Max Nörenberg

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Max Nörenberg
Max Nörenberg
Geboren: 21. November 1929
Gestorben: 3. Juli 2014

Max Nörenberg, * 21. November 1929 in Meldorf; † 3. Juli 2014 in Kiel; Bankkaufmann. Seit 1959 Mitglied der SPD.

Werdegang

Nach der mittleren Reife begann Max Nörenberg seine Ausbildung zum Bankkaufmann. Diesem Beruf blieb er immer treu. 1952 wechselte er als Mitarbeiter in die neu gegründete Kieler Niederlassung der gewerkschaftseigenen Bank für Gemeinwirtschaft (BfG).[1] Bereits 1954 übernahm er die Leitung der Kreditabteilung und erhielt Handlungsvollmacht, 1961 dann Prokura. 1977 stieg er als Direktor in die Leitung der BfG auf und ging im Mai 1988 in den Ruhestand.[2]

Etwa ab 1980 zog er sich aus der Parteiarbeit in Russee weitgehend zurück[3] und verstärkte sein kirchliches Engagement - er gehörte schon länger dem Vorstand der Kirchengemeinde Russee an, wurde auch in die Synode des Kirchenkreises Kiel gewählt und war dort Vorsitzender des Finanzausschusses.[4] Bis mindestens 2007 war er außerdem aktiver Sänger in der Kantorei der Russeer Kirchengemeinde.[5]

1956 gehörte er zu den Gründer*innen der Ferdinand-Tönnies-Gesellschaft.[6]

Er lebte mit seiner Frau Ruth An den Birken 14 in Russee.[7] Offenbar hatten sie zwei Söhne. Wie weit er sich zurückgezogen hatte, macht der Umstand deutlich, dass zu seinem Tod einzig die Traueranzeige der Familie erschien, mit dem Zusatz "Wir haben im engsten Familienkreis Abschied genommen.". Sie enthält aber auch die Sätze "In Liebe und Dankbarkeit bewahren wir die Spuren Deines Lebens und Wirkens in unseren Herzen. Ein geliebter, wertvoller Mensch musste gehen. [...] Er hat unser Leben durch seine Güte und Fürsorge reich gemacht."[8]

Partei & Politik

Im August 1959 trat Max Nörenberg auf Drängen von Heinz Füllgraf dem Ortsverein Russee - damals noch im Kreisverband Rendsburg - bei und wurde in den Russeer Gemeinderat gewählt. 1960 löste er Heinrich Grönwoldt, der die Russeer SPD über Jahrzehnte geprägt hatte, als Vorsitzender ab. Dies Amt gab er 1966 an Otto Gerlach ab, gehörte aber dem Vorstand noch bis 1978 an.

Von 1959 bis 1970 vertrat er die SPD im Russeer Gemeinderat, 1960 folgte er Heinz Füllgraf, weil dieser wegzog, als Sprecher der SPD-Fraktion. 1964 wurde er zum stellvertretenden Bürgermeister gewählt, ein Amt, das er bis zur Eingemeindung Russees nach Kiel 1970 behielt. Danach leitete er noch bis 1974 den Ortsbeirat.

Die Arbeit in der Gemeindevertretung lief, wie sich Beteiligte erinnern, reibungslos und sehr harmonisch ab. Mehrheitsfraktion mit neun Sitzen war Anfang der 60er Jahre die Dorfgemeinschaft Russee, aus der sich später die CDU bildete. Die SPD hatte sechs Sitze. Das Wohl der Gemeinde wurde von allen eher pragmatisch verfolgt als durch die Parteibrille gesehen. Max Nörenberg war wegen seiner hohen fachlichen Kompetenz sehr geschätzt; er genoß auch bei der Dorfgemeinschaft Russee hohes Ansehen.

Als 1964 der Genosse Otto Gerlach einstimmig von der Gemeindevertretung zum Rektor der Grundschule Russee gewählt wurde, führte Max Nörenberg intensive Gespräche mit ihm und band ihn sofort in die Parteiarbeit ein.

Verkauf Heidenberg

Ein herausragendes Ereignis in der Geschichte der Gemeinde war 1965 der Verkauf des Ortsteils Heidenberg an die Stadt Kiel. Max Nörenberg vertrat als stellvertretender Bürgermeister die Gemeinde Russee in den Verhandlungen. Der Kauf Heidenbergs bildete für Kiel die Grundlage zum Bau des neuen Stadtteils Mettenhof.

Eingemeindung Russee

Das zweite große Ereignis war die Eingemeindung Russees nach Kiel - ein Thema, das bereits 1929 auf der Tagesordnung gestanden hatte. Die Eingemeindung war damals auch beschlossen, aber nicht vollzogen worden, weil - wie die Russeer meinen - die Stadt Kiel zuviel wollte.[9] In den 1960er Jahren wurde sie in der Gemeindevertretung und im ganzen Dorf leidenschaftlich und kontrovers diskutiert und dieses Mal auch umgesetzt.

Nach der Eingemeindung am 26. April 1970, mit der der Ortsverein Russee in den Kreisverband Kiel wechselte, wurde Max Nörenberg zum Vorsitzenden des Ortsbeirates Russee/Hammer gewählt. Er führte ihn bis 1974, dann zog er sich aus der ersten Reihe zurück. Fünfzehn Jahre hatte er der Partei an hervorragender Stelle gedient und viel zum Gemeinwohl beigetragen.

Ehrungen

Am 2. Dezember 1991 wurde Max Nörenberg für sein kommunalpolitisches, kirchliches und ehrenamtliches Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Im Dezember 2007 verlieh ihm die Nordelbische Kirche für sein kirchliches Engagement die Bugenhagenmedaille, ihre höchste Auszeichnung für ehrenamtlichen Einsatz.[10]

Literatur & Links

  • Busack, Olaf: Max Nörenberg. In: Rund um den Russee - Geschichtskreis e.V.: Geschichtsjournal, Heft 14, Februar 2021

Einzelnachweise

  1. Der ganzen Stadt verpflichtet, Kieler Nachrichten, 3.12.1977
  2. Max Nörenberg geht in den Ruhestand, Kieler Nachrichten, 4.5.1988
  3. Erinnerung von Olaf Busack, der um diese Zeit nach Russee kam und Max Nörenberg kaum mehr begegnete.
  4. Verdienstkreuz für Max Nörenberg, Kieler Nachrichten, 4.12.1991
  5. Bugenhagenmedaille für Nörenberg, Kieler Nachrichten, 12.12.2007
  6. Verdienstkreuz für Max Nörenberg, Kieler Nachrichten, 4.12.1991
  7. Adressbuch der Landeshauptstadt Kiel (Lübeck 2000)
  8. Traueranzeige der Familie, Kieler Nachrichten, 12.7.2014
  9. Busack, Olaf: Max Nörenberg. In: Rund um den Russee - Geschichtskreis e.V.: Geschichtsjournal, Heft 14, Februar 2021, S. 67
  10. Bugenhagenmedaille für Nörenberg, Kieler Nachrichten, 12.12.2007