Bezirksverband Schleswig-Holstein - Vorstände

Aus SPD Geschichtswerkstatt
Willy Verdieck, ca. 1933
Heinrich Kürbis
Friedrich Bartels

Von einem Vorstand des Bezirksverbandes kann man ab 1906 sprechen. Am 1. Juli 1905 hatte sich nach dem Ausscheiden der Bezirksorganisation Hamburg aus dem Agitationsbezirk der Bezirksverband für Schleswig-Holstein, das Herzogtum Lauenburg und das Fürstentum Lübeck gegründet.

Der letzte gemeinsame Parteitag mit Hamburg fand am 15. und 16. Oktober 1905 in Elmshorn statt. Der erst seit Januar für den gemeinsamen Agitationsbezirk angestellte hauptamtliche Parteisekretär E. Saalfeld - faktisch Landesvorsitzender und Geschäftsführer in einem - kündigte auf dem Parteitag seine Stelle aus persönlichen Gründen.[1] Eine Kommission wurde mit der Suche nach einem neuen Parteisekretär und Vorsitzenden beauftragt.[2]

Hauptartikel: Bezirksverband Schleswig-Holstein

Bezirksvorstände 1906-1933

Jahr Vorsitz Stellv. Vorsitz Finanzen Beisitzer/Vertreter Unterbezirke Bemerkung
3.4.1932 Willy Verdieck Richard Hansen Paul Andratschke Louis Biester (UB Stormarn), Paul Bugdahn (UB Altona), Paul Dölz (UB I), Friedrich Hansen, Toni Jensen, Karl Langebeck, Ernst Pusch (UB Rendsburg), Wilhelm Schweizer (UB Kiel), Louise Schroeder Dies war der letzte Bezirksvorstand vor der Zerschlagung durch die Nationalsozialisten.
1930 Willy Verdieck Richard Hansen Paul Andratschke Paul Bugdahn (UB Altona), Paul Dölz (UB I), Fritz Hansen, Toni Jensen, Karl Langebeck, Ernst Pusch, Louise Schroeder, Wilhelm Schweizer?
Bezirksparteitag 1929, Eutin Willy Verdieck Richard Hansen Paul Andratschke Paul Bugdahn (UB Altona), Paul Dölz (UB I), Fritz Hansen, Toni Jensen, Karl Meitmann (UB Altona) Ernst Pusch, Louise Schroeder "Die Vorstandswahlen erfolgten einmütig, durchweg in der bisherigen Zusammensetzung."[3] Rudolf Hackelberg war verstorben, Otto Eggerstedt ausgeschieden.
27.6.1927[4] Willy Verdieck Richard Hansen Paul Andratschke Paul Bugdahn (UB Altona), Paul Dölz (UB I), Otto Eggerstedt, Rudolf Hackelberg, Fritz Hansen, Toni Jensen (Leiterin Frauenagitation), Ernst Pusch, Louise Schroeder
Bezirksparteitag 1926, Kiel Willy Verdieck Richard Hansen ? Paul Bugdahn (UB Altona), Paul Dölz (UB I), Karl Meitmann, Louise Schroeder
Bezirksparteitag 1924, Kiel Willy Verdieck Richard Hansen ? Wilhelm Brecour?, Paul Bugdahn (UB Altona), Paul Dölz (UB I), Louise Schroeder
Bezirksparteitag 1922, Neumünster Willy Verdieck ? ? Wilhelm Brecour?, Paul Dölz (UB I), Wilhelm Schweizer
Bezirksparteitag 1921, Altona Willy Verdieck ? ? Wilhelm Brecour?, Paul Dölz (UB I),
Bezirksparteitag 1920, Kiel Rudolf Hackelberg ? ? Paul Dölz (UB I), Otto Eggerstedt, Richard Hansen, Heinrich Jacobs, Willy Verdieck
Bezirksparteitag 1919, Kiel Carl F. Alps, ab Juli '19 Rudolf Hackelberg ? Paul Andratschke Christian Haß, Heinrich Kürbis, Arthur Molkenbuhr (VZ), Wilhelm Poller, Louise Schroeder (Frauensekretärin), Adolf Wilhelm (Bildungs- und Jugendsekretär), sowie die Vertreter der Unterbezirke: Franz Bauer (Oldesloe), Oskar Fröhlich (Rendsburg), Wilhelm Haberlandt (Flensburg), Johann Jacobsen (Itzehoe) Der Bezirksvorstand wird von Altona nach Kiel verlegt, der Bezirk in fünf hauptamtlich geleitete Unterbezirke eingeteilt.
Provinzialparteitag 1917, Kiel Heinrich Kürbis ? ?
Provinzialparteitag 1914, Eckernförde Heinrich Kürbis ? ?
Provinzialparteitag 1913, Kiel Heinrich Kürbis ? ?
29./30.9.1912[5] Friedrich Bartels ? ? Genossin Schönfeld (Altona)
2.10.1911[6] Friedrich Bartels ? ? Linchen Baumann?
2./3.10.1910[7] Friedrich Bartels ? ? Linchen Baumann
Provinzialparteitag 1909, Wandsbek Friedrich Bartels ? ? ? "Die Agitationskommission besteht aus einem besoldeten Beamten, der auch die Kassengeschäfte zu führen hat, einem Vertreter der Parteizeitung und 5 Beisitzern, unter welchen mindestens eine Genossin sein muss."[8]
31.8.1908[9] Friedrich Bartels ? ? ? Sitz des Bezirksvorstandes (weiterhin als Agitationskommission bezeichnet) bleibt Altona. Er wird auf 7 Mitglieder vergrößert.
1906 Friedrich Bartels ? ? ? Sitz des Bezirksvorstandes (weiterhin als Agitationskommission bezeichnet) bleibt Altona. Er hat 5 Mitglieder.

Agitationskommission

Während der Zeit des Sozialistengesetzes leitete eine 1879 gewählte dreiköpfige Agitationskommission mit Heinrich Lienau an der Spitze die politische Arbeit im Rahmen des Möglichen. Sie wird als der erste Vorstand der schleswig-holsteinischen SPD gesehen. Der Begriff wurde bis zur Trennung von Hamburg und Schleswig-Holstein beibehalten. Seitdem kann man von einem Bezirksverband Schleswig-Holstein und von einem Bezirksvorstand sprechen.

Hauptartikel: Agitationskommission

Einzelnachweise

  1. Loslösung der Hamburger Parteiorganisation von der Organisation der Provinz Schleswig-Holstein, Vorwärts, 12.12.1905
  2. Paetau, Rainer: Konfrontation oder Kooperation. Arbeiterbewegung und bürgerliche Gesellschaft im ländlichen Schleswig-Holstein und in der Industriestadt Kiel zwischen 1900 und 1925 (Neumünster 1988), Seite 61
  3. Schleswig-Holsteinischer Sozialdemokratischer Bezirksparteitag, Lübecker Volksbote, 9.10.1929, S. 9
  4. Schleswig-Holsteinischer Bezirksparteitag, Hamburger Echo, 28.6.1927, S. 6
  5. Parteitag für die Provinz Schleswig-Holstein, Hamburger Echo, 1.10.1912, Seite 3
  6. 20. Sozialdemokratischer Parteitag für die Provinz Schleswig-Holstein und das Fürstentum Lübeck, Hamburger Echo, 4.10.1911, Seite 5
  7. Aus Lübeck und Nachbargebieten - Ottensen, Lübecker Volksbote, 4.10.1910, S. 7 (im Scan - eigentlich S. 3)
  8. Beschluss des Parteitags 1909, zitiert in: SPD-Ortsverein Elmshorn: 120 Jahre SPD Elmshorn. Eine Chronik (Elmshorn 1983)
  9. Schleswig-Holsteinischer Parteitag, Lübecker Volksbote, 1.9.1908, S. 2