu sein.[4] In den ersten Jahren war es sein Hauptanliegen, den Wiederaufbau der im Krieg zerstörten Stadt zu organisieren und es wieder zu einem "Gemeinwesen [...] mit einer gesunden Wirtschaftsgrundlage und ausreichender sozialer Sicherheit für alle unsere Bürger" zu gestalten.[2]

Auch die Gesundheit der Jugend lag ihm am Herzen. In der VZ stellte er die körperlichen Entwicklungsdefizite der Jugend dar, warnte vor den psychischen Folgen dieser Zustände und schloss:

"Diese Zahlen zeigen uns die schwerwiegenden Folgen, die der wahnsinnige Hitlerkrieg für unsere Kinder hat. Die ganze kommende Generation wird davon betroffen. Wenn die heutige Jugend herangewachsen sein wird, dann werden ihre verminderte Gesundheit und Leistungsfähigkeit noch immer von dem Verbrechen zeugen, das mit diesem Krieg an den Menschen begangen wurde."[5]

Am 24. Mai 1951 wurde er zum Stadtpräsidenten gewählt; auch dieses Amt übte er bis zu seinem Tod aus.

Hilfsgemeinschaft Schleswig-Holstein

Beruflich übernahm Max Schmidt die Geschäftsführung der "Hilfsgemeinschaft Schleswig-Holstein". Im November 1945 rief der Oberpräsident und spätere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Theodor Steltzer (CDU), zur Schaffung einer "Deutschen Hilfsgemeinschaft e.V." auf, um die Not der Nachkriegszeit zu lindern. Diese arbeitete in der Provinz zunächst unter dem Namen "Notgemeinschaft Schleswig-Holstein", ab 1949/50 dann als "Hilfsgemeinschaft Schleswig-Holstein". In ihr waren Behörden, freie Wohlfahrtsverbände, IHK, Gewerkschaften und andere Institutionen zusammengeschlossen.[6] Wer die Geschäftsführung nach Max Schmidts Tod übernahm, ist nicht ermittelt. 1959 stellte sie ihre Arbeit ein.

Ehrungen

Der Grabstein von Max Schmidt, seiner Frau Meta und seinem Sohn Günther auf dem Friedhof Kiel-Elmschenhagen
Der Grabstein von Familie Schmidt auf dem Friedhof Kiel-Elmschenhagen

Ein von Carl Lambertz Anfang der 1950er Jahre gemaltes Porträt des Stadtpräsidenten Max Schmidt hängt in der Galerie vor dem Ratssaal des Kieler Rathauses.

1969 legte die stellvertretende Stadtpräsidentin Ida Hinz zu seinem Todestag einen Kranz an Max Schmidts Grab nieder.[7]

Nachdem das Grab Ende 2025 abgelaufen ist, hat der Grabstein der Familie auf einer bisher ungenutzten Fläche des Friedhofs einen neuen festen Platz gefunden.[8]

Literatur & Links

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Kandidaten der Kieler Sozialdemokratie, VZ, 5.10.1946
  2. 2,0 2,1 2,2 Geckeler, Porträt
  3. Osterroth, Franz: 100 Jahre Sozialdemokratie in Schleswig-Holstein. Ein geschichtlicher Überblick (Kiel o. J. [1963]), Seite 99
  4. So Geckeler, Porträt. Durch die Galerie der Vorsitzenden im Fraktionsbüro und auch in der Broschüre zum 70-jährigen Jubiläum der Ratsfraktion wird dies jedoch nicht bestätigt.
  5. Schmidt, Max: Sechs bis zehn Pfund Untergewicht. Der Gesundheitszustand der Kieler Jugend, VZ, 17.7.1946
  6. Deutschland im ersten Nachkriegsjahr. Berichte von Mitgliedern des Internationalen Kampfbundes (ISK) aus dem besetzten Deutschland 1945/46 (München 1998)
  7. Max Schmidt zum Gedenken, Kieler Nachrichten, 22.3.1969
  8. Besonderer Grabstein in Elmschenhagen, Kieler Express, 13.12.2025