Juso-Hochschulgruppen

Die Juso-Hochschulgruppen (Juso-HSG) sind der bundesweite Studierendenverband der SPD und der Jusos und entstanden ab Anfang der 1970er Jahre. Die Hochschulgruppen sind rechtliche Mischwesen, die an der Hochschule anerkannte HSGen sind und gleichzeitig Projektgruppen der Juso-Landesverbände.

Informationen über die ersten Gründungen in Schleswig-Holstein müssen noch gesammelt werden.

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Die Juso-Hochschulgruppen machen sich nicht nur für bildungs-, sozial- und wissenschaftspolitische Veränderungen stark, sondern betrachten gleichzeitig die gesamtgesellschaftlichen Zusammenhänge. So trat man für eine "arbeitnehmerorientierte Wissenschaft" ein und gründete in den Achtzigern die Initiative "Gesellschaftswissenschaftler für die 35-Stunden-Woche". Inhaltliche Schwerpunkte der heutigen Verbandsarbeit sind der Einsatz für das gebührenfreie Studium, mehr Durchlässigkeit im gesamten Bildungssystem, der Ausbau des BAföG (Drei-Körbe-Modell), die Gleichstellung aller Geschlechter, die Demokratisierung der Hochschulen und eine qualitätsorientierte Studienreform.

Mehr zur Entstehungsgeschichte und Entwicklung der Juso-HSGn allgemein ist nachzulesen auf Wikipedia: Juso-Hochschulgruppen.

Strukturen

Die Juso-Hochschulgruppen sind formal gesehen eine Untergliederung der SPD. Sie sind lokal an den einzelnen Hochschulen organisiert und entsenden bis zu zwei Delegierte auf das zweimal jährlich stattfindende Bundeskoordinierungstreffen. Dasselbe Prinzip gilt für die Landesebene. Das Landeskoordinierungstreffen (LKT) wählt eine Landeskoordinatorin oder einen Landeskoordinator, die oder der i.d.R. in den Landesvorstand der Jusos kooptiert wird.

Die Mitgliedschaft bei den Juso-Hochschulgruppen ist nicht an eine SPD-Parteimitgliedschaft gebunden, jedoch ist der Anteil der SPD-Mitglieder bei den Juso-Hochschulgruppen groß.[1]

Im Selbstverständnis eines feministischen Verbands gilt eine harte Frauenquote. Das bedeutet, dass Redelisten, Vorstände und Delegationen gleich viele Frauen wie Männer aufweisen müssen

Gruppen in den Hochschulorten

Kiel

CAU: Hier existiert seit den 1970er Jahren eine Juso-Hochschulgruppe (HSG). 1976 gewann sie das erste Mal die Wahlen zum Studierendenparlament (StuPa) und stellte bis 1977 den AStA. Zu seinen Mitgliedern gehörten u.a. Alexander von Witzleben, Hans Randl, Eberhard Schmidt-Elsaeßer, Norbert Ruge, Carsten Gerdes, Michael Take und Rene Sartorius. In den beiden Folgejahren kandidierte die Juso-HSG nicht für das StuPa. Seit 1980 stellte sie für längere Zeit wieder den AStA-Vorsitzenden und hatte mit Koalitionspartnern die Mehrheit im StuPa. Juso/AStA-Vorsitzende waren u.a. 1980 Jürgen Weber, 1981 Uwe Danker, 1982 Stephan Krukowska, 1983 Annette Wiese. Von 1980-1982 war Wilfried Wagner (†1995) Sozialreferent des AStA - Das Verhältnis zwischen HSG und Jusos Kiel wechselte öfter in allen Bereichen, von sehr eng bis stark angespannt. Die HSG wird finanziell unterstützt durch den SPD-Landesverband. Weitere Infos unter Juso-HSG Uni Kiel.

In den 2010er Jahren stellen die Jusos mit den CampusGrünen als stärkerem Partner konstant den AStA. 2014 wurden die Wahlen mit 26,5% und 6 StuPa-Abgeordneten abgeschlossen. 2015 erhielt die Juso-HSG 32,3% und 7 StuPa-Sitze. Allerdings trat die Campus Union aus eigenem Verschulden nicht an. 2016 waren es dann 28% und 6 Sitze. 2017 waren es 17,2% und 4 Sitze. Bei den Wahlen 2018 erhielten sie mit 15,5% der Stimmen 3 sitze im StuPa, einen weniger als zuvor, sowie einen Sitz im erweiterten Senat.

FH: 2009 und 2010 existierte an der Fachhochschule eine Juso-HSG mit dem Namen Förde-Jusos, die stark durch den Kreisverband Kiel unterstützt wurde.

Muthesius Kunsthochschule: Keine Juso-HSG bekannt.

PH: An der Pädagogischen Hochschule (in den 1990er Jahren in die CAU eingegliedert) stellte die Juso-HSG in den späten 1970er und den frühen 1980er Jahren längere Zeit den ASta-Vorsitzenden, so u.a. Heiko Winckel-Rienhoff und Ingo Degner.

Flensburg

Infos unter Juso-HSG Flensburg und Juso-HSG Flensburg auf Facebook

Lübeck

Es ist bisher nicht ermittelt, ob es an einer der Lübecker Hochschulen bisher eine HSG gab.

Heide

Vermutlich gab es an der FH Westküste bisher noch keine Juso-Hochschulgruppe, da dort nie genügend Jusos studierten.

Links

Quellen

  1. Birk Grüling: Die Qual der Uni-Wahl, ZEIT ONLINE, 14.1.2013, abgerufen am 30.9.2013.