Hanna Lucas: Unterschied zwischen den Versionen
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Aktuelle Version vom 29. Januar 2026, 22:42 Uhr
| Hanna Lucas |
Johanna 'Hanna' Hedwig Lucas (geb. Schulz), * 8. Dezember 1910 in Hansdorf/Schlesien, † 14. Juli 2002 in Wedel; Hausfrau. Mitglied der SPD ab 1946.[1]
Leben & Beruf
Johanna Schulz besuchte die Schule in Breslau und Berlin. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Lehrerin, die sie aber offenbar wegen ihrer Heirat nicht abschloss.[2] 1932 heirateten sie und der Rektor Wilhelm Lucas, mit dem sie drei Kinder hatte. Die jüngste Tochter starb 1945 während der Flucht aus Schlesien am Ende des 2. Weltkrieges durch einen Tieffliegerangriff.[2]
Hanna Lucas und ihre Kinder verschlug es zunächst in das Dorf Seeth bei Elmshorn. Nach Wilhelm Lucas' Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft übernahm dieser 1950 in Wedel die Leitung der neu erbauten Theodor-Storm-Schule. Seine Frau setzte hier ihre kommunal- und sozialpolitischen Aktivitäten fort.
Etwa ab ihrem 70. Lebensjahr zog sich Hanna Lucas allmählich aus dem politischen Leben zurück. In ihren letzten Jahren lebte sie in "ihrem" AWO-Pflegeheim an der Rudolf-Breitscheid-Straße, wo sie 2002 mit 91 Jahren starb.
Arbeiterwohlfahrt
Schon in Seeth war Hanna Lucas in der Kommunalpolitik aktiv geworden und gleich 1946 auch der Arbeiterwohlfahrt beigetreten, deren Kreisvorsitzende sie von 1947 bis 1971 war. Von 1952 bis 1974 gehörte sie dem Landesvorstand an, von 1961 bis 1969 als stellvertretende Landesvorsitzende. 1955 übernahm sie den Vorsitz der AWO in Wedel, den sie bis 1984 behielt. Ebenfalls 1955 wurde sie in den Bundesvorstand gewählt, dem sie bis 1974 angehörte. Auf ihre Initiative entstanden in Wedel die Kindertagesstätte - heute "Hanna-Lucas-Kita" - an der Pulverstraße, die Altentagesstätte und das Pflegeheim der AWO. Auch die Einführung von "Essen auf Rädern" geht auf sie zurück.
Im Frühjahr 1984 übergab sie den Vorsitz der AWO Wedel an ihre Nachfolgerin und wurde zur Ehrenvorsitzenden ernannt. Sie arbeitete auch in dieser Rolle weiterhin mit und nahm bis etwa Frühjahr 1999 regelmäßig an den Vorstandssitzungen teil.
Partei & Politik
Bereits in Seeth trat Hanna Lucas 1946 in die SPD ein, wurde in der Kommunalpolitik aktiv und brachte es bis zur stellvertretenden Bürgermeisterin.
Nach dem Umzug nach Wedel war sie dort von der Kommunalwahl 1951 bis 1978 ununterbrochen Stadtvertreterin, ab 1968 auch Mitglied des Magistrats. Sie engagierte sich u. a. im Schulausschuss (bis 1974), im Finanzausschuss (bis 1967), im Kulturausschuss (bis 1964) und im Fürsorge-, später Sozialausschuss, dem sie noch über ihre Wahlzeit als Stadtvertreterin hinaus bis 1982 als bürgerliches Mitglied angehörte. Außerdem arbeitete sie zeitweilig im Vertriebenenausschuss, in der Jugendfürsorgekommission und als Delegierte für das Fünf-Städte-Heim des Kreises in Hörnum mit.
Kreispolitik
Zeitgleich wurde Johanna Lucas ab 1947 auch im Pinneberger Kreistag aktiv. Sie war Mitglied bis 1971, darüber hinaus vertrat sie die SPD ab 1951 im Kreisausschuss. Von 1955 bis 1959 war sie 1. stellvertretende Kreispräsidentin. In dieser Rolle sprach sie im Mai 1958 auf dem Schulauer Marktplatz zu einer Kundgebung von 2500 Menschen, die die Initiative Kampf dem Atomtod unterstützten.
Ehrungen
- 1964 wurde ihr kommunalpolitisches Engagement mit der Freiherr-vom-Stein-Gedenkmedaille des Landes gewürdigt.
- 1976 verlieh die AWO ihr die Marie-Juchacz-Plakette.
- Nach ihrem Rückzug vom Vorsitz wurde sie 1984 zur Ehrenvorsitzenden der Wedeler AWO ernannt.
- Die Stadt Wedel ernannte sie am 29. November 1984 für "30-jährige ehrenamtliche Tätigkeit für die Stadt Wedel und wegen ihres Engagement[s] beim Aufbau sozialer Einrichtungen unserer Stadt" zur Ehrenbürgerin.[2]
- Am 29. Januar 1985 wurde sie für ihr sozialpolitisches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse ausgezeichnet.[3]
- Am 23. Mai 2019 beschloss die Ratsversammlung, eine Straße nach Hanna Lucas zu benennen.[2]
Links
- Heinsohn, Kirsten/Rannegger, Anke: 1875–2000 - 125 Jahre Stadtrechte Wedel: Frauen in der Öffentlichkeit (Hg. Stadt Wedel, Eigendruck, Wedel 2000), S. 22 f.
Einzelnachweise
- ↑ Dieser Eintrag beruht, soweit nicht anders angegeben, auf Heinsohn, Kirsten/Rannegger, Anke: 1875–2000 - 125 Jahre Stadtrechte Wedel: Frauen in der Öffentlichkeit (Hg. Stadt Wedel, Eigendruck, Wedel 2000), S. 22 f.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Stadt Wedel: Ehrenbürger, abgerufen 28.1.2026
- ↑ Stadt Wedel: Wedeler Bürger mit Bundesverdienstorden, abgerufen 28.1.2026

