Otto Gerlach: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Otto Gerlach''', * [[24. April]] [[1925]] in Pinneberg, † [[5. März]] [[2005]] in Brunsbek/Stormarn; Lehrer. Mitglied der SPD seit [[1962]].


== Werdegang ==
== Werdegang ==
[[1931]] zog die Familie des Achtjährigen in die Hamburger Chaussee nach Kiel-Hassee. Dort besuchte Otto Gerlach nach der Grundschule die Oberrealschule II am Winterbeker Weg (später Max-Planck-Schule). Er gehörte zu den Gymnasiasten, die nach dem 12. Schuljahr mit dem Reifevermerk zur Wehrmacht eingezogen wurden. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft kehrte er am [[1947]] am Tag vor Heiligabend nach Kiel zurück. Das Haus der Eltern stand noch, nur waren in der Wohnung noch drei weitere Familien einquartiert - ein in der Nachkriegszeit völlig normaler Zustand.
[[1931]] zog die Familie des Achtjährigen von Pinneberg in die Hamburger Chaussee nach Kiel-Hassee. Dort besuchte Otto Gerlach nach der Grundschule die Oberrealschule II am Winterbeker Weg (später Max-Planck-Schule). Er gehörte zu den Gymnasiasten, die nach dem 12. Schuljahr mit dem Reifevermerk zur Wehrmacht eingezogen wurden. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft kehrte er am [[1947]] am Tag vor Heiligabend nach Kiel zurück. Das Haus der Eltern stand noch, nur waren in der Wohnung noch drei weitere Familien einquartiert - ein in der Nachkriegszeit völlig normaler Zustand.


Im April [[1948]] nahm Otto Gerlach auf Schloß Nehmten an einem Sonderlehrgang für Kriegsteilnehmer wie ihn mit vorzeitig beendeter Schulbildung teil, der zum Abitur führte. [[1949]] begann er ein Studium der Philosophie. Daneben arbeitete er im englischen Informationszentrum im Rathaus. [[1952]] übertrug man ihm die Leitung des neu eröffneten Amerikahauses (Kennedy-Haus), das im ehemaligen Kaufhaus Defaka an der Holstenbrücke untergebracht war.  
Im April [[1948]] nahm Otto Gerlach auf Schloß Nehmten an einem Sonderlehrgang für Kriegsteilnehmer wie ihn mit vorzeitig beendeter Schulbildung teil, der zum Abitur führte. [[1949]] begann er ein Studium der Philosophie. Daneben arbeitete er im englischen Informationszentrum im Rathaus. [[1952]] übertrug man ihm die Leitung des neu eröffneten Amerikahauses (Kennedy-Haus), das im ehemaligen Kaufhaus Defaka an der Holstenbrücke untergebracht war.  
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Vom Vorsitzenden des [[Ortsverein Russee|OV Russee]], [[Max Nörenberg]], wurde Otto Gerlach mit offenen Armen empfangen und vom ersten Tag an in die Parteiarbeit eingebunden. [[1966]] übernahm er selbst den Vorsitz, den er - mit einer Unterbrechung von [[1972]] bis [[1974]] - bis [[1980]] behielt. Danach blieb er noch bis [[1982]] im Vorstand.  
Vom Vorsitzenden des [[Ortsverein Russee|OV Russee]], [[Max Nörenberg]], wurde Otto Gerlach mit offenen Armen empfangen und vom ersten Tag an in die Parteiarbeit eingebunden. [[1966]] übernahm er selbst den Vorsitz, den er - mit einer Unterbrechung von [[1972]] bis [[1974]] - bis [[1980]] behielt. Danach blieb er noch bis [[1982]] im Vorstand.  


Er drängte an die Öffentlichkeit, daher fanden Mitgliederversammlungen fortan in der Ihlkate oder im Rendsburger Hof statt. Zur Parteiarbeit gehörte auch ein Frühschoppen, der alle vier Wochen sonntags bei einem der Ortsvereine im [[Kreisverband Rendsburg]] stattfand. Dazu waren jeweils ReferentInnen eingeladen, die zu aktuellen Themen sprachen. Anschließend wurde diskutiert. Otto Gerlach und [[Max Nörenberg]] waren regelmäßige Besucher und auch Gastgeber dieser Veranstaltungsreihe. In der politischen Alltagsarbeit ergänzten sie sich hervorragend. Gemeinsam prägten sie das Bild der Partei im Ort.  
Er drängte an die Öffentlichkeit, daher fanden Mitgliederversammlungen fortan in der Ihlkate oder im Rendsburger Hof statt. Zur Parteiarbeit im Kreis gehörte auch ein Frühschoppen, der alle vier Wochen sonntags bei einem der Ortsvereine im [[Kreisverband Rendsburg]] stattfand. Dazu waren jeweils ReferentInnen eingeladen, die zu aktuellen Themen sprachen. Anschließend wurde diskutiert. Otto Gerlach und [[Max Nörenberg]] waren regelmäßige Besucher und auch Gastgeber dieser Veranstaltungsreihe. In der politischen Alltagsarbeit ergänzten sie sich hervorragend. Gemeinsam prägten sie das Bild der Partei im Ort.  


Zur [[Kommunalwahl 1966]] trat die SPD Russee mit einem neuen Konzept an: Die Auswahl der Kandidaten erfolgte ausschließlich nach fachlichen Gesichtspunkten, die Dauer der Parteizugehörigkeit war zweitrangig. Die SPD errang acht Sitze, neun Sitze gingen an die Dorfgemeinschaft Russee (DGR). Otto Gerlach war mit [[Paul Matthiesen]] für Schulfragen zuständig.  
Zur [[Kommunalwahl 1966]] trat die SPD Russee mit einem neuen Konzept an: Die Auswahl der Kandidaten erfolgte ausschließlich nach fachlichen Gesichtspunkten, die Dauer der Parteizugehörigkeit war zweitrangig. Die SPD errang acht Sitze, neun Sitze gingen an die Dorfgemeinschaft Russee (DGR). Otto Gerlach war mit [[Paul Matthiesen]] für Schulfragen zuständig.  

Version vom 25. Januar 2019, 02:24 Uhr

Otto Gerlach
Otto Gerlach
Otto Gerlach
Geboren: 24. April 1925
Gestorben: 5. März 2005

Otto Gerlach, * 24. April 1925 in Pinneberg, † 5. März 2005 in Brunsbek/Stormarn; Lehrer. Mitglied der SPD seit 1962.

Werdegang

1931 zog die Familie des Achtjährigen von Pinneberg in die Hamburger Chaussee nach Kiel-Hassee. Dort besuchte Otto Gerlach nach der Grundschule die Oberrealschule II am Winterbeker Weg (später Max-Planck-Schule). Er gehörte zu den Gymnasiasten, die nach dem 12. Schuljahr mit dem Reifevermerk zur Wehrmacht eingezogen wurden. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft kehrte er am 1947 am Tag vor Heiligabend nach Kiel zurück. Das Haus der Eltern stand noch, nur waren in der Wohnung noch drei weitere Familien einquartiert - ein in der Nachkriegszeit völlig normaler Zustand.

Im April 1948 nahm Otto Gerlach auf Schloß Nehmten an einem Sonderlehrgang für Kriegsteilnehmer wie ihn mit vorzeitig beendeter Schulbildung teil, der zum Abitur führte. 1949 begann er ein Studium der Philosophie. Daneben arbeitete er im englischen Informationszentrum im Rathaus. 1952 übertrug man ihm die Leitung des neu eröffneten Amerikahauses (Kennedy-Haus), das im ehemaligen Kaufhaus Defaka an der Holstenbrücke untergebracht war.

Durch einen glücklichen Zufall konnte er 1954 eine Tätigkeit beim Jugendaufbauwerk in Hörnum auf Sylt beginnen. Sie wurde seine pädagogische "Grundausbildung", die ihn anregte, Lehrer zu werden. Das Studium der Fächer Mathematik, Deutsch, Sport und Religion an der Pädagogischen Hochschule in Kiel schloss er 1956 als Bester ab. Seine erste Lehrerstelle erhielt er 1957 in Flintbek, bevor er 1961 die Leitung einer Landschule in Bünningstedt, heute Ammersbek, bei Ahrensburg übernahm, wo er auch in die SPD eintrat. 1964 wurde er Leiter der Volksschule in Russee.

Kommunalpolitik

Vom Vorsitzenden des OV Russee, Max Nörenberg, wurde Otto Gerlach mit offenen Armen empfangen und vom ersten Tag an in die Parteiarbeit eingebunden. 1966 übernahm er selbst den Vorsitz, den er - mit einer Unterbrechung von 1972 bis 1974 - bis 1980 behielt. Danach blieb er noch bis 1982 im Vorstand.

Er drängte an die Öffentlichkeit, daher fanden Mitgliederversammlungen fortan in der Ihlkate oder im Rendsburger Hof statt. Zur Parteiarbeit im Kreis gehörte auch ein Frühschoppen, der alle vier Wochen sonntags bei einem der Ortsvereine im Kreisverband Rendsburg stattfand. Dazu waren jeweils ReferentInnen eingeladen, die zu aktuellen Themen sprachen. Anschließend wurde diskutiert. Otto Gerlach und Max Nörenberg waren regelmäßige Besucher und auch Gastgeber dieser Veranstaltungsreihe. In der politischen Alltagsarbeit ergänzten sie sich hervorragend. Gemeinsam prägten sie das Bild der Partei im Ort.

Zur Kommunalwahl 1966 trat die SPD Russee mit einem neuen Konzept an: Die Auswahl der Kandidaten erfolgte ausschließlich nach fachlichen Gesichtspunkten, die Dauer der Parteizugehörigkeit war zweitrangig. Die SPD errang acht Sitze, neun Sitze gingen an die Dorfgemeinschaft Russee (DGR). Otto Gerlach war mit Paul Matthiesen für Schulfragen zuständig.

In den folgenden vier Jahren ging es in der Gemeindevertretung hoch her. Immer wieder griff Otto Gerlach als Fraktionssprecher scharf an. Mit Hilfe des Kommentars zur Gemeindeordnung von Galette-Laux konnte er immer wieder Verfahrensfehler von Bürgermeister Heinrich Grömm aufdecken. Es ging soweit, daß Sitzungen platzten. Auch mit dem DGR-Fraktionssprecher Karl Diekelmann lieferte er sich scharfe Rededuelle.

In den Jahren ihres Wirkens konnten Otto Gerlach und Max Nörenberg viele Dinge mitgestalten. Das wichtigste Thema dieser Jahre war die Eingemeindung Russees nach Kiel. Schulfragen, Verkehrsangelegenheiten, Gas-, Wasser- und Stromversorgung wurden bereits von Kiel aus geregelt. Um bei diesen Dingen mitzureden, mußte man also in der Kieler Ratsversammlung und ihren Ausschüssen mitwirken. Otto Gerlach vertrat den Stadtteil Russee - mit einer Unterbrechung zwischen 1978 und 1982 - bis 1990 in der Ratsversammlung. Er war in verschiedenen Ausschüssen tätig, wobei die Arbeit im Kieler-Woche-, im Schul- und im Finanzausschuss besondere Schwerpunkte bildeten.

Parallel dazu gehörte er von 1974 bis 1982 auch dem Ortsbeirat Russee/Hammer an.