Jörg Rüdel

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Jörg Rüdel
Jörg Rüdel
Geboren: 15. Januar 1943
Gestorben: 17. März 2016

Jörg Rüdel, * 15. Januar 1943 in Kiel; † 17. März 2016 in Kiel; Volkswirt, Geschäftsführer Seehafen Kiel, verheiratet mit Heidemarie, zwei Töchter. Mitglied der SPD seit 1967, zuletzt im Ortsverein Suchsdorf.

Werdegang

Jörg Rüdel, Sohn eines Marineoffiziers, machte sein Abitur an der Kieler Gelehrtenschule und studierte Volkswirtschaft. Nach Abschluss des Studiums arbeitete er zunächst beim Statistischen Landesamt, dann im Wirtschaftsministerium.

Er engagierte sich auch politisch. 1976 übernahm er für ein Jahr den Vorsitz des Ortsvereins Brunswik, von 1979 bis 1981 war er Beisitzer im Kreisvorstand. Von 1978 bis 1990 gehörte er der SPD-Ratsfraktion an. Außerdem war er Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Selbstständigen.[1]

1991 wechselte er in die Hafenwirtschaft der Landeshauptstadt Kiel und übernahm später als Erster Werkleiter die Leitung der Hafen- und Verkehrsbetriebe. Er wandelte den behördenähnlichen Hafenbetrieb in eine privatwirtschaftliche Gesellschaft um. [2] Von 1996 bis 2006 war er alleiniger Geschäftsführer der Seehafen Kiel GmbH & Co. In dieser Zeit wurde der Seehafen ein profitables Unternehmen, auch durch Großprojekte, die Jörg Rüdel mit durchsetzte, etwa den Ausbau des Ostuferhafens (für den der eigentlich als Mahnmal erhaltene U-Boot-Bunker Kilian abgerissen werden musste) und den Ausbau des Ostseekais zum Kreuzfahrtterminal.

Privat war der Irland-Fan mit Peer Steinbrück befreundet, mit dem er 1997 Urlaub in dessen Ferienhaus am Lough Corrib machte, mit Jürgen Fenske als Drittem im Bunde.[3]

An Selbstbewusstsein fehlte es ihm nicht. Nach dem Landtagswahldebakel 2009 kritisierte er Ralf Stegner scharf in einem nicht öffentlichen Brief, der gleichwohl in der Partei die Runde machte und auch in die Presse gelangte. In dem Artikel heißt es unter anderem, er sei "als ausgesprochenes Raubein bekannt".[4]

Jörg Rüdel 2012 mit Andreas Arend

Aber Jörg Rüdels Direktheit war mit sozialem Verantwortungsbewusstsein gepaart. 2008 gründete er den Verein "inka" (Kieler Initiative gegen Kinderarmut), der Kinder aus schwierigen Verhältnissen für Musik und Sport begeistern will und ihnen die erforderliche Ausstattung zur Verfügung stellt, etwa Musikinstrumente. Bis 2015 war er dessen Vorsitzender, dann zog er sich aus gesundheitlichen Gründen zurück. Am 22. Februar 2016 wurde der schon Schwerkranke für dieses langjährige ehrenamtliche Engagement mit dem Prunksiegel der Landeshauptstadt Kiel ausgezeichnet.[5]

Quellen

  1. Rüdels böser Brief an den Genossen Stegner, Kieler Nachrichten, 28.10.2009
  2. Frauke Behling: Ein Kieler Jung und ein echter Kämpfer, Kieler Nachrichten, 26.3.2016
  3. Eckart Lohse / Markus Wehner: Steinbrück (München 2012), S.
  4. Rüdels böser Brief an den Genossen Stegner, Kieler Nachrichten, 28.10.2009
  5. Presseinformation der LH Kiel: Kieler Prunksiegel für Jörg Rüdel, 22.2.2016